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Der Herr der Ringe

Der Herr der Ringe

Titel: Der Herr der Ringe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: J. R. R. Tolkien
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größerer Ehre. Dies ist eine Festung und ein Turm der Wacht und jetzt im Kriegszustand. Wir stehen vor der Sonne auf, essen einen Happen in der Dämmerung und gehen zu unserem Dienst, wenn er beginnt. Doch verzagt nicht!« Er lachte wieder, als er die Verzweiflung in Pippins Gesicht sah. »Diejenigen, die einen schweren Dienst hatten, nehmen im Laufe des Vormittags etwas zu sich, damit sie wieder zu neuen Kräften kommen. Dann gibt es einen Imbiss um die Mittagsstunde oder danach, wie der Dienst es zulässt; und bei Sonnenuntergang versammeln sich die Männer zur Hauptmahlzeit und fröhlichen Unterhaltung, soweit das möglich ist.
    Doch kommt! Wir wollen ein wenig spazierengehen und uns dann nach irgendeiner Erfrischung umsehen, auf der Festungsmauer essen und trinken und den schönen Morgen betrachten.«
    »Einen Augenblick«, sagte Pippin errötend. »Gier oder Hunger, wie Ihr es höflicherweise nennen würdet, ließ es mich vergessen. Gandalf, Mithrandir, wie Ihr ihn nennt, hat mich nämlich gebeten, mich um sein Pferd zu kümmern – Schattenfell, ein prächtiges Ross aus Rohan, der Liebling des Königs, wie es heißt, obwohl er es Mithrandir für seine guten Dienste geschenkt hat. Ich glaube, sein neuer Herr liebt das Tier mehr als manche Menschen, und wenn sein Wohlwollen irgendeinen Wert für diese Stadt hat, dann werdet Ihr Schattenfell mit allen Ehren behandeln: mit noch größerer Freundlichkeit als diesen Hobbit, wenn es möglich ist.«
    »Hobbit?«, fragte Beregond.
    »So nennen wir uns selbst«, sagte Pippin.
    »Das freut mich zu hören«, sagte Beregond. »Denn nun kann ich sagen, dass fremdländische Aussprache eine schöne Redeweise nicht verhindert, und Hobbits sind ein schön sprechendes Volk. Doch kommt jetzt! Ihr sollt mich mit dem guten Pferd bekannt machen. Wir sehen selten Tiere in dieser steinernen Stadt, und ich liebe sie, denn meine Familie kommt aus den Gebirgstälern und stammte ursprünglich aus Ithilien. Doch fürchtet Euch nicht! Der Besuch soll kurz sein, ein bloßer Höflichkeitsbesuch, und von da aus gehen wir dann zu den Schenken.«
    Pippin stellte fest, dass Schattenfell gut untergebracht und versorgt war. Denn im sechsten Ring der Stadt, außerhalb der Mauern der Veste, gab es schöne Ställe für einige wenige schnelle Pferde dicht bei den Unterkünften der reitenden Boten des Herrn: Boten, die immer bereitstanden, um auf dringenden Befehl von Denethor oder seinen Heerführern loszureiten. Doch jetzt waren alle Pferde und Reiter unterwegs.
    Schattenfell wieherte, als Pippin in den Stall kam, und wandte den Kopf. »Guten Morgen«, sagte Pippin. »Gandalf wird kommen, sobald er kann. Er ist beschäftigt, aber er schickt Grüße, und ich soll nachsehen, ob alles gut ist bei dir; und du ruhst dich aus, hoffe ich, nach deinen langen Mühen.«
    Schattenfell warf den Kopf zurück und stampfte. Doch ließ er zu, dass ihm Beregond sanft den Kopf tätschelte und die großen Flanken streichelte.
    »Er sieht aus, als sehne er sich nach einem Wettlauf, und nicht, als sei er eben erst von einem langen Ritt gekommen«, sagte Beregond. »Wie stark und stolz er ist! Wo ist sein Geschirr? Es sollte prächtig und schön sein.«
    »Keins ist prächtig und schön genug für ihn«, sagte Pippin. »Er will keins haben. Wenn er bereit ist, Euch zu tragen, dann trägt er Euch; und wenn nicht, dann wird kein Zaum und kein Zügel, keine Peitsche und kein Riemen ihn gefügig machen. Leb wohl, Schattenfell! Habe Geduld. Die Schlacht kommt.«
    Schattenfell hob den Kopf und wieherte so laut, dass der Stall bebte und sie sich die Ohren zuhielten. Nachdem sie sich überzeugt hatten, dass die Krippe gut gefüllt war, nahmen sie Abschied.
    »Und nun zu unserer Krippe«, sagte Beregond, und er führte Pippin zurück zur Veste und dann zu einer Tür an der Nordseite des großen Turms. Dort stiegen sie eine lange, kühle Treppe hinunter zu einem breiten, von Lampen erleuchteten Gang. Auf beiden Seiten waren Durchreichen, und eine stand offen.
    »Das ist das Vorratshaus und der Ausschank für meine Kompanie der Wache«, sagte Beregond. »Grüß dich, Targon!«, rief er durch die Durchreiche. »Es ist noch früh, aber hier ist ein Neuer, den der Herr in seinen Dienst genommen hat. Er ist lange und weit geritten mit enggeschnalltem Gürtel und hat heute Morgen schwere Arbeit geleistet, und nun ist er hungrig. Gib uns, was du hast!«
    Sie bekamen Brot und Butter, Käse und Äpfel: die letzten aus dem Wintervorrat,

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