Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Der dunkle Turm - Gesamtausgabe

Der dunkle Turm - Gesamtausgabe

Titel: Der dunkle Turm - Gesamtausgabe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Stephen King
Vom Netzwerk:
DANK!«, rief er in den leeren Raum.
    Sheemie sah sich so glücklich um wie Ebenezer Scrooge, der gerade entdeckt hatte, dass die Geister alles in einer einzigen Nacht geschafft hatten, und lief zur Tür, wobei Glassplitter unter seinen Hausschuhsohlen knirschten. Ein spitzer Glasdolch bohrte sich ihm auch prompt in den Fuß – trug Sheemies Tod in seiner Spitze, wenn er’s nur gewusst hätte, sagt Discordia –, aber in seinem Jubel spürte er das nicht einmal. Er flitzte auf den Gang hinaus und weiter die Treppe hinunter.
    Auf dem Treppenabsatz im ersten Stock begegnete Sheemie einer ältlichen Brecherin namens Belle O’Rourke, packte sie an den Schultern und schüttelte sie. »BALKEN SAGT SEINEN DANK!«, brüllte er in ihr benommenes, verständnisloses Gesicht. »BALKEN SAGT, DASS ALLES NOCH GUT WERDEN KANN! NICHT ZU SPÄT! GERADE NOCH RECHTZEITIG!«
    Er rannte weiter, um die frohe Botschaft (jedenfalls war es aus seiner Sicht eine frohe) zu verbreiten, und …
    Auf der Hauptstraße sah Roland erst Eddie Dean, dann Jake Chambers an. »Sie kommen, und hier werden wir es mit ihnen aufnehmen müssen. Wartet auf meinen Befehl; dann bleibt standhaft und wahrhaftig.«
     
     

18
     
    Als Erstes tauchten drei Brecher auf, die in vollem Tempo mit erhobenen Händen auf sie zurannten. Sie überquerten die Hauptstraße, ohne die drei überhaupt wahrzunehmen: Eddie, der im Kassenhäuschen des Filmtheaters The Gem war (er hatte die Scheiben auf drei Seiten mit dem Sandelholzgriff des Revolvers herausgeschlagen, der einst Roland gehört hatte), oder Jake (der in einer Ford-Limousine ohne Motor saß, die vor der Bäckerei geparkt war) oder Roland selbst (hinter einer Schaufensterpuppe in der Auslage von »Gay Paree«-Moden).
    Die Brecher erreichten den jenseitigen Gehsteig und sahen sich verwirrt um.
    Weiter!, sendete Roland ihnen zu. Los, haut ab, nehmt die Gasse, solange ihr noch könnt.
    »Kommt jetzt!«, rief einer von ihnen, und sie rannten die Gasse zwischen dem Drugstore und der Buchhandlung hinunter. Ein weiterer Brecher tauchte auf, dann noch zwei, dann der erste Mann des Wachpersonals: ein Hume-Wächter mit erhobener Pistole neben seinem ängstlichen Gesicht mit den großen Augen. Roland zielte auf ihn … drückte aber noch nicht ab.
    Weitere Angehörige des Wachpersonals kamen zwischen Häusern hervor auf die Hauptstraße gerannt. Sie hielten große Abstände. Wie Roland gehofft und erwartet hatte, setzten sie alles daran, den Strom ihrer Schutzbefohlenen zu begleiten und zu kanalisieren. So versuchten sie zu verhindern, dass aus einer Absetzbewegung eine wilde Flucht wurde.
    »Bildet zwei Reihen!«, rief ein rabenköpfiger Taheen mit summender, atemloser Stimme. »Bildet zwei Reihen und behaltet sie zwischen euch, um eurer Väter willen!«
    Einer der anderen, ein rothaariger Can-Toi, dem das Hemd aus der Hose hing, brüllte: »Was ist mit dem Zaun, Jakli? Was ist, wenn sie in den Zaun rennen?«
    »Lässt sich nicht ändern, Cag. Lass …«
    Bevor der Rabe zu Ende sprechen konnte, wollte ein kreischender Brecher an ihm vorbeirennen, aber der Rabe – Jakli – versetzte ihm einen derart gewaltigen Stoß, dass der arme Kerl mitten auf der Straße hinknallte. »Bleibt beisammen, ihr Würmer!«, fauchte er. »Rennt meinetwegen, aber haltet irgendeine beschissene Art Ordnung!« Als ob es hier irgendeine Ordnung geben könnte, dachte Roland (und das nicht ohne Befriedigung). Dann rief Jakli zu dem Rothaarigen hinüber: »Lass ein paar verbrutzeln, Cag – wenn die anderen das sehen, kehren sie schon freiwillig um!«
    Hätten Eddie oder Jake in diesem Augenblick zu schießen begonnen, hätte das die Sache verkompliziert, aber das tat keiner der beiden. Die drei Revolvermänner beobachteten aus ihren Verstecken, wie aus dem Chaos eine Art Ordnung entstand. Weitere Wachen tauchten auf. Jakli und der Rothaarige verteilten sie auf die beiden Linien, die jetzt einen Korridor von einer Straßenseite zur anderen bildeten. Einige der Brecher entkamen, bevor die zwei Linien standen, aber das waren nur sehr wenige.
    Ein neuer Taheen – einer mit einem Wieselkopf – kam und übernahm den Befehl von jenem rabenköpfigen Jakli. Er schlug einigen rennenden Brechern auf den Rücken und trieb sie dadurch nur noch mehr an.
    Südlich der Hauptstraße erklang ein verwirrter Schrei: »Der Zaun hat ein Loch!« Und dann ein zweiter: »Ich glaube, die Wachen sind tot!« Auf diesen Schrei folgte ein entsetztes Aufheulen, und Roland wusste

Weitere Kostenlose Bücher