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Der Amboss der Sterne

Der Amboss der Sterne

Titel: Der Amboss der Sterne Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Greg Bear
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Phasen der Entwicklung. Eure neuen Partner sind von diesem Typ. Zwischen zehn und zwanzig Komponenten kommen zusammen, um ein intelligentes Individuum zu bilden. Die Komponenten…« – eine einzelne Röhre mit stumpfen Enden und Greifhaken an der einen und tausendfüßlerartigen Beinchen an der anderen Seite -»sind siebzig bis achtzig Zentimeter lang und an sich nicht intelligent, obwohl sie viele soziale und praktische Rollen spielen. Sie sind verantwortlich für das Sammeln von Nahrung, wenn auch nicht für Ackerbau oder Zubereitung von Speisen. Sie sind ferner verantwortlich für Fortpflanzung und Ernährung ihrer Nachkommen. Wenn diese reif werden, führt man sie in die Grundlagen der Bildung von Kombinationen ein; und diese Kombinationen werden dann von voll gereiften Aggregaten erzogen.«
    Weitere Bilder: Aggregate, deren Größe (nach einer menschlichen Silhouette zum Vergleich) von zwei Metern Länge, zehn verbundene Komponenten umfassend, bis zu fünf Metern betrug, bei einer Dicke von fünfzig Zentimetern bis zu einem Meter.
    »Es sind Sauerstoffatmer. Eine Atmosphäre, die beiden Species, Menschen und Aggregaten, bekömmlich ist, wird in allen allgemeinen Räumen des Schiffs aufrecht erhalten, obwohl auch getrennte Quartiere zur Verfügung stehen werden.«
    Martin schaute Hans an. Keine Andeutung einer ausgefallenen Spekulation und keine Spur von irgend etwas außer Schock. Die Fremdartigkeit überforderte Hans’ Erwartungen.
    »Ihre Nahrungsmittel sind für Menschen nicht eßbar, noch genügen eure Speisen ihren Bedürfnissen. Kontakt ist nicht gefährlich, sofern gewisse Regeln befolgt werden. Sie können sozial nicht reagieren jenseits einer beschränkten…«
    »Wie mein Dackel«, krächzte Rex Live Oak. Einige lachten nervös.
    »Ein begrenzter Bereich von Wechselwirkungen mit ihrer eigenen Art, hauptsächlich durch Instinkt geleitet. Komponenten können gefährlich sein, wenn man sie belästigt. Sie können einen schmerzhaften Biß zufügen. Wir wissen noch nicht, wie Toxine dieser Species Menschen schaden können…«
    »Mein Gott, sind sie auch noch giftig?« fragte Rex entsetzt.
    »Das ist möglich. Aber sie werden nicht angreifen, wenn man sie nicht ernsthaft belästigt. Aggregate sind hoch intelligent und komplexer sozialer Wechselwirkungen fähig. Wir sind zuversichtlich, daß sie die menschliche Sprache besser nachahmen können, als Menschen ihre Kommunikationsweisen zu lernen vermögen, die chemisch und akustisch sind. Für eure Sinne sollte ihre Vielfalt von Gerüchen angenehm sein.«
    Das Versprechen angenehmen Geruchs brach nicht viel Eis. Die Crew betrachtete die Bilder mit vor Erstaunen aufgerissenem und kaum verhohlenem Widerwillen.
    »Wie nennen wir sie?« fragte Ariel.
    »Eine gute Frage«, kommentierte Erin Eire. »Ich glaube nicht, daß es eine gute Idee wäre, sie als Schlangen zu bezeichnen.«
    »Oder Würmer«, ergänzte Jeanette Snap Dragon.
    »Was, zum Teufel, sind sie eigentlich?« fragte jemand.
    Die Mutter sagte, ohne das Geheimnis irgendwie zu lüften: »Es sind Aggregat-Intelligenzen.«
    »Was, zum Teufel, ist das?« fragte Rex. »Wie denken sie? Wie kämpfen sie?«
    Hans sagte: »Die richtige Frage lautet, wie – und ob – wir mit ihnen kooperieren werden.«
    Martin trat vor. Er sagte, als ob er Hans direkt herausforderte: »Natürlich werden wir kooperieren.« Hans nahm die Herausforderung an, ohne zu zögern.
    »Martin hat recht. Wir werden zurechtkommen, wie immer man sie nennt. Das bringt uns wieder zu einer früheren Frage. Wie nennen wir sie?«
    Erin Eire unter brach: »Wie werden sie uns nennen?«
    Hans ignorierte sie. »Vorschläge? Die Mütter scheinen das uns zu überlassen. Ich nehme an, sie nennen uns keinen Namen, den wir riechen, geschweige denn aussprechen könnten…«
    Rosa fragte mit einer klar das Gemurmel übertönenden Stimme: »Haben sie Geschlechter?«
    »Die Komponenten können männlich, weiblich oder beides sein, je nach den Umweltbedingungen. Sie setzen alle zwei Jahre zwischen einem und vier Jungen in die Welt. Aggregate betätigen sich nicht sexuell. Sex gibt es nur unter getrennten Komponenten.«
    Die Crew verarbeitete das schweigend. Es wurde immer seltsamer, vielleicht immer alarmierender.
    Paola schlug vor: »Wir könnten die Komponenten Saiten nennen. Die Aggregate wären dann ›Flechten‹.«
    »Gut«, sagte Hans. »Andere Vorschläge?«
    »Wir werden sie Brüder nennen«, sagte Rosa, als ob das endgültig wäre. »Ein neuer Teil

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