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Der Abschiedsstein: Das Geheimnis Der Grossen Schwerter 2

Der Abschiedsstein: Das Geheimnis Der Grossen Schwerter 2

Titel: Der Abschiedsstein: Das Geheimnis Der Grossen Schwerter 2 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tad Williams
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Sludig. Binabik übersetzte lächelnd. »Sisqinanamook sagt euch im Namen der Qanuc vom Mintahoq, unseres Hirten und unserer Jägerin, Lebewohl. Sie sagt, die Qanuc hätten in letzter Zeit viel Neues gesehen, und obwohl sich die Welt zum Schlechten verändert, war nicht alles davon schlecht.« Er nickte Sisqi zu, und sie sprach weiter, wobei sie jetzt Sludig ansah.
    »Leb wohl, Rimmersmann«, übersetzte Binabik. »Du bist der freundlichste Crohuck, von dem sie je gehört hat, und keiner aus unserem Stamm, der hier steht, hat noch Angst vor dir. Sag deinem Hirten und deiner Jägerin« – er grinste, vielleicht weil er sich Herzog Isgrimnur als Träger beider Titel vorstellte –, »dass auch die Qanuc ein tapferes Volk sind, zugleich aber ein gerechtes Volk, das den sinnlosen Kampf nicht liebt.«
    Sludig nickte. »Das will ich.«
    Jetzt richtete Sisqi ihre Worte an Simon. »Und du, Schneelocke, hab keine Furcht. Sie wird den Qanuc daheim auf dem Mintahoq, die sich über die Geschichte deines Drachenkampfes wundern, von der Tapferkeit erzählen, deren Zeugin sie geworden ist, und alle anderen hier werden das Gleiche tun.« Er lauschte einen Moment aufmerksam und grinste dann. »Außerdem bittet sie dich dringend, gut auf ihren Zukünftigen zu achten – das bin ich – und deine Tapferkeit zu seiner Sicherheit einzusetzen. Darum bittet sie dich im Namen eurer neuen Freundschaft.«
    Simon war gerührt. »Sag ihr«, erwiderte er langsam, »dass ich ihren Zukünftigen – der mein Freund ist – beschützen werde bis zum Tode und darüber hinaus.«
    Als Binabik seine Worte weitergab, starrte Sisqi Simon ernst und eindringlich an. Sobald der Troll geendet hatte, verbeugte sie sich vor ihnen, steif und voller Stolz. Simon und Sludig erwiderten die Verneigung. Die anderen Qanuc drängten herbei und berührten die Fortgehenden, als wollten sie ihnen etwas mit auf den Weg geben. Simon fand sich umringt von kleinen schwarzhaarigen Köpfen und musste sich aufs Neue ins Gedächtnis zurückrufen, dass die Trolle keine Kinder, sondern erwachsene Männer und Frauen waren, die so tapfer und ernsthaft liebten, kämpften und starben wie nur je ein Ritter aus dem Erkynland. Schwielige Finger drückten seine Hand, und viele freundlich klingende Sätze, deren Worte er nicht verstehen konnte, wurden an ihn gerichtet.
    Sisqi und Binabik hatten sich von den anderen entfernt und waren nach der Schlafhöhle zurückgegangen. Dort war Sisqi für einen Augenblick verschwunden und mit einem langen Speer in der Hand zurückgekommen, dessen Schaft über und über mit Schnitzereien bedeckt war.
    »Hier«, sagte sie. »Dort, wo du hingehst, Geliebter, wirst du ihn brauchen, und es wird länger als neun mal neun Tage dauern, bis du zurückkehrst. Nimm ihn. Ich weiß, dass wir uns wiedersehen werden – wenn die Götter freundlich sind.«
    »Auch wenn sie es nicht sind.« Binabik versuchte zu lächeln, aber es gelang ihm nicht. Er nahm ihr den Speer ab und lehnte ihn an die Höhlenwand. »Möge uns gewährt werden, dass kein Schatten mehrauf uns liegt, wenn wir einander wieder begegnen. Ich werde dich in meinem Herzen halten, Sisqi.«
    »Halt mich jetzt«, sagte sie leise, und sie traten aufeinander zu und umschlangen sich mit den Armen. »Der Blauschlammsee ist kalt in diesem Jahr.«
    »Ich komme ja wieder …«, begann Binabik.
    »Sprich nicht mehr. Unsere Zeit ist kurz.«
    Ihre Gesichter berührten sich und verschwanden in den Kapuzen. So standen sie lange, und beide zitterten.

Zweiter Teil Sturmhand

11
Die Gebeine der Erde

    ies sagte man oft: dass von allen Ländern der Menschen in Osten Ard Hernystir die meisten Geheimnisse barg. Nicht dass das Land selbst sich versteckte wie die sagenhaften Trollfjälle, die hinter dem eisigen Riegel der Weißen Öde lauerten, oder das Land der Wranna, umgeben von trügerischen Sümpfen. Nein, die Geheimnisse, die Hernystir hütete, waren im Herzen seiner Bewohner verborgen oder lagen tief in der Erde unter den sonnigen Wiesen. Von allen Sterblichen hatten die Hernystiri einst die Sithi am besten gekannt und am meisten geliebt. Sie hatten viel von ihnen gelernt, auch wenn das, was die Sithi ihnen beigebracht hatten, jetzt nur noch in alten Balladen erwähnt wurde. Sie hatten auch Handel mit ihnen getrieben und Dinge in ihr heimatliches Grasland zurückgebracht, so kunstreich gefertigt, dass die besten Schmiede und Handwerker des kaiserlichen Nabban nichts Vergleichbares herstellen konnten. Als Gegenleistung

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