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Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte

Titel: Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Heinrich Buchholtz
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zulegen. Als mir nun unmöglich ist / derselben zuwiderstreben / auch neben meinen lieben Eltern die Gewißheit habe / Eure Liebe werde ausser meiner Wolfahrt durchaus nichts mit mir vornehmen / so untergebe derselben ich mich in dieser Sache / wie in allen andern / ganz und gar / mit Bitte /meiner lieben Eltern stat neben Groß Fürst Herkules zuvertreten / und nach ihrem gutachten zuverfahren. Sie wolte weiter reden / aber Valiska umbfing sie freundlich / küssete ihren Mund zu unterschiedenen mahlen / und sagte zu ihr: Herzallerliebstes Schwesterchen / also wird mein Wunsch erfüllet / daß wir ungetrennet mögen bleiben; und O möchte ich diese Erklärung vor einer halben Stunde gewust haben / alsdann solte der liebe Fürst nit mit solchem Unmut von uns geschieden seyn; aber seyd gebehten / uñ verleihet Fürst Siegwarden ein gut Wort bey Frl. Sibyllen /damit er gleiche Erklärung von ihrer Liebe erhalten möge. Das würde ein lauter überfluß seyn / antwortete sie / massen ich schon weiß / daß ihre Zusage biß an der Eltern Bewilligung sich heraus gelassen hat / so sind sie auch einem andern zimlich geheim / daß mich wundert / woher sie diese Kühnheit genommen / angesehen der grossen Scham / deren sie bißher sich allemahl gebrauchet hat. Gleich traten Frau Sophia und das Fräulein zu ihnen hin / und nach Erzählung / wz jedwede verrichtet / entstund allerseits grosse freude; jedoch bahten die Fräulein / daß den Fürsten ihre Erklärung nicht alsbald möchte zuwissen gemacht werden / hielten mit einander ihr andächtiges Abendgebeht / und legten sich alle viere auff ein Lager. Die Fürsten erzähleten gleicher gestalt einander / wie es mit ihren liebsten Fräulein ihnen ergange währe / insonderheit hielt Siegward seinem Gesellen vor / daß ihrer Liebe Niessung keines weges erfolgen würde /dafern sie nit den Christlichen Glauben annähmen /den sie biß daher so abscheuhlich gehalten / er aber schon so viel von seinem Fräulein verstanden / daß nichts heiligers könte erdacht noch gefunden werden. Ja / sagte Baldrich / unsere Pfaffen müssen gewißlich selbst von andern hintergangen / oder die abgefeimdesten Buben seyn / und in Errichtung solcher Schandlügen nur ihren Nutzen suchen; Dann vorerst geben sie vor / es trete niemand zu dieser Lehre / als offentliche übeltähter / und die von allen Tugendergebenen gehasset werden; ja / keinerley art der Unzucht werde von ihnen / so wol Weibes- als Mannesbildern unterlassen; bey ihren Zusammenkunfften werden so abscheuhliche Laster begangen / wovor ich mich entsetzet / und es nicht anhören mögen. Wer wolte aber von meinem Bruder und Oheim / ja von ihren züchtigen Gemahlen und den Tugendliebenden Fräulein ein solches gedenke / geschweige gläuben können? Dieses alles / antwortete Siegward / ist mir von meiner herzgeliebten Fräulein heut früh auf der Gutsche zu voller gnüge benommen / und dagegen angezeiget /alle ihre Gesetze bestehen in der Ehre des wahren Gottes / des nähesten Liebediensten / und Enthaltung von allen Lastern. Ja nicht allein böse Tahten / sondern auch unzimliche Gedanken / werden ihnen allerdinge verbohten; Sihe Bruder / wer kan solches tadeln? können auch die Götter selbst heiliger leben? Zwar dieses gestund mein Fräulein / dz sie alle unsere Götter vor nichts achten / schalt sie vor ertichtete und allerdinge ohmächtige / und bestätigte / es währe nur ein einziger wahrer Gott / der Himmel und Erden erschaffen / und von Ewigkeit allemahl gewesen sey. Hievon müssen wir nun bessern Bericht einnehmen alsdann können wir uns erklären / was wir tuhn oder lassen wollen. Das allerhärteste in dieser Sache ist dieses / sagte Baldrich / daß ihr Gott keinen andern neben sich leiden wil; ich wolte der Christen Gott gerne ehren / wann ich nur auch die unsern nicht schände dürffte / denen ich mich gleichwol bey den Opfern ehemahl äidlich verbunden habe. Bistu der Meynung sagte Siegward / so mustu dich fertig halten / deiner Götter Gottheit zubeweisen / deßwegen suche hervor / was du irgend weist oder gehöret hast / die Irmen Säul oder den Krodo oder deine Göttin Freia ausgerichtet zuhaben / das der unfehlbaren Gottheit wert sey. Dessen könte noch wol etwas auff die Bahn gebracht werden / antwortete er / wann ichs alles genau überlegen wolte; aber meynestu dann / daß deine Schwedische uñ Gothische Götter / der Thorr /Othin / Methon Wagnost / Haddig / Wodan / Fricko /Rostioff / und Rostar / wie auch deine Göttin Frigga

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