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Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Titel: Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Götz Justus
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bereiten, sondern die Sunniten. Das schmerzt unsere Herzen.“
    William verbarg seine Ungeduld nur unvollkommen, es war auch nicht seine Absicht, dem Zwerg mit besonderem Zuvorkommen zu begegnen. Selbst der im Türrahmen lehnende Flegel, der ihn vorhin mit der Waffe in Empfang genommen hatte, vermochte nicht, ihn zu besonderer Höflichkeit zu bewegen. „Ich wüßte nicht, was ich mit einem Sunniten gemein haben sollte. Immerhin hat Ihr Krieger ja etliche Zeit gehabt, mich durch den Spion zu beobachten. Außerdem wurde mein Besuch vom Brigadier angekündigt. Also kommen Sie zur Sache! Was ist der Anlaß dieses Treffens?“
    Das Walnußgesicht legte sich in zusätzliche Falten, die pechschwarzen Augen funkelten vor Zorn. William merkte unterbewußt, daß er wohl zu weit gegangen war. Der Zwerg war empfindlich, möglicherweise gar gefährlich. Zumindest verhieß seine prompte Antwort nichts Gutes. „Sollten Sie die Absicht haben, die Reise fortzusetzen, dann mäßigen Sie sich! Merken Sie sich: Nicht Sie geben hier den Ton an, nicht der Brigadier, auch nicht Ihre Organisation! Sie reden mit Kriegern Gottes, nur ihm sind wir verantwortlich!“
    Während des mit spürbarer Emotion gehaltenen Vortrages hatte sich sein Stuhl von der Tischkante entfernt, so daß der Zwerg fast auf der Schreibtischplatte zu liegen kam. Er umklammerte mit knochigen Händen die Tischkante, zog sich mit erkennbarer Mühe heran, bis er wieder die Senkrechte und somit die vermeintlich würdevolle Sitzposition erreicht hatte. Es kostete William Mühe, nicht lauthals zu lachen, wäre da nicht diese Drohung im Raum gewesen.
    „Sie suchen drei Leute, ist das richtig? Einen Amerikaner, einen Russen und einen Deutschen, stimmt das?“ Der Blick des Zwerges bohrte sich in den imaginären Punkt irgendwo rechts hinter Williams Kopf.
    ‚Wieso kann dich der Wicht nicht angucken? Was führt dieser Gnom im Schilde?‘ William reagierte auf solches Verhalten in der Regel empfindlich. In diesem Falle hielt er es jedoch für angeraten, kühlen Kopf zu bewahren. Es würde sich schon noch die Gelegenheit bieten, diesem Knirps und seinem Handlanger die Grenzen aufzuzeigen. „Genau die suche ich, sollten wir die gleichen meinen.“
    Der Zwerg strengte sich an, seine Sitzposition imposanter zu gestalten, indem er die Schultern hoch zog und gleichzeitig den Kopf weit in den Nacken warf. Nun sah er aus wie ein magersüchtiger Pfau, den Alter und Mauser gleichermaßen zu einem stoppeligen Skelett hatten verkommen lassen, die fransigen Federn wie Spieße von sich gestreckt. William spürte, lange würde er dieser Komödie nicht mehr mit Beherrschung begegnen können. Der Gnom schürzte die fleischigen Lippen. „Nun ja, ich rede von Richard Bassett, Igor Ignatijew und Dr. Sander ... Horst Sander.“ Provozierend fixierte der Zwerg den Fixpunkt hinter dem Briten.
    „Sie sind es. Was haben Sie anzubieten?“
    Der Zwerg wiederholte mit erheblichem Energieaufwand die Übung, erneut in die vermeintlich würdevolle Senkrechte zu gelangen, bevor er die Frage zu beantworten gedachte. „Nun, wir kennen den Aufenthalt des Deutschen.“
    Plötzlich war William hellwach. „Tatsächlich? Wo ist er?“
    Das Walnußgesicht grinste, wobei es häßliche, von Nikotin und schwarzem Tee braungelb gefärbte Zahnstümpfe bloß legte. „Gemach! Erst müssen wir uns einig werden! Ich biete Ihnen unsere Leistung an, sage Ihnen den Preis, und Sie sagen mir, ob Sie darauf eingehen. Erst dann erfahren Sie, wo er sich aufhält. Nur so wird ein Geschäft daraus.“
    William war auf seinem Stuhl nach vorn gerutscht und fixierte den Wicht mit starrem Blick. Immer noch schaute dieser knapp an ihm vorbei. „Nennen Sie Ihre Konditionen!“
    Der Zwerg genoß die Situation. Plötzlich saß er ganz entspannt, die obere Hälfte des Oberkörpers leicht über den Schreibtisch gebeugt. „Wie wir hörten, ist es Ihre Aufgabe, den Deutschen zu töten. Dort, wo er sich befindet, werden Sie nichts ausrichten können. Aber wir. Kostet allerdings keine Kleinigkeit, zumal er ständig von einem Amerikaner beschützt wird. Wir werden beide töten müssen. 100.000 Dollar für jeden, macht zusammen 200.000 Dollar, 100.000 sofort, 100.000 nach Erledigung des Jobs.“
    William rang nach Luft. Er sprang auf. „Ihr seid größenwahnsinnig! Der Deal ist geplatzt!“ Er schob den Stuhl an den Schreibtisch. Aus dem Augenwinkel sah er, daß der Bodyguard des Zwergs nach der im Gürtel steckenden Pistole langte.
    Im

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