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Der Name der Finsternis: Roman (German Edition)

Der Name der Finsternis: Roman (German Edition)

Titel: Der Name der Finsternis: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Franz Binder
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Avatar
    Yortam erhalten, der ihn auf der Reise durch die
Welten der Wahrheit
ins Herz Gottes geführt habe.
    „Avatar Yortam also,“ ließ Kevin King genüsslich auf der Zunge zergehen, „der Avatar Yortam, von dem Sie in Ihrem Buch sprechen?“
    Jason nickte.
    „Wie kommt es dann, dass Avatar Yortam noch im Vorabdruck Ihres Buches im
Star
Nazir Ji hieß. Für all unsere Zuseher, die sich nicht so gut im
    Who’sWho der Adepten auskennen – Nazir Ji ist ein indischer Guru, der in Kalifornien Zentren aufbaute und offenbar auch unseren Howard Jason unterrichtet
    hat, nicht wahr?“
    „Ich habe natürlich von Nazir Ji gehört,“ sagte Jason, „aber ich kenne ihn nicht persönlich. Man hat seinen Namen beim
Star
aus Versehen in meinen
    Bericht eingesetzt, weil er ein den Lesern bekannter Meister ist. Ich aber stehe in direkter Tradition der uralten Adepten, deren Kette in ununterbrochener
    Reihenfolge zurückreicht bis an den Anbeginn der Zeit.“
    Ted und ich sahen uns an, als hätten wir nicht richtig verstanden. Jason reduzierte seine enge Verbundenheit mit Nazir Ji auf einen Tippfehler im
Star
. Er log, ohne mit der Wimper zu zucken. Edith, ohne den Blick vom Bildschirm zu wenden, sagte beiläufig die Antwort hin, die später auch die
    Atmas gaben, wenn die Sprache auf Nazir kam: „Vielleicht wollte sich dieser Nazir Ji nur mit dem Namen Howard Jasons interessant machen. Diese gierigen
    indischen Schwindelgurus sind zu allem fähig.“
    Am anderen Morgen holten wir Jason und Jane vom Flughafen ab. Sie waren von New York nach San Francisco gekommen, um organisatorische Dinge mit uns zu
    besprechen. Wir gratulierten Jason überschwänglich zu seinem Erfolg in der King Show und zeigten ihm die Headlines der Zeitungen.
    „Es ist der Wille der Uralten. Es ist so vorherbestimmt,“ sagte er völlig unbeeindruckt, während Jane vor Stolz fast zu platzen schien.
    „Wir werden uns vor Anfragen nicht mehr retten können,“ meinte Ted.
    „Um dies zu regeln, bin ich hier. Doch vor allem bin ich gekommen, um euch in die höheren Stufen der Liga einzuführen. Das Rad hat sich zu drehen begonnen.
    Niemand wird es mehr aufhalten. Der Mahaguru braucht starke Helfer, die ihm bei seiner gewaltigen Aufgabe beistehen.“
    Noch am gleichen Abend gab er Jane, Edith, Ted und mir die Einweihung in den inneren Kreis der Liga. Das
Buch der Erleuchtung
, in dem die Stufen
    der Einweihung beschrieben sind, war zu dem Zeitpunkt noch nicht erschienen. Daher wussten wir kaum, wie uns geschah.
    Jason rezitierte einige Absätze, die später ins
Buch der Erleuchtung
eingingen und verband uns dann – so jedenfalls erklärte er uns – mit der
    allmächtigen Kraft der uralten Adepten. „Ich werde euch nun ein geheimes Wort mitteilen, einen verborgenen Namen der Macht, den die uralten Adepten über
    die Jahrtausende bewahrt haben. Es ist ein geladenes Mantra, das euch für ewig mit der Macht der Uralten verbindet. Wann immer ihr dieses Mantra denkt oder
    sprecht, werdet ihr erfüllt sein von dieser allmächtigen Kraft, die alles für euch bewirken kann, und ihr werdet unmittelbar mit dem Mahaguru verbunden
    sein.“
    Wir schlossen die Augen und verharrten eine Weile in Stille. Im Gegensatz zu Ted hatte ich nie zuvor meditiert. Mein Verstand schweifte ab, beschäftigte
    sich mit Unwichtigkeiten des Alltags und beschwerte sich über die unbequeme Stellung, in der sich mein Körper befand. Schon nach wenigen Minuten schmerzten
    Beine und Rücken. Ich dachte an den Golfklub, dem ich vor Kurzem beigetreten war, als Jason fortfuhr: „Die heiligste Silbe, die ich euch jetzt offenbare
    und über die ihr zu keinem Uneingeweihten sprechen dürft, heißt Hju.“ Er sprach diesen Laut einmal aus, dann sang er ihn in einem lang gezogenen tiefen
    Ton. Als er damit fertig war, wies er uns an, ebenfalls zu singen. Jane und Edith, die vor Eifer und Ergriffenheit glühten, taten es mit Inbrunst. Auch
    Ted, der grundsätzlich jedes Mantra ausprobierte, das ihm zu Ohren kam, machte mit, mir aber schien es albern, lauthals eine bedeutungslose Silbe zu
    singen. Um keine Blöße zu geben, überwand ich mich und presste das Wort mit brüchiger, leiser Stimme aus mir heraus. Als das Hju über meine Lippen floss,
    spürte ich ein Kribbeln in meinem Körper, das vom Herzen ausströmte und sich rasch in alle Gliedmaßen ausbreitete. Augenblicklich war meine Aufmerksamkeit
    konzentriert. Die Schmerzen in Beinen und Rücken verschwanden. Aus dem diffusen Lichtnebel

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