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Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Titel: Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl May
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erpressen.Wer feindlich Bollwerk sterbend noch erstieg.Der lebt, und wär’ er tausendmal vergessen.
     
    Denn die Geschichte schreibt mit goldnem StiftUnd mißt Triumphe nicht nach kurzen Jahren.Drum glänzt es fort in heller Flammenschrift:»Der Löwe Sachsens ists mit seinen Schaaren!«
     

1866
     
    Horch! Klingt das nicht wie ferner Donnerschall?Das Schicksal sprüht aus blitzendem Gewitter.Der Hagel wirft vernichtendes Metall,Und tief im Blute stehn die tapfern Schnitter.
     
    Da, wo im Süden hoch die Heimath ragt,Beginnt das Reich, auf morschem Grund zu wanken,Und weil die Faust es ist, die eisern fragt,Hat auch die Antwort eiserne Gedanken.
     
    Es fällt der Schlag mit nie geahnter Wucht;Zertrümmert und in Scherben liegt das Alte.Nur Einer steht, der mitten in der FluchtWohl ahnt, wie es sich wieder neu gestalte.
     
    Die Fahne weht. Den Degen in der Hand,Schaut stolz er nieder auf die braven Seinen.In seinem Herzen liegt ihr Vaterland;Er ist ein Deutscher, will es nicht blos scheinen.
     
    Da klingt ein Horn. Die andern fallen ein,Und ringsum schmettern jubelnde Fanfaren.Wer ist der Held? Wer mögen sie wohl sein?Der Löwe Sachsens ist’s mit seinen Schaaren!
     

1870
     
    Horch! Klingt das nicht wie ferner Trommelschlag?Es geht der Feind zurück auf allen Seiten.In Pulverdampf hüllt sich der heiße Tag,Um, wie ein Sieger sterbend, zu verscheiden.
     
    Dort gegen Abend, wo der Franke haust,Ist mancher deutsche Mann aufs Feld gesunkenUnd hat, von der Kartätschen Sturm umbraust,Aus schwarzem Schlunde ewgen Schlaf getrunken.
     
    Müd’ flackern rings die Feuer der Biwacht;Da ziehn mit festem, abgemessnem SchritteKühntrotzige Gestalten durch die Nacht,Den sieggewohnten Führer in der Mitte.
     
    »Wer sind die Recken, die mit EisenarmDie fränkischen Kohorten niederschlugenUnd in der Feinde dichtgedrängten SchwarmMit starker Faust die Fahne Deutschlands trugen?«
     
    Dem Frager naht ein bärtiger Sergeant,Des Tages Spur in den zerzausten Haaren:»Die Leute, Herr, sind uns gar wohl bekannt;Der Löwe Sachsens ist’s mit seinen Schaaren!«
     

1902
     
    Horch! Klingt das nicht wie ferner Glockenklang?Von Thurm zu Thurm schwingt sich die ernste Kunde:»Es rief mich der, den Keiner noch bezwang;Ich segne Dich, mein Volk, in letzter Stunde!«
     
    Dort, gegen Morgen, wo der Strahl erwacht,Den täglich uns der lichte Himmel sendet,Da hat im Kampfe mit der TodesnachtEin deutscher Held den schwersten Sieg vollendet.
     
    Den Säbel nicht, die Palme in der Hand,Ist er uns abermals vorangegangen,Um dort im heiß erkämpften VaterlandVon Gott, wie hier, die Krone zu empfangen.
     
    Doch, stieg sein Geist empor im Abendroth,So kehrt er mit der Morgenröthe wieder,Und sieht die Heimath er vom Feind bedroht,Kommt er in heilger Rüstung zu uns nieder.
     
    Er zieht mit seinen Mannen uns voran,Daß er noch lebe, uns zu offenbaren,Und durch den Kampf führt er zum Sieg uns dannAls Deutschlands Heldengeist mit seinen Schaaren.
     

Sinnsprüche
     
    Die Auferstehung erfolgt nicht erst nach dem Tode, sondern schon hier. Jeder Gedanke, der sich vom Irdischen löst, um zum Himmel zu streben, ist Auferstehung und Himmelfahrt zugleich.
     
    Sich vom Bösen befreien, ist aller Aufgaben schwerste; wenn es jedoch gelingt, öffnet’s die Seligkeit.
     
    Der wichtigste Tag deines irdischen Lebens ist der allerletzte, der Todestag; aber der entscheidendste kann vor diesem schon jeder andre Tag gewesen sein.
     
    Es gibt ein Geben, das nimmt, und es gibt ein Nehmen, das wie eine liebe Gabe erfreut.
     
    Der Himmel klopft öfter bei uns an als wir bei ihm.
     
    Die Liebe ist die einzige wirkliche Macht; alles andre ist entweder Gewalttätigkeit oder Verschlagenheit.
     
    Die Menschheit lebt das Leben des Einzelmenschen – und er das ihrige.
     
    Die Erde nimmt ohne Dank; Dank kennt nur der Himmel.
     
    Es gibt keinen Tod für den, der ihn nicht zu fürchten braucht.
     
    Ist es denn so schwer zu erkennen, daß vor, hinter und rund um uns die Ewigkeit liegt, von der unsre Zeit nicht einmal ein ganzes kleines Tröpflein ist? Wir leben mitten in der Ewigkeit, und nur der Sprachgebrauch versetzt uns in die willkürlich festgelegte und begrenzte Dauer, der wir den Namen Zeit gegeben haben.
     
    Wer sein altes Heim verläßt, pflegt vorher für ein neues zu sorgen. Hast du dir, wenn du stirbst, eine himmlische Wohnung gesichert?
     
    Die Frage, wo das Paradies einst lag, soll uns nicht quälen. Sobald die Gnade Gottes es uns wieder

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