Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine
Sekretär des Herzogs von Enghien, Simon Féron, sein Kammerdiener, und zwei weitere Bedienstete namens Pierre Poulain und Joseph Canone.
Der Herzog von Enghien zeigte zu Anfang große Furcht davor, nach Paris gebracht zu werden. »Jetzt, da er mich hat«, sagte er, »wird der Erste Konsul mich einsperren lassen. Es verdrießt mich sehr«, fügte er hinzu, »nicht auf Sie geschossen zu haben, Kommandant; ich hätte Sie getötet, Ihre Männer hätten auf mich geschossen, und jetzt wäre für mich alles erledigt.«
Ein mit Stroh gefüllter Karren stand bereit; man hieß die Gefangenen einsteigen und führte sie zwischen zwei Reihen von Füsilieren bis zum Rhein. Dort wurde der Fürst nach Rheinau übergesetzt; zu Fuß ging er weiter nach Plobsheim, und da es inzwischen seit langem Tag war, machte
man dort halt, um zu frühstücken. Nach dem Frühstück stieg der Fürst mit Kommandant Charlot und dem Kavallerieunteroffizier in den Wagen. Ein Gendarm und Oberst von Grünstein bestiegen den Fahrersitz.
Gegen fünf Uhr abends wurde Straßburg erreicht, wo man bei Oberst Charlot abstieg. Eine halbe Stunde später wurde der Herzog in einem Fiaker zur Zitadelle gebracht, wo er auf seine Gefährten traf, die in dem Karren und auf Bauernpferden hergekommen waren.
Der Festungskommandant hatte sie alle in seinem Salon versammelt, in dem Matratzen ausgelegt worden waren; drei Wachen wurden für die ganze Nacht postiert, zwei im Zimmer und eine an der Tür.
Der Fürst schlief schlecht; die Entwicklung der Dinge beunruhigte ihn. Die Ratschläge, die man ihm erteilt hatte, kamen ihm in Erinnerung, und er machte sich Vorwürfe, nicht darauf gehört zu haben.
Am Freitag, dem 16. März, teilte man ihm mit, dass er verlegt werden würde; General Leval, der zuständige Kommandant von Straßburg, und General Fririon, der ihn ausgehoben hatte, suchten ihn auf. Man unterhielt sich gezwungen und mehr als kühl. Der Herzog wurde in den Pavillon gebracht, der zur Rechten liegt, wenn man sich von der Stadt her nähert; durch Nebentüren konnte er von seinem Zimmer aus in die Zimmer der Herren de Thuméry, Schmidt und Jacques gelangen. Doch weder er noch seine Begleiter durften das Haus verlassen.
Man stellte jedoch in Aussicht, er könne in einem kleinen Garten an der Rückseite seines Pavillons spazieren gehen. Zwölf Soldaten und ein Offizier bewachten seine Tür.
Man trennte ihn von Baron von Grünstein, der auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes untergebracht wurde. Diese Trennung erfüllte den Herzog mit großem Schmerz.
Er schrieb an seine Ehefrau. Den Brief übergab er General Leval mit der Bitte, ihn weiterzuleiten.
Er erhielt keine Antwort, und sein Schmerz wurde zu Niedergeschlagenheit. Jede Kommunikation war ihm verboten. Um halb fünf Uhr wurden in seiner Anwesenheit seine Papiere durchsucht, die Oberst Charlot in Begleitung eines Kommissars der Geheimpolizei eröffnete. Man überflog sie flüchtig, teilte sie auf und schickte sie nach Paris.
Um elf Uhr abends ging der Prinz zu Bett, konnte aber nicht schlafen, obwohl er völlig erschöpft war. Der Kommandant der Zitadelle, Major Machin, besuchte ihn, als er schon im Bett lag, und versuchte ihn mit unverbindlichen Höflichkeiten zu trösten.
Am Samstag, dem 17. März, hatte der Herzog von Enghien keine Antwort auf den Brief erhalten, den er der Fürstin von Rohan geschrieben hatte; mittlerweile grenzte sein Zustand an Verzweiflung. Er musste das Protokoll über die Eröffnung seiner Papiere unterzeichnen, und abends erfuhr er, dass er in Begleitung des wachhabenden Offiziers und seiner Mitgefangenen im Garten spazierengehen dürfe.
Er speiste zu Abend und legte sich ruhig schlafen.
Am Sonntag, dem 18. März, wurde der Prinz um halb zwei Uhr morgens geweckt; man ließ ihm kaum Zeit, sich anzukleiden und seine Freunde zum Abschied zu umarmen. Er fuhr allein ab, begleitet von zwei Gendarmerieoffizieren und zwei Gendarmen. Auf der Place de l’Église wartete ein Wagen mit sechs Postpferden, in den man den Herzog schob, worauf Gendarmerieleutnant Petermann und ein Gendarm sich neben ihn setzten, während Wachtmeister Blittersdorf und der zweite Gendarm neben dem Kutscher Platz nahmen.
Die Kutsche mit dem Herzog erreichte am 20. März gegen elf Uhr vormittags die Stadtgrenze von Paris. Dort wartete der Wagen fünf Stunden lang, und in dieser Zeit wurden zweifellos alle Einzelheiten der schrecklichen Tragödie, die bevorstand, festgelegt. Um vier Uhr nachmittags nahm
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