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Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Titel: Deathkiss - Suess schmeckt die Rache Kostenlos Bücher Online Lesen
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eben sehr gründlich.«
    Etwas am Tonfall ihres Bruders machte Shannon misstrauisch. »Du verschweigst mir etwas«, warf sie ihm vor.
    »Hör mal, ehrlich, ich darf weder mit dir noch mit sonst jemandem über die Ermittlungen sprechen«, fuhr er sie an. Seine überstrapazierten Nerven ließen ihn schließlich doch im Stich. »Ich wollte dich nur über den Stand der Dinge informieren.«
    Shannon wusste, dass es sinnlos wäre, weiter in ihn zu dringen; Shea würde sich stur stellen. Also wechselte sie das Thema. »Hast du Robert gesehen? Wie geht es ihm?«
    »Schlecht, wie du dir sicher denken kannst. Er zerfleischt sich selbst vor Schuldgefühlen. Anscheinend war er der Letzte, der Mary Beth lebend gesehen hat. Hinzu kommt der Streit vor dem ›Ranchito‹, für den es reichlich Zeugen gibt – uns vier, Settler, Liam und den Motelmanager – und deshalb …«
    »… steht er unter Verdacht.« Natürlich wurde er verdächtigt – der abtrünnige Ehemann, der eine Affäre mit einer anderen hatte, ein Mann, der sich von seiner klammernden Frau scheiden lassen wollte, während sie sich mit Händen und Füßen dagegen sträubte.
    »Ja, aber nicht nur er. Es gibt eine ganze Reihe von Leuten, die nicht gut auf Mary Beth zu sprechen waren.«
    »Nicht gut auf jemanden zu sprechen zu sein ist noch lange kein Motiv für einen Mord«, wandte Shannon ein. Insgeheim fragte sie sich, worauf Shea hinauswollte.
    »Wann hast du eigentlich das letzte Mal mit Mary Beth gesprochen?«
    »Ich?«, fragte Shannon verblüfft.
    »Ja, du … Paterno wird dich danach fragen, so wie uns alle.«
    »Tja, ich habe sie ja auf dem Parkplatz gesehen, und später hat sie mich zu Hause angerufen.« Shannon dachte an das Gespräch. »Sie klang, als hätte sie getrunken, und redete wirres Zeug. Sie war immer noch sauer auf Robert. Ich vermute, er hat sie zu Hause abgesetzt und ist dann weitergefahren. Jedenfalls beklagte sie sich bitterlich und wollte wissen, wo er steckt. Du weißt schon, das Übliche.«
    »Sie hat nicht irgendetwas Sonderbares geäußert?«
    »Alles war sonderbar, Shea.«
    »Aber sie hat dich angerufen, oder?«
    »Habe ich das nicht gerade gesagt?«
    »Ich dachte nur, ob du vielleicht bei ihr angerufen hast.«
    »Nein. Warum sollte ich?«, fragte Shannon. »Aber seltsam war es schon, denn sie behauptete, ich hätte sie angerufen und sie hätte mich daraufhin zurückgerufen. Als ich ihr erklärte, sie müsse sich irren, wurde sie richtig aggressiv und behauptete steif und fest, sie hätte meine Nummer in ihrer Anruferliste gesehen oder so. Ich dachte, sie hätte einfach zu viel getrunken. Wieso?«
    »Und du bist dir ganz sicher?«
    »Natürlich, Shea! Sie hat mich angerufen«, betonte Shannon erneut. Als Shea schwieg, beschlich sie wiederum das Gefühl, dass er ihr etwas verheimlichte. Etwas Wichtiges. Und Unerfreuliches. »Was ist los? Glaubst du mir nicht? Dann überprüf doch ihre Anrufe.«
    »Das tun wir bereits.«
    »Gut!« Sie stieß sich vom Schrank ab und goss ihren Kaffeerest in die Spüle. »Dann wird sich ja bald alles klären.« Da dieses Gespräch zu nichts führte, wechselte sie erneut das Thema. »Hat schon jemand mit Mom gesprochen?«
    »Oliver ist letzte Nacht bei ihr geblieben, und ich habe heute Morgen bei ihr reingeschaut. Ich weiß nicht, ob Robert oder Aaron sie besucht haben.«
    »Ich rufe sie an.
    »Das wäre gut.« Shannon hörte im Hintergrund gedämpfte Stimmen; offenbar war Shea nicht mehr allein. »Was? Ja. Moment noch«, sagte er, ebenfalls gedämpft, und dann an sie gerichtet: »Also, Shan, ich muss jetzt Schluss machen. Wir reden später.« Er legte auf, bevor sie sich verabschieden konnte, aber das war nichts Außergewöhnliches. Sheas Verstand eilte seinem Körper immer zwei Schritte voraus.
    Nachdem sie aufgelegt hatte, fröstelte sie innerlich. Trotz der Hitze hatte sie das Gefühl, als erstarrte ihr Körper langsam, aber sicher zu Eis.
    »Hör auf«, ermahnte sie sich streng. Im selben Moment hörte sie einen Pick-up über die Zufahrt rumpeln. Sekunden später kam Travis Settlers Fahrzeug in Sicht.

18.Kapitel
    D as Ungeheuer war zurück!
    Danis Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie war so damit beschäftigt gewesen, den alten Nagel loszubekommen, dass sie den Pick-up nicht gehört hatte. Nachdem er in der vergangenen Nacht nicht zurückgekommen war, hatte sie geglaubt, er werde sie auch den Tag über allein lassen. Doch jetzt polterten seine Stiefel über die knarzenden Bodenbretter der

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