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Der Herr der Ringe

Der Herr der Ringe

Titel: Der Herr der Ringe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: J. R. R. Tolkien
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zusammen, bis er zitternd am Boden lag. »Wir wissen es nicht und wir wollen es nicht wissen«, wimmerte er. »Kamen niemals her; werden niemals wiederkommen.«
    »Es gibt versperrte Türen und verschlossene Fenster in deinem Geist und dunkle Räume hinter ihnen«, sagte Faramir. »Aber in diesem Fall denke ich, dass du die Wahrheit sprichst. Das ist günstig für dich. Welchen Eid willst du schwören, niemals zurückzukehren und niemals irgendein Lebewesen durch Wort oder Zeichen hierherzuführen?«
    »Der Herr weiß es«, sagte Gollum mit einem Seitenblick auf Frodo. »Ja, er weiß es. Wir werden es dem Herrn versprechen, wenn er uns rettet. Wir werden es bei Ihm versprechen, ja.« Er kroch zu Frodos Füßen. »Rette uns, netter Herr!«, wimmerte er. »Sméagol verspricht beim Schatz, verspricht es aufrichtig. Niemals wiederkommen, niemals reden, nein, niemals! Nein, Schatz, nein!«
    »Seid Ihr damit zufrieden?«, fragte Faramir.
    »Ja«, sagte Frodo. »Zumindest müsst Ihr entweder dieses Versprechen annehmen oder Euer Gesetz ausführen. Mehr werdet Ihr nicht erhalten. Aber ich habe ihm versprochen, dass ihm, wenn er zu mir käme, kein Leid geschähe. Und ich möchte mich nicht gern als unaufrichtig erweisen.«
    Faramir überlegte einen Augenblick. »Sehr gut«, sagte er schließlich. »Ich überantworte dich deinem Herrn, Frodo, Drogos Sohn. Er soll erklären, was er mit dir tun will.«
    »Aber, Herr Faramir«, sagte Frodo und verbeugte sich, »Ihr habt bis jetzt noch nicht Euren Entschluss hinsichtlich des besagten Frodo verkündet, und ehe er nicht bekannt ist, kann Frodo keine Pläne für sich oder seine Gefährten festlegen. Euer Urteil war bis zum Morgen hinausgeschoben, doch der Morgen ist jetzt nahe.«
    »Dann will ich meinen Urteilsspruch verkünden«, sagte Faramir. »Was Euch betrifft, Frodo, erkläre ich Euch, soweit es mir mit höherer Genehmigung zusteht, frei im Gebiet von Gondor bis zu den weitesten seiner alten Grenzen; mit der einzigen Ausnahme, dass weder Ihr noch jemand, der Euch begleitet, Erlaubnis hat, ungebeten wieder zu diesem Ort zu kommen. Dieser Urteilsspruch soll ein Jahr und einen Tag gelten und dann enden, es sei denn, dass Ihr vor dieser Zeit nach Minas Tirith kommt und vor dem Herrn und Truchsess der Stadt erscheint. Dann werde ich ihn bitten, zu bestätigen, was ich getan habe, und es lebenslang zu machen. Inzwischen soll, wen immer Ihr unter Euren Schutz nehmt, auch unter meinem Schutz und dem Schirm von Gondor stehen. Seid Ihr befriedigt?«
    Frodo verbeugte sich tief. »Ich bin befriedigt«, sagte er, »und ich stelle mich in Euren Dienst, wenn das für einen so edlen und ehrenvollen Herrn von Wert ist.«
    »Es ist von großem Wert«, sagte Faramir. »Und nehmt Ihr nun dieses Geschöpf Sméagol unter Euren Schutz?«
    »Ich nehme Sméagol unter meinen Schutz«, sagte Frodo. Sam seufzte hörbar; aber nicht über den Austausch von Höflichkeiten, die er, wie es jeder Hobbit tun würde, durchaus billigte. Tatsächlich hätte eine solche Angelegenheit im Auenland sehr viel mehr Worte und Verbeugungen erfordert.
    »Dann sage ich zu dir«, wandte sich Faramir an Gollum, »dass du unter Todesstrafe stehst; aber solange du mit Frodo wanderst, bist du für unseren Teil sicher. Solltest du indes jemals von einem Menschen von Gondor herumirrend und ohne deinen Herrn gefunden werden, soll das Urteil vollstreckt werden. Und möge dich der Tod rasch ereilen, in Gondor oder außerhalb, wenn du ihm nicht gut dienst. Jetzt antworte mir: Wohin willst du gehen?Du warst sein Führer, sagt er. Wohin hast du ihn geführt?« Gollum antwortete nicht.
    »Ich will nicht, dass das geheim bleibt«, sagte Faramir. »Antworte mir, oder ich werde mein Urteil umstoßen.« Gollum antwortete immer noch nicht.
    »Ich werde für ihn antworten«, sagte Frodo. »Er brachte mich zum Schwarzen Tor, wie ich gebeten hatte; aber es war unüberwindbar.«
    »Es gibt kein offenes Tor zum Namenlosen Land«, sagte Faramir.
    »Als wir das sahen, kehrten wir um und gingen auf der Südstraße weiter«, fuhr Frodo fort. »Denn er sagte, es gebe einen Weg in der Nähe von Minas Ithil, oder es könne ihn geben.«
    »Minas Morgul«, sagte Faramir.
    »Ich weiß es nicht genau«, sagte Frodo. »Aber der Pfad klimmt, glaube ich, hinauf ins Gebirge an der Nordseite jenes Tals, in dem die alte Stadt liegt. Er führt hinauf zu einer hohen Schlucht und dann hinunter zu – dem, was jenseits liegt.«
    »Wisst Ihr den Namen dieses hohen

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