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Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Titel: Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl May
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mit welcher er den Seinen manche Ueberraschung bereitete. Was eben ein Häckchen werden will, das krümmt sich bei Zeiten.
    Er war anfangs für eine wissenschaftliche Laufbahn bestimmt; da aber seine Eltern die dazu nöthigen Kosten nicht aufzubringen vermochten, so trat er in eine mechanische Werkstätte ein, welche er im achtzehnten Lebensjahre mir einer Stelle bei dem berühmten Mechaniker Morgan in London vertauschte.
    Damals brauchte er zur Reise nach London volle zwölf Tage und ahnte wohl schwerlich, daß man sie später mittelst seiner Erfindung in noch nicht zwölf Stunden zurücklegen werde. –
    Nur kurze Zeit später, im Jahre 1758, erhielt er an der Universität Glasgow die Stelle eines Inspektors der Modellsammlung und errichtete, was ihm der damalige Zunftzwang außerhalb des Universitätsgebäudes verwehrte, nun in demselben ein Geschäft als Mechaniker für Maschinenmodelle, Uhren etc.
    Durch das Genie, welches er in seinen Arbeiten zeigte, wurde er mit den hervorragendsten Gelehrten bekannt, unter welchen sich auch der später so bekannt gewordene Dr. Robison befand, dessen Einfluß sehr anregend und wohlthätig für Watt wirkte und der ihm auch das Projekt einer Dampfmaschine zum Treiben von Wagen anvertraute. Aus   jener Zeit stammt auch das Urtheil eines seiner intimsten Bekannten, welches uns einen Blick auf seinen Charakter und in sein Wesen gestattet.
    »Ich wurde,« erzählte er, »durch einige Freunde bei ihm eingeführt und erwartete, einen einfachen Arbeiter in ihm zu sehen. Ich fand auch einen solchen; aber wie sehr fühlte ich mich überrascht, als ich bei näherer Prüfung einen Gelehrten in ihm entdeckte, der, nicht älter als ich, die Fähigkeit besaß, mich über alle Gegenstände der Mechanik und Naturkunde, wonach ich fragte, aufzuklären! Von da an trugen wir jede Schwierigkeit, welche mir oder meinen Gefährten aufstieß, ihm vor, und er war auch stets der Mann, uns aufzuklären; aber für ihn wurde jede solche Frage Veranlassung zu neuem und ernstem Studium, und er ruhte nicht eher, als bis er sich entweder von der Unhaltbarkeit des Gegenstandes überzeugt, oder daraus gemacht hatte, was sich möglicherweise machen ließ. Diese Eigenschaften, verbunden mit der größten Bescheidenheit und Herzensgüte, bewirkten, daß alle seine Bekannten ihm mit eben so großer Liebe und Anhänglichkeit zugethan waren.«
    Schon in den Jahren 1762 und 1763 beschäftigte sich Watt anhaltender mit dem Wesen und der Anwendbarkeit des Dampfes; aber erst das darauf folgende Jahr öffnete ihm die Pforte zu der Laufbahn, auf welcher er seinen rund um die Erde schallenden Ruhm erntete.
    Es wurde ihm nämlich von dem Professor Andersen das Modell einer Newcome’schen Dampfmaschine für Wasserhebung zur Reparatur anvertraut und er entdeckte daran Fehler, mit deren Abstellung er sich sofort und eingehend beschäftigte. Hierbei kam er auf die hervorragendste seiner Entdeckungen, nämlich die Verdichtung des Dampfes in einem besonderen Gefäße (dem Condensator) zu bewirken, welches vom Dampfcylinder gänzlich geschieden war und mit ihm nur durch eine enge Röhre in Verbindung stand. Hieran reihte sich die anderweite Verbesserung, daß er den Kolben des Dampfcylinders nicht mehr durch die atmosphärische Luft, sondern ebenfalls durch den Druck des Dampfes niedertreiben ließ. Zu diesem Zwecke ließ er den Dampf abwechselnd unter und über dem Kolben eintreten und erzeugte den luftleeren Raum, der hierzu nöthig war, durch seine neue Condensations- (Verdichtungs-) Methode.
    Im Jahre 1768 unterstützte ihn ein gewisser Dr. Roebuk, welcher die ausgedehnten Kennealkohlenwerke des Herzogs von Hamilton in Betrieb hatte, mit Geld, so daß es ihm möglich wurde, sein Geschäft aufzugeben und sich als Civilingenieur zu etabliren. Nun, dort in Kennealhouse, brachte er noch in demselben Jahre seine erste Maschine mit einem 18zölligen Dampfcylinder in Gang und wurde 1769 hierfür patentirt.
    Roebuk war förmlich mit ihm associrt und sollte zwei Drittel des Reingewinns erhalten. Bald aber trat er in Folge zerrütteter Vermögensverhältnisse freiwillig zurück, und es glückte Watt, in der Person des ehrenwerthen und reichen Matthias Boulton aus Soho bei Birmingham einen Theilnehmer zu finden, welcher, wie man sagt, volle 50,000 Pfund Sterling für das Unternehmen auslegte.
    Diesem speculativen Manne gelang es im Jahre 1775, Watts Patent bis auf das Jahr 1800 zu verlängern, und nun begannen die großen Erfolge des

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