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Der Amboss der Sterne

Der Amboss der Sterne

Titel: Der Amboss der Sterne Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Greg Bear
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Fuß über ihren Köpfen.
    Stonemaker sagte: »Meine Komponenten haben sich vermehrt und Shipmaker gemacht. Er ist entweder Bruder oder Sohn, mit dem wir manchmal reden.«
     
    Zwanzig der menschlichen Crew und zwanzig Brüder versammelten sich im Schulraum. Martin konnte die Brüder noch nicht auseinanderhalten. Klicken und Zirpen und Töne gestrichener Violine als Sprache. Rosa Sequoia näherte sich und umarmte einen Bruder. Paola Birdsong sang einem anderen etwas vor. Bei dieser Zusammenkunft herrschte eine Karnevalatmosphäre, die Martin beruhigte. Wie fremdartig die Brüder auch scheinen mochten, es gab genügend gemeinsamen Boden und gefällige Züge für beide Seiten, um eine schnelle und fast leichte Freundschaft zu demonstrieren.
    Ariel blieb nach den ersten zehn Minuten bei Martin stehen und sagte: »Es geht gut.«
    »Scheint so.«
    »Ich dachte, es würde eine Weile dauern.«
    »Ich auch. Sie haben sich noch nicht in Saiten aufgeteilt. Saiten sind nicht ganz so persönlich.«
    »Das hat mir Cham gesagt. Der Unterschied zwischen Tieren und Menschen. Wird das Probleme bringen?«
    Martin schob die Lippen vor, runzelte die Stirn und sagte: »Wahrscheinlich. Ich denke, wir können uns anpassen.«
    Jennifer sagte: »Wir sind schon so lange beisammen gewesen. Es ist nett, jemanden Neuen zu haben, mit dem man reden kann.« Sie ging an Martin und Ariel vorbei. Ein Bruder folgte ihr dicht nach und plapperte in gebrochenem Englisch über Zahlen. Martin roch gekochten Kohl und rümpfte die Nase.
    Giacomo machte mit einer anderen Flechte ein Fingerspiel. Er hob die geschlossene Hand, schüttelte sie zweimal und öffnete zwei Finger. Das Aggregat wich zurück, schüttelte sich mit einem Geräusch wie von Maishülsen, schwenkte den Kopf in einer Achterfigur und sagte: »Ich bin falsch, falsch.«
    Rex Live Oak trat an Martin heran. »Hans wünscht, daß die früheren Bosse in ein paar Minuten in seinem Quartier zusammenkommen.«
     
    Cham und Joe Flatworm begleiteten Martin durch die Verbindungsgänge. Joe war überschwenglich. »Mein Gott, es sind Schlangen, aber sie sind wirklich zauberhaft.«
    »Schlangen, die uns bezaubern, ist das so?« fragte Cham.
    »Viel leichter, als ich dachte«, sagte Joe. »Wir können mit ihnen arbeiten.«
    Hans wirkte düster, als sie in seine Unterkunft kamen. Sie setzten sich in einem offenen Kreis hin, und Hans schloß die Lücke. Rex Live Oak stand mit gefalteten Armen außerhalb des Kreises.
    Hans sagte: »Stonemaker und ich haben uns etwas unterhalten. Sein Englisch ist immer noch am besten. Ich habe nach ihrer Kommandostruktur gefragt. Hier ist das, was ich bisher erfahren habe: Alle paar Tage – unsere Tage, nicht ihre – schaffen sie einen Kommandorat, indem sich Saiten zusammentun, wobei jede Flechte zwei beisteuert. Die verbundenen Saiten bilden eine große glänzende Flechte, die ›Meister der Übereinkunft‹ oder so ähnlich genannt wird. Die benutzt Erinnerungen von allen Flechten und trifft Entscheidungen. Die Saiten übermitteln diese Entscheidungen zurück an ihre Flechten. So etwas wie Erteilen von Befehlen gibt es nicht. Das beunruhigt mich.«
    »Weshalb?« fragte Joe.
    »Weil darin keine Flexibilität steckt. Wie wäre es, wenn wir mitten in einer Krise wären und mit ihnen rasch kommunizieren müßten? Ich denke, sie werden sich an das halten, was ihr Meister der Vereinbarung ihnen gesagt hat, ganz gleich, wie sich die Dinge verändert haben… Solange sie nicht wieder den ganzen Prozeß ablaufen lassen und wir mit dem Meister der Vereinbarung direkt sprechen können, könnte ich keine klare Antwort bekommen.«
    »Denkst du, daß sie das in der Schlacht tun?«
    Hans zuckte die Achseln. »Es ist noch zu früh, das zu sagen; aber es ist nicht zu früh, sich Sorgen zu machen. Das ist alles, was ich zu sagen habe.«
    Cham blickte auf seine übergeschlagenen Beine hinunter und sagte: »Wir sollten herausbekommen, wie ihre Katastrophe gewesen ist. Wo sie versagt haben.«
    »Ich arbeite daran«, sagte Hans. »Martin, du scheinst dich mit keinem von ihnen angefreundet zu haben… Paola und ein paar andere haben schnell Freundschaften geschlossen.«
    »Ich habe auch keine Freundschaften geschlossen«, sagte Joe.
    »Je mehr wir zusammenhalten, desto schneller können wir lernen. Wie in der Ehe«, sagte Hans.
    Joe sagte: »Und wir sollten ihnen helfen, ihnen unsere Sprache besser beizubringen.«
    »Sie sind flink, daran besteht kein Zweifel«, sagte Hans. »Sie könnten

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