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Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Titel: Deathkiss - Suess schmeckt die Rache Kostenlos Bücher Online Lesen
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ließ. Dani biss sich auf die Unterlippe, um das Zittern zu unterdrücken. Wie sie sich damals gegen die strengen Moralvorstellungen ihrer Mutter aufgelehnt hatte. Vielleicht war das der Grund dafür, dass der Gott, an den Ella so felsenfest glaubte, ihre Mutter zu sich genommen hatte. Um sie, Dani, zu bestrafen. Und womöglich war sie in die Hände dieses Geisteskranken gefallen, weil sie eine so undankbare Tochter gewesen war. Sie verbiss sich ein Schluchzen und blinzelte gegen die heißen Tränen an, die in ihren Augen brannten. Vor diesem Widerling konnte sie, wollte sie nicht zusammenbrechen.
    »Mach schon«, knurrte er.
    Dani sah ihn an. »Was wollen Sie damit?«
    »Das geht dich nichts an.«
    »Ich sagte doch, sie ist tot«, protestierte Dani erneut mit belegter Stimme.
    »Aber deine leibliche Mutter nicht«, fauchte der Entführer. Dani hatte das Gefühl, als würde ihr der Boden unter den Füßen weggerissen. »Die Frau, die du so dringend finden wolltest – sie lebt noch.«
    »Sie wissen, wo sie ist?«, fragte Dani fassungslos, besann sich dann jedoch darauf, diesem Perversen nicht zu trauen. Womöglich war auch dies nur ein mieser Trick.
    Doch dann kam ihr schlagartig die Erkenntnis. Ihr Blick huschte zum Kaminsims, von wo die hübsche junge Frau mit dem kastanienbraunen Haar aus dem Bilderrahmen auf sie herabsah.
    »Kapiert?«, höhnte er.
    Dani sprang auf, griff nach dem Bild und starrte die Frau an, die zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht älter als zwanzig gewesen sein konnte. »Das ist sie, nicht wahr?« Ihr Herz raste. »Wo ist sie? Was wollen Sie ihr antun? Wer sind die Männer auf den anderen Fotos?«
    »Sprich einfach auf das Band, dann passiert niemandem etwas.«
    Dani umklammerte den billigen Rahmen so fest, dass das Metall sich in ihr Fleisch grub. Aber sie war es leid, sich herumkommandieren zu lassen. Ihre leibliche Mutter war irgendwo in der Nähe! Bestimmt! Deswegen hatte der Kerl sie hierher verschleppt. Sie betrachtete erneut das Bild der schönen Frau, die sie zur Welt gebracht und dann weggegeben hatte. Warum? Wer war sie?
    Dieser Mistkerl wusste es.
    Und mit diesem Wissen hatte er sie in die Falle gelockt.
    »Ich sagte, sprich auf das verdammte Band, dann passiert niemandem was!« Er riss ihr grob das Bild aus der Hand. »Dir passiert nichts, deiner Mom passiert nichts und deinem Dad passiert auch nichts.«
    »Meinem Dad? Wissen Sie, wo er ist?«, drang sie in ihn.
    Er schwieg, aber das selbstgefällige Lächeln, das um seine Mundwinkeln spielte, sagte alles.
    »Wo?«
    »Mach dir keine Gedanken darüber.«
    »Wo ist er?« Dann glaubte sie zu begreifen. »Sie reden von meinem leiblichen Vater. Stimmt’s? Aber ich meine meinen Adoptivvater, er ist mein richtiger Vater. Travis Settler. Der andere Typ … Der zählt nicht.«
    In den Augen des Entführers blitzte es flüchtig auf, und seine Nasenflügel schienen sich leicht zu blähen. »Mir egal, wer für dich ›zählt‹ und wer nicht. Sprich aufs Band. Ich gebe dir noch fünf Minuten.« Er warf einen Blick auf die Uhr, dann holte er ein großes Jagdmesser hinter der Kamineinfassung hervor. Langsam zog er die Klinge aus der Scheide. Dani musste an den bluttriefenden Müllsack in dem Lieferwagen denken, mit dem er sie entführt hatte.
    Was hätte sie davon, jetzt ihr Leben zu riskieren, indem sie sich weigerte zu tun, was verlangte?
    Vielleicht war ihre leibliche Mutter steinreich, und er wollte die Aufnahme dazu benutzen, Lösegeld zu fordern.
    Sie nahm das Diktiergerät und überlegte, ob es eine Möglichkeit gäbe, in der Aufnahme einen versteckten Hinweis auf ihren Aufenthaltsort unterzubringen, doch sie wusste ja selbst nicht, wo sie sich befand. Außerdem blieb ihr keine Zeit, lange darüber nachzudenken. Das Einzige, was sie dem Empfänger mitteilen konnte, war, dass sie noch lebte … zumindest zum Zeitpunkt der Aufnahme.
    Der Entführer stand vor ihr, die Arme vor der breiten Brust verschränkt, das Messer in der rechten Hand. Ihr blieb keine Wahl – sie musste tun, was er verlangte.
    Vorerst.
    Aber bald schon würde sie fliehen.
    Inzwischen hatte sie den Nagel in dem Bodenbrett im Schrank fast gelöst.
    Sie schaltete das Diktiergerät ein, und während ein Eichhörnchen über das Dach der verfallenen Hütte huschte, begann sie, laut zu lesen. »Mommy, hilf mir. Bitte, Mommy. Ich habe Angst …«
    Wütend griff er nach dem Diktiergerät, schaltete es aus und spulte das Band zurück. »Dummes Gör!« Er wurde hochrot im

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