Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)
Gefährdung geringer. Eine verrückte Situation! Aber einleuchtend. Zwar weiß ich noch nicht, auf welche Weise wir hilfreich sein können, aber seien Sie gewiß, daß wir im Rahmen unserer technischen und logistischen Möglichkeiten alles unternehmen werden, Ihrer Familie, sollte sich dies als erforderlich erweisen, zur Hilfe zu eilen.“
Sander versuchte ein dankbares Lächeln, doch so recht wollte ihm dies nicht gelingen, zu groß waren seine Zweifel. Der Oberst hatte Sanders Skepsis bemerkt. Beruhigend fuhr er fort: „Machen Sie sich keine Gedanken, wie ich das bewerkstellige, ohne Sie und Ihre Truppe zu gefährden. Ich habe veranlaßt, eine Reihe hilfreicher Szenarien im Rahmen unserer standardisierten Trainingsprogramme vorzubereiten. Das ist die unauffälligste Methode. Hierzu zählt zum Beispiel die ad hoc Evakuierung ohne vorausgehende Einschaltung zuständiger Behörden, auf deutscher wie auf amerikanischer Seite. Die Genehmigung hole ich mir anschließend, natürlich mit der geeigneten Begründung. Allerdings können wir auf der Air Base nur noch US-Bürger unterbringen, da seit den geheimen CIA-Flügen Pullach und der MAD Ramstein im Visier haben. Aber auch da sind wir erfinderisch.“
Sander wollte gerade die Tasse zum Mund führen, doch dieser Hinweis ließ ihn innehalten. „US-Bürger? Was ist dann mit mir?“
Der Oberst hob die Hand, um eine kurze Unterbrechung anzudeuten, dann drückte er die Gegensprechtaste der Telefonanlage. „Stella, bringen Sie bitte den File Sander. Er müßte in der Kurierpost liegen.“ Es dauerte nur wenige Sekunden, bis Stella mit behenden Schritten den Raum durchquerte und dem Oberst die geöffnete Mappe vorlegte. Ihr strahlender Blick glitt von Sander zu Cannon.
„Ist das Gebäck in Ordnung?“ Eilfertiges Nicken. „Möchten Sie noch Kaffee oder Tee?“ Ausdruck allgemeiner Zufriedenheit mit dem Vorhandenen. Stella schien beruhigt und huschte mit entwaffnendem Lächeln zur Tür hinaus. Diese Augen! Sander und Cannon nickten sich anerkennend zu. Und dieses Parfüm! Stella hinterließ nachhaltigen Eindruck bei den Gästen. Der Oberst registrierte es mit sichtlichem Vergnügen.
Matthews blätterte in der Akte. Aus einer Klarsichthülle zog er eine Air Base-Ausweiskarte und reichte sie über den Tisch. „Voilà, das sind Sie für die Dauer Ihres Aufenthaltes. David Lennon, wohnhaft in Cleveland, Ohio. Das paßt zu Johns offiziellem Wohnort.“ Er nickte kurz zu Cannon hinüber. „Ihren Air Base-Ausweis bekommen Sie von Stella. Sie beide sind Ingenieure und führen im Rahmen eines Regierungsauftrags eine Studie zur Optimierung der Transport- und Umschlagtechnik durch. Sie erhalten nachher Springerstiefel und je zwei Arbeitsdrilliche. Dick teilte mir Ihre Konfektions- und Schuhgrößen mit. Sollten die Klamotten, das gilt besonders für die Schuhe, nicht passen, melden Sie sich bitte. Sie sollten innerhalb des militärischen Sperrgebietes unbedingt diese Sachen tragen. Heften Sie bitte die Ausweise sichtbar an Ihre linke Brusttasche. Ferner erhalten Sie Sportsachen, damit Sie etwas für Ihre körperliche Ertüchtigung tun können. Dick sagte mir, daß Sie auf dem Gebiet einiges nachzuholen hätten.“ Der Blick des Oberst ruhte listig auf Sander. Diesem entging Cannons Feixen nicht. Hier schien sich Streß anzukündigen. Er würde mit Cannon ein Wort zu wechseln haben.
Der Oberst unterdrückte sein Grinsen. Er nestelte aus der Akte einen Lageplan der Air Base hervor, nahm einen Stift und markierte mit einem flotten Kringel ein Gebäude. „Sie sind im Komplex F16 untergebracht, in einem Drei-Zimmer-Appartement. Die gemeinsame Unterbringung erfolgt aus Sicherheitsgründen. Ich gehe zwar davon aus, daß Sie auf dem Air Base-Gelände absolut sicher sind, aber angesichts des Gefährdungspotentials halte ich dies dennoch für angebracht.“ Er kennzeichnete zwei weitere Bereiche. „Dieses ist die Offiziersmesse. Dort können Sie essen, Ihren Drink nehmen und Ihre Freizeit verbringen. Das dort ist die Sportanlage. Von dort aus führt ein Joggingpfad durch das militärisch gesicherte Areal. Ich würde Ihnen dringend empfehlen, nur innerhalb dieses Bereiches zu joggen. Wie lange, glauben Sie, werden Sie hier sein?“ Sein Blick glitt zwischen Sander und Cannon hin und her. Die zuckten die Schultern.
Cannon ergriff erneut das Wort. „Sobald die Familie des russischen Augenzeugen in Sicherheit ist und wir ausreichende Kenntnisse hinsichtlich der Lage der unterirdischen
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