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Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Titel: Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Götz Justus
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Nowosibirsk.“
    „Gibt es sonst noch irgendwelche Hinweise auf seine Person? Adresse, Telefon, Sportverein, Hobbies?“
    Bassett legte seine Stirn in Dackelfalten, schüttelte aber schon bald den Kopf. „Tut mir leid. Beim besten Willen, mir fällt zu ihm nichts mehr ein. Bis auf das Alter. Er müßte so um die sechzig sein. Ach ja, er war Hobbyarchäologe, hat überall im Dreck gewühlt.“
    Cannon notierte sich die spärlichen Informationen. „Ich gehe morgen ins Internet und schau mal, ob ich fündig werde.“
    Saeed schüttelte den Kopf mit solcher Vehemenz, als hätte ihn der Huf eines Shetland-Ponys getroffen. „Morgen? Mann, da sitzen Sie im Flugzeug!“
    Cannon sah den General entgeistert an. Er konnte nicht verhindern, daß sich ein Anflug von Schamesröte über sein jugendliches Gesicht legte. Wieder hatten sie ihn ertappt! Wie konnte er den morgigen Flug nach Deutschland vergessen! Es schien ihm eine Erlösung, als Bassett das Wort ergriff und die Aufmerksamkeit auf sich zog.
    „Richtig, John! Morgen geleiten Sie unseren Doc in die Heimat.“ Bassett grinste gewinnend zu Sander hinüber, doch der war, man sah es ihm in diesem Moment an, geistig abwesend, meilenweit entfernt von dem Geschehen in Bassetts Räucherkabinett. Beschäftigte ihn die ungewisse Situation, die ihn in Deutschland erwartete? Man sah es deutlich – Sander litt. Bassett wandte sich Saeed zu. „War nicht gerade edel von eurer Regierung, die beiden Deutschen nach Belutschistan zu schicken!“
    Der General sah ihn geringschätzig von der Seite an, gerade so, wie der Geschichtslehrer den Mittelstüfler, der soeben den 3. Punischen Krieg nach Ägypten verlegt hatte. „Machst du es dir da nicht zu leicht? Möglicherweise war es eine gezielte Maßnahme, das Leben der beiden zu schützen!“
    Bassetts linke Augenbraue schoß jäh in die Höhe. „Wie das denn? Das mußt Du mir schon erklären!“
    Saeed lächelte nachsichtig. „Man wußte in Islamabad, daß die Öl-Mafia Sander, in dessen Schlepp natürlich auch den deutschen Bergwerksexperten, im Visier hatte. Wo wäre Sander vor deren Killern besser geschützt als in Belutschistan? Seine Erfahrung sollte den dortigen Minenbetreibern, überwiegend Stammesfürsten, zugute kommen. Also stand er unter deren Schutz! Nirgendwo in Karatschi oder Islamabad hätte man ihm, ohne auffällig zu werden, vergleichbare Sicherheit gewähren können. Keine Regierung dieser Welt gibt gerne zu, daß sie die innere Sicherheit nicht im Griff hat. Die Abholung der beiden vom Flughafen Islamabad unter Polizeischutz wäre nur schwerlich zu erklären gewesen. In Quetta ist das die Regel! Da war der Schwenk über Belutschistan die wesentlich elegantere und zugleich effizientere Lösung! Keiner kommt in das Ziarat-Gebirge, ohne daß die Stammesfürsten es wüßten. Das gilt selbst für die Killerkommandos der Öl-Mafia! Sie hätten dort seine Spur verloren.“
    Ganz langsam sank Bassetts Augenbraue zurück auf ihr Ruheniveau. Saeeds Logik hatte etwas für sich. Unter diesem Gesichtswinkel hatte er Sanders plötzlichen Trip nach Belutschistan nicht gesehen. Er mußte sich eingestehen, daß Saeeds Schlußfolgerungen in sich schlüssig waren, schlüssiger jedenfalls, als sein Ansatz. Wußte dieser alte Haudegen etwa mehr, als er zu erkennen gab?
     
     

16. August, 06:45 Uhr Ortszeit; Davos, Schweiz
    Janus erhob sich von seinem Schreibtischsessel, durchquerte zielstrebig den Raum und nahm an der Fensterfront seinen Lieblingsstandort ein. Die Morgensonne umspielte den Gipfel des Jakobshorns, das satte Grün der Wiesen und Wälder harmonierte mit dem Grau der Bergflanken, dem Weiß ewigen Schnees. Im Tal duckte sich der Ort, rote Dächer auf weißem Gemäuer, braun und gelb verputzte Appartementhäuser, in der Mitte die Gebäude des Kongreßzentrums und das Eisstadion. Vom Ortsteil ‚Dorf‘ kommend, näherte sich ein Zug dem Bahnhof in Davos-Platz. Die leuchtend roten Waggons bildeten einen willkommenen Farbtupfer in diesem Ensemble. Das Pfeifen der Lok hörte man bis hier herauf. Über allem ruhte der lichtblaue Morgenhimmel, unterbrochen von wenigen majestätisch gen Nordosten dahinziehenden, in strahlendem Weiß leuchtenden Haufenwolken, unter denen ein Greifvogelpaar ohne jeden Flügelschlag seine ruhigen Kreise zog. Waren es Steinadler? Zu groß war die Entfernung, dies mit Sicherheit bestimmen zu können. Egal, dies war seine Landschaft, hier tankte Kustow Energie, pure Lebensfreude. Es klopfte an der

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