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Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte

Titel: Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Heinrich Buchholtz
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tuht meine geliebte Frl. Schwester Lukrezie recht und wol / antwortete sie / wann sie dieser Anmuhtung sich beständig entschläget / dann bey meiner Frl. Schwester Sibyllen ist das Vermögen / sich vor ihr Häupt dankbarlich zuerzeigen / insonderheit gegen den Durchl. Fürsten Herrn Siegward / dessen Liebe vornehmlich ihrer Ehren Retter gewesen ist; Weil aber der Durchl. Fürst H. Baldrich sich gleich so hoch umb mich verdienet gemacht /und unter seine schuld mich gebracht aber solches zubezahlen weder Gelegenheit noch Krafft habe / ist mein gänzlich tichten / meine herzgeliebete Frl. Schwester Lukrezien an meinen Plaz hinzustellen /der gewissen Zuversicht / sie werde mir diese Bitte nicht versagen / die nach äusserstem Vermögen ohn einige Bedingung zuersetzen / ich mich hiemit wil verpflichtet haben. O wie klungen die ersten Worte so wol vor mich / antwortete Frl. Lukrezie / und hielt ich mich schon gar vor eine loßgesprochene / befinde aber / daß durch die folgenden ich aus der Bach ins Meer gejaget werde / weil ich dorten selb andere / hier aber ganz allein zahlen sol. Nun muß zwar meiner Frau Schwester ich billich zu gehorsam stehen / und ihr gebieten über mich nehmen / ob ich gleich darunter gar erliegen solte / nur werde ich gezwungen / bey hochgedachten Fürsten demühtige Ansuchung zutuhn / daß er mein Unvermögen übersehen / und nit grössere Erstaltung von mir fodern wolle / als meine schwachen Kräffte zulassen. Nicht ist meine Frl. Schwester mir schuldig / sagte Fr. Sophia / aber mir genüget an diesem erbieten / und bitte sehr / sie wollen ihren Tanz länger nicht auffschieben / nachdem ich verhoffe / die wichtige Streitigkeit sey nunmehr beygelegt. Noch eines nur / Fr. Schwester / sagte Frl. Lukrezie /daß ich wissen möge / wie hoch dem Durchl. Fürsten ihretwegen ich müsse verpflichtet seyn. Sie lachete der Frage / und gab zur Antwort: Weil meine Frl. Schwester mir solches abfodert / ist sie dem Fürsten so hoch verschuldet / daß sie ihm volkommene Gewalt zustelle / von ihr nach belieben zufodern / und sie ihm keine Bitte versage / weil dessen Liebe weder ungebührliche noch unmögliche Dinge von ihr begehren wird. Meine Fr. Schwester bedenket es kaum halb / sagte sie / was sie jezt redet / welches ich ihr nach diesem weitläuftiger auslegen werde. Also setzeten sie ihren Tanz in guter Zierligkeit fort / nachgehends liessen die Fürsten sich bey dem Fräulein sitzend nider /und wageten sich / allerhand verliebete Reden vorzutragen / insonderheit Siegward / als welcher in guter Hoffnung stund / noch diesen Abend von seinem Fräulein das unbedingete Jawort zuerhalten; weil aber solches von ihr nicht zuerzwingen wahr / sondern sie auff ihrer heutigen Antwort fest bestund / und ihn zugleich freundlich erinnerte / er möchte alle unständige Eile aus seinem Herzen verbannen / damit alles fein erbar zugehen möchte; machte er sich zu Fr. Sophien /erinnerte sie des in der Höhle getahnen versprechens /daß nach anlangung zu Padua / sie ihr seine Sache bestes vermögens wolte lassen angelegen seyn; dessen möchte sie sich gnädig erinnern / und die Befoderung tuhn / daß die langwierige Brunst ihm das Blut nicht gar austroknete; zwar er befünde das allerliebste Fräulein ihm nicht allerdinge abhold / nur daß sie alles auf ihrer Eltern und Anverwanten Bewilligung aussetzete / welches den Zweifel in seiner Seele immerzu vermehrete; Weil ihm dann nicht unwissend währe / daß Ihre Liebe ihm sein suchen bey hochgedachten Eltern hernähst wol würde erhalten können /welches er aus der ihm gemacheten Hoffnung schliessen müste / bähte er instendig / ihm zufoderst der Fräulein volständige Einwilligung zuerwerbe / damit er aller furchtsamen Angst entnommen / seinen Geistern ruhe und sicherheit erteilen könte. Sie antwortete ihm; daß sie nicht allein ihrer Zusage / sondern auch ihrer schuldigkeit sich wol erinnerte / daher sie schon heut früh mit ihrem Herr Vater alles verabscheidet hätte / dessen gutwilligkeit sie in der Taht verspüret /in dem derselbe alsbald einen reitenden Bohten nach Rom an der Fräulein Eltern / ihren Willen einzuhohlen / abgefärtiget / der mit abgewechselten Pferde Tag uñ Nacht eilen würde; weil aber das meiste bey dem Fräulein selbst stünde / wolte sie hinte ihr Schlasgeselle seyn / und versuchen / wie weit sie es gegen Morgen früh fortsetzen könte / und er sich eine kurze Zeit gerne gedulden würde. Aber saget mir /bitte ich / (taht sie hinzu) / wessen mag der

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