Der Genesis-Plan SIGMA Force
verstorben.«
»Lassen Sie mich raten. Die genauen Todesumstände wurden nie geklärt.«
»Er wurde von einem Wasserbüffel zertrampelt. Das war allerdings weder der erste noch der letzte mysteriöse Todesfall im Dunstkreis der Waalenbergs.« Ihre Augen nahmen einen schmerzlichen Ausdruck an, als sie an ihre Partnerin dachte. »Es wird gemunkelt, in dem Gebiet seien schon zahlreiche Menschen spurlos verschwunden.«
»Trotzdem hat noch niemand einen Durchsuchungsbefehl erwirkt.«
»Sie sollten dabei bedenken, wie unbeständig die Politik Südafrikas ist. Die Regierungen kommen und gehen, der wahre Herrscher aber ist seit jeh das Gold. Die Waalenbergs sind unangreifbar. Das Gold schützt sie besser als jede Privatarmee.«
»Und was ist mit Ihnen?«, fragte Painter. »Warum interessiert sich das MI 5 für die Waalenbergs?«
»Unser Interesse reicht weit zurück. Der britische Geheimdienst beobachtet die Waalenbergs schon seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.«
Painter nahm müde wieder Platz. Mit dem einen Auge hatte er Mühe, scharf zu sehen. Er rieb es behutsam. Da ihm nur allzu deutlich bewusst war, dass Lisa ihn beobachtete, wandte er sich wieder Paula zu. Dass das Hakenkreuz im Wappen der Waalenbergs versteckt war, hatte er noch nicht erwähnt, doch der MI 5 war über diese Verbindung offenbar bereits im Bilde.
»Wir wussten, dass die Waalenbergs die Forschungs- und Lehrgemeinschaft Ahnenerbe der Nazis mit erheblichen Zuwendungen unterstützt haben. Wissen Sie über diese Organisation Bescheid?«
Painter schüttelte den Kopf, was einen Krampf auslöste. Der Kopfschmerz strahlte inzwischen über den Hals bis ins Rückgrat aus. Mit zusammengebissenen Zähnen ertrug er den Schmerz.
»Die Forschungsgemeinschaft Ahnenerbe war Heinrich Himmler unterstellt. Sie suchte nach den Wurzeln der arischen Rasse. Außerdem war sie für einige der abscheulichsten Gräuel verantwortlich, die in Konzentrationslagern und anderen geheimen Einrichtungen begangen wurden. Grob gesagt waren das verrückte Wissenschaftler, die mit Waffen herumgefuchtelt haben.«
Painter musste sich beherrschen, um nicht zusammenzuzucken – diesmal aber war der Auslöser eher psychischer als physischer Natur. Sigma hatte man schon mit ganz ähnlichen Worten charakterisiert. Wissenschaftler mit Waffen . Mit welchem Gegner hatten sie es hier zu tun? Mit einer Naziversion von Sigma?
Lisa meldete sich zu Wort. »Woher rührte das Interesse der Waalenbergs an diesem Forschungszweig?«
»Das können wir nicht genau sagen. Während des Krieges gab es in Südafrika jedoch viele Nazi-Sympathisanten. Wir wissen, dass der gegenwärtige Patriarch, Sir Baldric Waalenberg, sich für Eugenik interessierte und dass er vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten an wissenschaftlichen Konferenzen in Deutschland und Österreich teilgenommen hat. Nach dem Krieg aber verschwand er und nahm die ganze Familie mit.«
»Um seine Wunden zu lecken?«, sagte Painter.
»Das erscheint uns fraglich. Nach dem Krieg suchten die Alliierten in Deutschland nach geheimer Nazitechnologie.« Paula zuckte die Achseln. »Auch die britischen Streitkräfte.«
Painter nickte. Von den Plünderungen hatte ihm bereits Anna berichtet.
»Die Nazis aber verstanden es, einen Gutteil ihrer Technologie verschwinden zu lassen, und verfolgten dabei eine Politik der verbrannten Erde. Sie exekutierten Wissenschaftler, bombardierten Forschungseinrichtungen. In Bayern kamen unsere Streitkräfte um Minuten zu spät. In einem Graben fanden wir einen Wissenschaftler mit Kopfschuss, der noch am Leben war. Bevor er starb, gab er uns ein paar Hinweise. Es wurde dort an einer neuen Energiequelle geforscht, auf die man bei Quantenexperimenten gestoßen war. Offenbar war ihnen ein Durchbruch gelungen. Man hatte eine ungewöhnlich potente Energiequelle entdeckt.«
Painter wechselte einen Blick mit Lisa. Das passte zu Annas Aussagen über die Nullpunktenergie.
»Die Forschungsergebnisse wurden über von den Nazis eingerichtete Schleichwege außer Landes geschmuggelt. Außer der Bezeichnung der Substanz und dem Endziel der Schmuggelaktion ist kaum etwas darüber bekannt.«
»Die Waalenberg-Besitzung?«, riet Lisa.
Paula nickte.
»Und die Bezeichnung der Substanz?«, fragte Painter, obwohl er die Antwort bereits ahnte. »Ging es um Xerum 525?«
Paula blickte überrascht hoch und legte die Stirn in Falten. »Woher wissen Sie das?«
»Die Energiequelle der Glocke«, murmelte Lisa überrascht.
Für Painter aber
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