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Der galaktische Mahlstrom

Der galaktische Mahlstrom

Titel: Der galaktische Mahlstrom Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Gerrold
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sich für die Unregelmäßigkeiten eines Röntgenstrahlen sprühenden Neutronensterns. Er stellte fest, daß die Unregelmäßigkeiten jedoch nicht von dem Stern selbst, sondern von einem Punkt hinter ihm kamen. Der Neutronenstern befand sich in gerader Linie mit diesem unbekannten Ding und der Erde, und verhinderte so die Sicht darauf.« Er hielt inne, um sich ein Glas Wasser einzuschenken. »Was sie fanden, als sie weit genug waren, um an dem Neutronenstern vorbeizusehen, kann nur als ›galaktisches Grauen‹ bezeichnet werden. Ich weiß nicht, wieviel davon Sie verstehen können. Jedenfalls gibt es dort zwei schwarze Löcher in gegenseitiger Umlaufbahn – wie Bolas. Wissen Sie, was Bolas sind?«
    »Ja. Wir benutzen sie gegen die Wilden. Ich gehörte auch einmal einem Bolateam an.«
    »Nun, diese Bolas sind gewaltig. Jedes Schiff, das ihnen zu nahe kommt, ist verloren. Es ist nicht so sehr, weil sie schließlich in diesen schrecklichen gravitationellen Strudel gezogen werden, sondern weil schon lange zuvor jeder an Bord des Schiffes durch die unvorstellbar hohe harte Strahlung getötet wird. Nicht einmal die wirklich starken Schilde der Enterprise könnten sie zurückhalten. Ein Zehntel Prozent der Strahlung, die sie durchdringen würde, wäre schon ein tausendfach tödliches Quantum.« Seine Stimme wirkte angespannt. »Es tut mir leid, Katwen. Aber wenn es uns nicht gelingt, Ihren Kapitän davon zu überzeugen, daß er sofort seine Maschinen anheizen und den Kurs ändern muß, wird die Wanderer in dreizehn Monaten geradewegs auf die Bolas zutreiben.«
    »Dreizehn Monate? Aber …«
    »Ich weiß, das scheint eine lange Zeit zu sein. Nur muß die Wanderer unbedingt ihren Kurs sofort ändern. Direkt in ihrem gegenwärtigen befindet sich ein Stern mit ungeheuerlich starker Anziehungskraft, die Ihr Schiff in seinen tödlichen Orbit reißen wird – und ein paar Jahre später in die Bolas. Es ist mir klar, daß es nicht so klingt, als sei die Gefahr immanent, aber sie ist es, glauben Sie mir.«
    »Ist Dämonentrick, ja?« sagte Katwen sanft.
    »Wie?« Kirk blickte sie verwirrt an.
    »Genau das, werden sie sagen! Wie könnte ich das Gegenteil beweisen?«
    »Daran haben wir schon gedacht«, versicherte ihr Kirk. »Einige von uns halten es für das beste, einfach einzudringen und die Kontrolle über das Schiff zu übernehmen und zu tun, was notwendig ist, um den Kurs zu ändern. Aber ich finde, das wäre ein Fehler. Wenn wir mit Gewalt vorgingen, würden sowohl Ihre Leute als auch die ›Wilden‹ gegen uns kämpfen. Das wollen wir nicht. Der Alternativplan ist, daß Sie – eine angesehene Bürgerin – Ihren Kapitän in Kenntnis setzen.«
    »Aber die Wilden haben die Antriebsmaschinerie in ihrer Hand. Das ist ja der Grund für den Krieg. Die Rebellen wollten an einem Planeten anhalten, die Besatzung nicht. Die Rebellen kämpften und schalteten die Maschinen ab. Uns fehlt die nötige Energie für den Antrieb, solange das Schiff geteilt ist. Erst muß der Krieg beendet werden, ehe man den Antrieb benutzen kann. Aber wie ließe sich das bewerkstelligen? Sie bilden sich doch nicht ein, Kapitän Kirk, daß man mir glauben wird, wenn ich sage, das Schiff ist verloren, falls wir nicht Frieden schließen?« Plötzlich fiel sie wieder in die Wandererausdrucksweise. »Ist Geschichte. Ist Mann von Dämonen gefangengenommen. Lebt lange Zeit bei ihnen. Warum ihn nicht töten, niemand weiß. Aber er lernt, sie gütige anständige Leute, die Frieden wollen – genau wie wir. So sagt er zumindest. Er kommt zur wirklichen Welt zurück und erzählt. Sagt, Wilde nicht Wilde, sind Brüder. Was glauben, geschieht? Wir machen Frieden? Nein. Wir töten ihn wegen Blasphemie. Hat Gehirnwäsche von Wilden bekommen, sagen wir, darum er nicht mehr wirklich menschlich. Kennen Sie Strafe für Blasphemie? Ist sehr alt. Ist genannt Kreuzigung. Wissen Sie, welche Botschaft Mann zu bringen versucht? Liebt einander! Wir sagen ihm, tu Abbitte, und du stirbst nicht. Er sagt, er kann nicht. Wahrheit ist Wahrheit. Abbitte ändert nicht Wahrheit. Jemand muß Wahrheit sprechen, sonst kennt niemand sie. Er stirbt. Er stirbt für diese zwei Worte! Liebt einander! Ist verrückt, ja? Vielleicht nicht, ich weiß nicht mehr. Geschichte ist sehr alt. Möglicherweise nicht einmal wahr, nur Legende. Aber eines weiß ich: sagt einer, Krieg muß enden, ist er Blasphemist. Und Strafe für Blasphemie ist Tod. Wie auch, Kapitän, ich sterbe. Aber wenn ich Wahl habe, ziehe

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