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Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Titel: Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl May
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– er betet.
    Doch nicht im Worte ruht die Macht des Gebetes, sondern im Glauben, welcher, wenn er der rechte ist, dem Rufe folgt: »Kommt, laßt uns Thaten thun!« Und die schönste, die größeste, die fruchtreichste That heißt Arbeit. Sie allein macht uns geschickt, die Stufen des Daseins emporzuschreiten zur Vollendung, in der die Seligkeit liegt. Kein Kniebeugen, kein Händefalten, kein Augenverdrehen bringt uns zur Vollkommenheit; aber wenn der denkende Geist mit der kräftigen Faust sich vereint zu regem, Gott wohlgefälligem Wirken und Schaffen und der Schall der Arbeit aus allen Richtungen zusammenfluthet zu einem Strom, der brausend seine Fluth zum Himmel trägt, dann stehen wir mitten in der rechten Erfüllung unserer Aufgaben. Bete und arbeite, das heißt: bete, indem Du arbeitest; Arbeit ist das beste Gebet!

Mit Dampf um den Erdbal l
     
    Unsere Erde hat eine runde, kugelförmige Gestalt und besitzt einen Umfang von 5400 deutschen oder 21600 geographischen Meilen. Da zwei Drittheile ihrer 9280000 Quadratmeilen großen Oberflächeaus Wasser bestehen, so muß der größte Theil einer Reise um sie herum zur See vorgenommen werden. Die Schifffahrt befand sich aber bis in das fünfzehnte Jahrhundert hinein nicht auf dem Punkte, der eine solche Reise möglich macht, und so darf es uns nicht wundern, daß man früher die Erde für eine Scheibe und nicht für eine Kugel hielt.
    Zwar hatten verschiedene Gelehrte die Kugelform als einzig richtige und mögliche behauptet; aber diese Behauptung fand ihren unwiderleglichen Beweis erst durch die Entdeckungsfahrten eines Vasko de Gama, Bartholomäus Diaz und Christoph Columbus, ganz besonders aber durch die Expedition Fernao de Magelhaes, welche am 20. September des Jahres 1519 den spanischen Hafen San Lucar verließ und, immer nach Westen segelnd, am 6. September 1522 von Osten her in demselben Hafen wieder landete.
    Diese Expedition hatte also die erste Reise rund um den Erdball vollendet und 2 Jahre, 11 Monate und 17 Tage dazu gebraucht.
    Je mehr sich die Schifffahrt entwickelte, desto kürzer wurde diese Zeit, und heute, wo wir auf den Flügeln des Dampfes die größesten Entfernungen in unglaublich kurzer Zeit zurücklegen, ist es uns geboten, in wenig mehr als 80 Tagen diese Reise zu vollenden.
    Gesetzt, man fährt von Hamburg oder Bremen am 1. Juni ab, so landet man am
13. in
New-York und trifft, die 3285 englische Meilen lange Pacific-Eisenbahn benutzend, am
23. in
San Francisko in Californien ein. Hier steigt man wieder zu Schiffe und landet am 13. Juli zu Yakohama in Japan, am 17. zu Shanghai in China, am
20. in
Hong-kong, Englands chinesischer Besitzung, am
25. in
Singapore, dem berühmten englischen Freihafen, am 30. auf Ceylon, dem »schönsten Garten der Erde,« am 4. August in Aden, dem zweiten Gibraltar der Engländer, am
9. in
Suez und am
15. in
Triest, von wo aus man per Bahn binnen drei Tagen Hamburg wieder erreicht.
    Diese Reise hat auf dem ersten Platze circa 1700 und auf dem zweiten circa 1500 Thaler gekostet. So kostspielig sie erscheint, es ist doch der Zeitgewinn ebenso sehr in Rechnung zu ziehen wie der Umstand, daß durch Schnelligkeit der Bewegung die Eindrücke zusammengerückt und die   gesammelten Anschauungen zu einem enggezeichneten Bilde vereinigt werden.
    Freilich besitzen nur Wenige die Mittel, sich diese Anschauungen anzueignen; aber die Anderen dürfen sich doch trösten mit dem Gedanken, daß wir in einer Zeit leben, in welcher das Wissen des Einzelnen so leicht und schnell Gemeingut Aller werden kann.

Die Helden des Dampfe s
     
    Wie bei fast jeder andern großen Erfindung geschehen ist, hat man auch die Geschichte der Dampfmaschine möglichst weit in das graue Alterthum hinaufzurücken gesucht. Man braucht zwar nicht gerade den Staub der Bibliotheken aufzuwühlen und in vergilbten und zerfressenen Pergamenten herum zu suchen, um zu der Ueberzeugung zu gelangen, daß die alten Griechen und Römer den Dampf ebenso gut gekannt haben wie wir; aber von einer Wahrnehmung, welche Jeder am Kochfeuer des Heerdes machen kann bis zur Regulirung und Ausbeutung dieser gewaltigen Kraft in der heutigen Dampfmaschine ist ein sehr weiter Weg, welchen zurückzulegen lange Jahrhunderte erforderlich waren.
    Die erste Idee zu einer Dampfmaschine könnte man gewissermaßen dem griechischen Mathematiker Heron von Alexandrien, welcher 130 Jahre vor Christi Geburt lebte, zusprechen. Er construirte eine hohle Metallkugel, welche theilweise mit

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