Deathkiss - Suess schmeckt die Rache
Geste.
»Und Sie? Geht es Ihnen besser?«
»Ein wenig«, antwortete sie mit einem Lächeln, während er ihr das lebhafte kleine Fellbündel in den Arm drückte. Ihre Kopfschmerzen waren nur noch ein dumpfes Pochen, doch die Schulter und die Rippen erinnerten sie noch nachdrücklich an den Vorfall. Und ihr Gesicht sah nach wie vor aus, als hätte sie nach der dritten Runde gegen den derzeitigen Champion im Schwergewicht verloren.
Das Hündchen schmiegte sich an sie, und sie verlor auf der Stelle ihr Herz an das weiche, karamellfarbene Kerlchen. Khan, allgegenwärtig und eifersüchtig, sah skeptisch zu dem Welpen auf und winselte.
»Pssst«, beruhigte Shannon ihn. »Du bist nach wie vor meine Nummer eins.«
»Als ich hörte, dass Sie so viel Unglück erlitten haben«, sagte Alexi, »hatte ich den Wunsch, Ihnen etwas zu schenken, was Sie aufmuntert.«
Einen Hund?, dachte Shannon ungläubig. Zwar hatte sie nach dem Überfall Topfpflanzen, Karten und Blumen erhalten, aber niemand war auf die Idee gekommen, ihr mit seinen Genesungswünschen ein Tier zu schenken. Sie dachte an all die Hunde, die sie bereits beherbergte, die trainiert werden mussten, obwohl sie selbst noch nicht wieder völlig gesund war. Ein Welpe war das Letzte, was sie im Moment brauchen konnte.
In diesem Augenblick leckte der Kleine ihr Kinn, und ihr Herz schmolz dahin. Er roch nach Hundebaby, war warm und weich und kuschelig. Und unheimlich süß.
Vielleicht hatte Alexi recht. Vielleicht fehlte ihr gerade dieser kleine Labrador noch zu ihrem Glück.
Als hätte er ihre Gedanken gelesen, grinste Alexi und zeigte dabei ein wenig von den Goldfüllungen seiner Schneidezähne. »Der Beste aus dem ganzen Wurf, das können Sie mir glauben, und so klug! Die Kleine ist unglaublich schlau!« Er reichte ihr die Impfbescheinigungen vom Tierarzt.
Shannon überflog die Papiere und steckte sie ein.
»Und warum haben Sie sie nicht verkauft?«, fragte sie, lehnte sich an den Türpfosten und spürte die Hitze des Tages bis in die Knochen.
Alexis dunkle Augen blitzten. »Diese wollte ich nicht verkaufen. Ich hätte es nicht ertragen, sie einem Fremden zu überlassen, ganz gleich, was sie eingebracht hätte.« Er nickte heftig, wie um sich selbst zu überzeugen. Dann kramte er aus seiner Tasche ein paar Schlüssel hervor. Sie glitzerten in der Sonne. Brandneu.
»Was ist mit dem übrigen Wurf?«, fragte Shannon.
»Nun, meine Tochter hat einen Welpen genommen, und mein Neffe suchte auch gerade einen Hund. Zwei sind bei der Geburt gestorben – wirklich ein Jammer –, und diesen hier, Skatouli, den Besten, habe ich für Sie reserviert.« Er lächelte breit und reichte ihr die Schlüssel. »Die sind für die Hintertür neben dem Holzschuppen. Ich musste das Schloss auswechseln und habe, wie gesagt, vergessen, sie Ihnen zu bringen«, erklärte er.
Die Schlüssel gehörten zu der Immobilie, die sie gerade von ihm gekauft hatte, einer Ranch mit acht Hektar, fünfzehn Meilen weiter an der Landstraße. Ein idealer Ort, um ihr Trainingsgelände für die Spür- und Rettungshunde zu erweitern, wie Shannon fand. Ein Ort für einen Neubeginn, ein Ort, der nicht mit Erinnerungen an die Vergangenheit belastet war, und – wie sie jetzt mit einem Blick auf die rußgeschwärzte Wand des Pferdestalls dachte– ein Ort, an dem sie vor dem Kerl, der ihr nachstellte, sicherer war.
»Was bedeutet Skatouli?« Sie steckte die Schlüssel ein.
»Das ist ein griechisches Kosewort.« Er winkte ab, als sei die genaue Bedeutung unwichtig. »Alle Großmütter – yiayiàs – nennen ihre geliebten Enkel Skatouli …« Doch er errötete, und die Haut auf seiner Glatze färbte sich in der Nachmittagshitze leuchtend rot.
»Skatouli«, wiederholte Shannon und drückte den goldenen Labrador an sich. »Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das wäre doch nicht nötig gewesen… Trotzdem, danke.« Sie streichelte das weiche Fell des Welpen, während der kleine Schwanz an ihrer Brust wild hin und her fegte. Khan winselte und strich um ihre Beine.
»Gern geschehen. Und bitte, werden Sie bald gesund!« Ein besorgter Ausdruck trat in Alexis dunkle Augen. »Diese Sache mit dem Brand und mit Ihrer Schwägerin … sehr beunruhigend … nicht gut.«
Offenbar hatte er in der Zeitung gelesen oder in den Fernsehnachrichten gehört, dass Brandstiftung vermutet wurde.
»Sehr wahr«, stimmte sie ihm zu.
»Geben Sie acht, Shannon. Seien Sie vorsichtig.«
»Immer.«
»Wirklich, Sie sollten
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