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Der Schrei der Engel: Thriller (German Edition)

Der Schrei der Engel: Thriller (German Edition)

Titel: Der Schrei der Engel: Thriller (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: R.J. Ellory
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Verletzungen am Schädel.«
    »Und seit wann ist sie tot?«, fragte Parrish.
    »Ich würde sagen, seit zwei, vielleicht zweieinhalb Jahren. Die Mülltonne war nicht luftdicht, so viel ist sicher. Sie hat sich dort einfach zersetzt, so ähnlich, als hätte man sie begraben. Verrottete Kleidungsstücke, verwestes Fleisch. Außerdem ist Wasser eingedrungen und hat das Seine dazugetan.«
    »Die Tonne wurde in einer Seitengasse am Ende der Bay Street gefunden«, sagte Pagliaro. »Irgendein Penner hat sie mit einem Einkaufswagen umgekippt, wobei sich der Deckel löste. Er war ursprünglich mit einem inzwischen verrosteten Draht befestigt. Sobald die Tonne fiel, brach der Boden heraus, und sie lag da.«
    »Ist es realistisch, dass so eine Tonne zwei Jahre in einer Gasse steht, ohne dass jemand etwas bemerkt?«, fragte Parrish.
    Pagliaro setzte einen Gesichtsausdruck auf, der auszudrücken schien: Wer weiß? Kubrick zuckte die Achseln und sagte: »Keine Ahnung. Vielleicht hat die Tonne die ganze Zeit über dort gestanden, vielleicht bloß eine Woche. Der Deckel war mit Draht befestigt, wie Ihr Kollege schon sagte, und wenn das Ding dort bei anderen Mülltonnen und Containern stand, glaube ich nicht, dass zwangsläufig jemand den Verwesungsgeruch bemerkt hätte. Durch den verschlossenen Deckel sind die Ratten abgehalten worden, das steht fest, aber ansonsten … Teufel auch, die Tonne hätte die ganze Zeit über dort stehen können, ohne jemandem aufzufallen.«
    »Wie können wir das Mädchen formell identifizieren?«, fragte Radick.
    »Das können wir nicht«, sagte Kubrick. »Wir könnten einen forensischen Anthropologen hinzuziehen, um anhand des Schädels ihr Gesicht zu rekonstruieren, aber ich sehe kaum Chancen, dafür eine Genehmigung zu bekommen. Natürlich werden wir ihr Gebiss untersuchen, aber soweit ich das erkennen kann, sind daran keine Auffälligkeiten zu entdecken. Die Zähne sind in gutem Zustand: keine unregelmäßigen Zwischenräume, größeren Füllungen oder Engstand. Sie scheint einfach zu den ganz wenigen Menschen zu gehören, die nicht mit drei Jahren auf dem Stuhl eines Kieferorthopäden gelandet sind.«
    Eine Weile herrschte Stille – Pagliaro, Radick und Parrish auf der einen Seite des Tisches, Kubrick auf der anderen, und die verwesten Überreste von jemandes Tochter auf der glatten, rostfreien Stahlfläche zwischen ihnen.
    »Gibt es irgendeine Hoffnung herauszufinden, ob ihr Drogen verabreicht wurden?«, fragte Parrish. »Rohypnol vor allem, oder ein anderes Benzodiazepin?«
    Kubrick schüttelte den Kopf, noch ehe Parrish seine Frage beendet hatte.
    »Keine Chance«, erklärte er. »Man kann es in den Haaren etwa einen Monat lang nachweisen, aber danach nicht mehr. Es verschwindet relativ schnell aus dem System.«
    »Das dachte ich mir schon«, sagte Parrish, dem es nicht gelang, seine Enttäuschung zu verbergen. An Pagliaro gewandt fragte er: »Wie sah es in der Gasse aus?«
    »Die Spurensicherung hat alles gründlich untersucht, aber nichts gefunden außer dem üblichen Müll, den man an solchen Stellen findet. Nichts, das sich hiermit in Verbindung bringen ließe. Was wir haben, ist die Leiche, die Mülltonne, die Handtasche und deren Inhalt. Ich lasse das Handy untersuchen und alles von der SIM-Karte herunterladen, um festzustellen, wen sie angerufen hat und von wem sie angerufen wurde. Auf diese Weise müssten wir den Besitzer des Handys ermitteln können, aber das bedeutet noch nicht, dass es sich bei dem toten Mädchen und dem Besitzer des Handys um dieselbe Person handelt, so wie uns auch der Ausweis keine Garantie gibt, dass wir wirklich Melissa vor uns haben.«
    »Ich kann mich um das Handy kümmern«, sagte Parrish. »Genau genommen ist es ja jetzt mein Fall.«
    »Und ich überlasse ihn dir mit Vergnügen«, erwiderte Pagliaro. »Aber wie du eine formelle Identifizierung durchführen und die Angehörigen informieren willst, weiß der Teufel.«
    »Ich werde zunächst einmal von der Annahme ausgehen, dass wir es wirklich mit Melissa zu tun haben. Mit ihrer Familie werde ich allerdings nicht sprechen, noch nicht … verdammt, vielleicht auch nie. Wir können doch wahrhaftig niemanden hierherbitten, um sie offiziell zu identifizieren …«
    »Ich werde mal sehen, was ich bei den forensischen Anthropologen erreichen kann«, bot Kubrick an. »Manchmal haben wir Leute von der Uni hier, die ein Weilchen umsonst für uns arbeiten, um praktische Erfahrung zu bekommen, verstehen Sie? Sie werden

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