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Der galaktische Mahlstrom

Der galaktische Mahlstrom

Titel: Der galaktische Mahlstrom Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Gerrold
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stieg sie hinauf. »Ist Abenteuer. Ich versuche es.« Sie beobachtete, wie er sich in den mittleren Kreis stellte und tat es ihm gleich. Dann blickte sie hinunter zu Kirk, Spock und McCoy. »Ich habe etwas zu fragen vergessen: warum hat er so komische Ohren?«
    »Ich erkläre es dir später«, sagte Riley schnell. »Jetzt ist keine Zeit dazu.«
    »Was müssen wir tun?«
    »Du brauchst nur ›Energie‹ zu sagen, wenn du bereit bist, alles andere tut der Mann am Schaltpult.«
    »Energie …«, wollte sie fragen, doch noch ehe sie ein weiteres Wort anfügen konnte, standen sie bereits zwischen den Tanks in der Farm der Wanderer, wo Stokely das Koordinationsmodul angebracht hatte.
    Katwen holte erstaunt Luft. »Wie hat er das gemacht?«
    »Ich dachte, Mr. Spock hätte alles genau erklärt.«
    »Klar wie Kloßbrühe. Ist alter Spruch. Weiß nicht, was Kloßbrühe ist, aber jeder sagt so.« Sie nahm ihn bei der Hand. »Komm mit. Du hast mir deine Welt gezeigt, jetzt zeige ich dir meine.«
     

 
10.
     
    Nachdem sie die Farm verlassen hatten, kamen sie durch scheinbar endlose, nur schwach beleuchtete Korridore, von denen Seitengänge abzweigten, die in der Ferne sanft aufwärts bogen. Entfernt war helleres Licht zu sehen, und Geräusche betriebsamer Tätigkeit zu hören, auch seltsam unharmonische, aber eindringliche Musik.
    Katwen bemerkte, daß Riley lauschte. »Es ist Saison der Besinnlichkeit«, erklärte sie. »Wir haben verschiedene Perioden in der Wanderer, die sich durch die Farbe des Lichtes, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Musik voneinander unterscheiden. In dreizehn Tagen beginnt Saison der Hoffnung. Ist schöne Zeit, sich auf Saison der Hoffnung vorzubereiten.«
    »Hoffentlich«, murmelte Riley. »Uns bleiben nur dreizehn Tage.« Er zögerte kurz, dann fügte er hinzu, »aber wenn wir es schaffen, wird es wirklich eine Saison der Hoffnung, nicht wahr?«
    Katwen antwortete nicht.
    Sie erreichten einen Aufzugsschacht – eine gewaltige Öffnung mit Schienen für acht Wagen. Das Metall glitzerte im Schein der unzähligen Lichter in dem riesigen Schacht, die hoch oben zu einem verschwommenen Leuchten verschmolz. Unten verschluckte sie Düsternis.
    »Es funktionieren nur zwei Wagen«, sagte Katwen, als sie in einen stiegen. Der Aufzug hatte Glaswände, so daß Riley im Hochfahren ein flüchtiger Blick auf jedes Stockwerk vergönnt war.
    »Bekommt ihr alles mit?« fragte er seinen Kommunikator.
    »Kein Problem«, kam die Antwort von der Enterprise . »Wir analysieren bereits. Übrigens hat das ganze Schiff die Möglichkeit, sich auf die Übertragung einzuschalten.«
    Großer Gott, dachte Riley. Laß mich nur jetzt nichts verkehrt machen.
    Der Aufzug hielt an. Sie traten hinaus auf eine Straße mit regem Betrieb. Die Menschen hier waren alle hochgewachsen und ihre Bewegungen graziös. Sie trugen leichte Kleidung in bunten Farben, hauptsächlich Shorts, kurzärmelige Trikothemden, Kilts, einfache Kittel und auch Wickelgewänder; als Fußbekleidung Sandalen oder Slipper. Es schien keine spezielle Mode für Männer und Frauen zu geben, jeder trug offenbar, was ihm persönlich gefiel. Fast alle hatten ihr Haar schulterlang und lose.
    Die »Wanderer« fingen an, Riley zu bemerken.
    Zuerst warfen sie ihm nur kurze neugierige Blicke zu. Dann deutete ein Kind und fragte zu laut: »Mama – wer das?«
    Andere machte diese Frage erst richtig auf ihn aufmerksam.
    Jemand rief erschrocken: »Katwen!«
    Ein anderer überlegte laut: »Ist das Wilder?«
    »Vielleicht ist gefangen?«
    »… Katwen ist muß entkommen …«
    »… ist vermutlich jetzt angesteckt … Ist bekannt, welche Niederträchtigkeiten in unteren Stockwerken …«
    »… ist muß sein Hölle …«
    »Ist gutaussehend – selbst für Dämon …«
    »Psst! Ist wollen angezeigt werden?«
    Katwen ignorierte das Stimmendurcheinander. Sie nahm Riley am Arm und schritt entschlossen über die breite Straße. Die Menge machte ihnen hastig Platz. Ein paar Leute starrten ihnen nach, doch niemand machte Anstalten, ihnen zu folgen.
    Als sie den größten Teil der Menschenmassen hinter sich hatten, hielt Riley Katwen an und musterte sie. »Ist dir nicht gut?« fragte er besorgt.
    Ihre Unterlippe zitterte ganz leicht, aber sie antwortete: »Ist schon in Ordnung. Müssen uns beeilen. Der Kapitän hat inzwischen bestimmt erfahren, daß wir hier sind. Wir dürfen keine Zeit verlieren, aber zuerst müssen wir mit Dr. Hobie sprechen, dem Vorsitzenden des Wissenschaftsrats.«

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