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Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine

Titel: Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alexandre Dumas
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Pichegru brachte er nicht einen Bruchteil des Ressentiments entgegen, das er für Moreau empfand.
    Zudem hätte er es kaum für opportun gehalten, in ebenjenem Augenblick, in dem die Öffentlichkeit ihm die Hinrichtung des Herzogs von Enghien so sehr verübelte, Öl ins Feuer zu gießen und Pichegru des Nachts in seiner Zelle von gedungenen Mördern erdrosseln zu lassen.
    »Ach!«, sagte Bonaparte, als Réal zu ihm zurückkehrte, und schlug mit der Faust auf den Tisch, »wenn man bedenkt, dass er für die Kolonisierung Guyanas nichts weiter von uns verlangte als sechs Millionen Neger und sechs Millionen in Geld!«

43
    Der Prozess
    Wenn die Maßnahmen der Polizei hinsichtlich Georges so vorausschauend waren, dass dem Sicherheitspolizisten Caniolle befohlen werden konnte, am Fuß des Hügels Sainte-Geneviève auf ein Kabriolett mit der Nummer dreiundfünfzig zu warten, das zwischen sieben und acht Uhr abends vorbeifahren würde, wenn er um sieben Uhr dem Kabriolett folgen und sehen konnte, dass es am Eingang eines Gässchens neben einem Obstladen anhielt, wenn um halb acht vier Personen aus dem Gässchen kamen, darunter Georges Cadoudal und Le Ridant, und wenn Georges zuletzt dank der genauen Informationen, die man über ihn besaß, gefasst werden konnte, dann liegt das daran, dass er von seiner Abreise aus London
bis zu seiner Ankunft in Paris und von dem Tag seiner Ankunft bis zum Freitag, dem 9. März, ohne Unterbrechung von dem fähigsten und intelligentesten Spitzel des Citoyen Fouché überwacht wurde, dem sogenannten Limousiner.
    Und weil Fouché wusste, dass Georges sich nicht ohne Gegenwehr ergeben würde, hatte er es nicht darauf ankommen lassen wollen, seinen kostbaren Limousiner dem Zorn des bretonischen Anführers auszusetzen; ohne vorauszusehen, welches Blutbad Cadoudal unter seinen Häschern anrichten würde, hatte er ihn von Familienvätern festnehmen lassen statt durch den ledigen Limousiner.
    Fouché wartete zu Hause auf die Nachricht von Cadoudals Festnahme, die ihm gegen neun Uhr überbracht wurde.
    Er rief den Limousiner aus dem Nebenzimmer. »Sie haben es gehört«, sagte Fouché. »Jetzt müssen wir nur noch Villeneuve und Burban verhaften.«
    »Wann immer Sie wollen. Ich weiß, wo sie wohnen.«
    »Wir können uns Zeit lassen. Verlieren Sie sie nur nicht aus den Augen.«
    »Habe ich Georges aus den Augen verloren?«
    »Nein.«
    »Gestatten Sie mir zu sagen, dass es eine Sache gibt, die Sie aus den Augen verlieren?«
    »Ich?«
    »Ja.«
    »Und was wäre das?«
    »Cadoudals Geld. Als wir aus London aufbrachen, hatte er mehr als hunderttausend Francs bei sich.«
    »Wollen Sie versuchen, dieses Geld aufzustöbern?«
    »Ich tue, was ich kann. Aber nichts verschwindet so schnell wie Geld.«
    »Machen Sie sich noch heute Abend auf die Suche.«
    »Bin ich bis morgen um die gleiche Zeit beurlaubt?«
    »Zufällig bin ich für morgen um die gleiche Zeit mit dem Ersten Konsul verabredet. Es wäre mir kein geringes Vergnügen, alle seine Fragen beantworten zu können.«
    Am nächsten Tag fand Fouché sich um halb zehn Uhr im Tuilerienpalast ein.
    Es geschah dies vor dem Beschluss, den Herzog von Enghien entführen
zu lassen. Indem wir uns mit Georges’ Festnahme befassen, sind wir einen Schritt zurückgegangen.
    Fouché traf den Ersten Konsul ruhig und beinahe vergnügt an.
    »Warum haben Sie mich nicht persönlich von der Festnahme Cadoudals informiert?«, fragte Bonaparte.
    »Schließlich«, erwiderte Fouché, »muss man den anderen auch etwas zu tun übrig lassen.«
    »Wissen Sie, wie sich die Sache abgespielt hat?«
    »Er hat einen der Polizisten namens Buffet getötet und einen anderen namens Caniolle verwundet.«
    »Offenbar sind beide verheiratet.«
    »Ja.«
    »Man muss etwas für die Ehefrauen der armen Teufel tun.«
    »Ich habe daran gedacht: eine Pension für die Witwe und eine Belohnung für die Frau des Verwundeten.«
    »Eigentlich müsste England ihnen dieses Geld auszahlen.«
    »Das wird es auch tun.«
    »Wie das?«
    »England oder Cadoudal. Denn da Cadoudals Geld englisches Geld ist, wird letzten Endes England die Pension bezahlen.«
    »Man hat mir aber gesagt, er habe nur tausend bis zwölfhundert Francs bei sich gehabt und die Durchsuchung seines Quartiers habe nichts erbracht.«
    »Er ist mit hunderttausend Francs aus London abgereist, und seit seiner Ankunft in Paris hat er dreißigtausend ausgegeben. Siebzigtausend waren übrig, und das ist mehr, als für die Pension der Witwe und eine

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