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Der Amboss der Sterne

Der Amboss der Sterne

Titel: Der Amboss der Sterne Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Greg Bear
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beeinflussen könnten.
    Ein Treffen nach dem anderen, eine Planungssitzung nach der anderen, Grübeln zwischen Brüdern und Menschen, Vorbereitungen für gemeinsame Übungen, aber trotz intensiver Bemühungen nie ein Sinn für Entschlüsse und volles Verständnis. Das war es, worauf die Verteidiger von Leviathan gehofft hatten. Ein tiefes Gefühl von Unbehagen, viel schlimmer als damals, da die Dämmerungsgleiter sich auf Wormwood hinabgesenkt hatte.
    Leviathan hing in dreieinhalb Lichtmonaten Entfernung als ein beständiges Bild von fünfzehn Welten.
     
    In dem fast leeren Schulzimmer kringelte sich Silken Parts nahe der Sternsphäre zusammen und streckte unter dem Ende seines Rüssels drei Greifsaiten aus, von denen jede ein menschliches Handy hielt. Die ersten drei Klauenpaare längs jeder Saite krümmten sich mit eindrucksvoller Geschicklichkeit um die Handys. Bilder flogen durch die Luft für Stonemaker und Eye on Sky, schneller, als Martin aufnehmen konnte. Die Brüder hatten den Vorteil vielfacher sensorischer Systeme, deren jedes fähig war, zur Assimilation von Flechten zu absorbieren und festzuhalten. Die Unterrichtung der Brüder dauerte weniger als eine Minute. Dann übertrug Silken Parts alle drei Handys auf eine Saite und händigte sie Hakim, Luis und Jennifer aus.
    »Vielen Dank!« sagte Silken Parts und beugte sich zu den menschlichen Beobachtern vor, seinen Kameraden im vereinigten Suchteam sowie Hans, Harpal, Rex, Cham und Martin.
    Hakim stöhnte bewundernd und sagte, während er ein Handy hochhielt zu Silken Parts und Stonemaker: »Es ist frustrierend, Mensch zu sein.« Stonemaker machte ein Geräusch wie Wasser über Kies und sandte einen widerlich süßen Geruch aus. Das war ein Gelächter, das man hören und riechen konnte, worin Martin aber mehr Höflichkeit als Humor vermutete.
    Hakim sagte: »Ich werde die Resultate jetzt für Menschen darstellen. Langsamer, aber mit nicht mehr Freude. Wir haben unsere Fernsonden bis zu ihrer entferntesten Position ausgebreitet, wie von Hans und Stonemaker beschlossen wurde; und wir haben das Leviathansystem nun viel detaillierter gesehen.
    Zivilisation ist erkennbar. Sie ist außerordentlich geschäftig. Zwischen den fünfzehn Welten gibt es ständig Handel, besonders in Nähe des vierten Planeten. Wenn das eine falsche Projektion ist, handelt es sich um ein Meisterstück.
    Jeder Planet ist bewohnt. Die Dichte der Aktivität auf jedem Planeten ist bewundernswert, selbst nach dem, was wir aus dieser Entfernung sehen können. Der Handel zwischen den Welten fließt unablässig und scheint von mannigfaltigen Wesen geführt zu werden. Zumindest ist das meine Vorstellung, und die wird von Silken Parts geteilt.«
    Hakim projizierte Bilder von fünf Planeten, die um seinen Kopf angeordnet waren wie Bälle in einem eingefrorenen Jonglierakt.
    Hakim fuhr fort: »Wir benutzen für jeden Körper Zahlen und griechische Indices. Der erste Planet von Leviathan nach außen ist eine Gesteinswelt. Aber, wie ihr seht, sehr unscharf. Wir glauben, diese Unschärfe kommt durch eine schwere Schicht von Stationen zustande, die im Orbit verankert sind. Wir sehen diesen Planeten unter einem Winkel von sechzig Grad; und die Unschärfe nimmt auf diesem, dem südlichen Rand des Planeten zu, was mir viel Aktivität in der Äquatorebene anzudeuten scheint, vielleicht bis hinaus zur synchronen Bahn. Der Planet ist stark umgestaltet, muß aber früher der Venus in Größe und Zusammensetzung vergleichbar gewesen sein.«
    »Ich nehme an, man wird mehr über diese Halteseile oder was auch immer erfahren, wenn unsere Parallaxe sich ändert«, sagte Hans.
    »Ja. Und ich werde binnen zehn Tagen eine um neunzig Grad verschobene Ansicht haben wegen unserer Geschwindigkeit und seiner Präzession. – er hat einen natürlichen Polarwinkel von dreißig Grad zur Ekliptik – und wegen Änderung der Parallaxe.«
    »Glaubst du, daß es Verteidigungsanlagen gibt?«
    »Es scheint keine zu geben. Falls es Haltekabel sind, könnten es ausgedehnte Wohnanlagen sein – hängende Gebäude. Wie ein solches Netz angebundener Strukturen im Orbit gehalten werden kann, ist eine enorme Herausforderung.«
    »Klingt nach einer geschäftigen Metropole«, bemerkte Harpal. »Warum denkst du, daß es dort mehr als eine intelligente Species gibt?«
    »Tatsächlich postulieren wir nichts dieser Art – sondern nur, daß es Mannigfaltigkeiten intelligenter Formen gibt. Die Mütter sagen uns, daß für eine Zivilisation in

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