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Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte

Titel: Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Heinrich Buchholtz
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wieder fleissig reinigte / auch viel Unflahts heraus zog; endlich wischete es die Groß Fürstin mit einer zarten Linnewand /gab es Frl. Lukrezien hin / und sagete: Sehet da Frl. Schwester / von nun an lasset euch dieses Herz stets anbefohlen seyn / weil in seiner vorigen unreinigkeit es euch nicht gefallen kunte. Diese wegerte sich dessen gar nicht / sondern / nachdem sie es zu unterschiedenenmahle geküsset / öffnete sie ihre Brust / steckete es in ihre linke Seite / zog ihr eigen Herz wieder heraus / drückete es in meinen Leib hinein / und sagte: Dieser Tausch wird unser keinen gereuen. Zeit dieser begebnis aber sahe ich König Ladisla und meinen Bruder Herkules von ferne stehen / die mit auffgehobenen Händen vor unser beyder Wolfahrt zu Gott im Himmel fleissig behteten / und gedauchte mich / als wann die vorige weisse Taube sich oben auff ihre Finger setzete / uñ nachgehends gen Himmel flöge. Geliebter Bruder antwortete Siegward / hieraus schliesse ich / daß nicht allein durch der Groß Fürstin bemühung / die ich vor sehr heilig halte / wir zum Christentuhm gebracht werden sollen / sondern du auch deiner Fråulein volkommene hulde durch eben ihren vorschub erhalten werdest / Gott gebe / wie es mit meiner Liebe kömt / an welcher ich doch nicht verzweiffeln wil. Betreffend sonst meine Nachtruhe /ist dieselbe auch ungestöret blieben / nur kurz zuvor ehe ich erwachete / sahe ich der Christen Gott mit einem rohten Kreuz / welcher alle meine nichtigen Götter mit einem einzigen Augenwink zur Erden niderschlug / nicht anders / als ob sie durch den Donner währen gerühret worden / dz ich demnach derselben unvermögen schon ja so hoch verlache / als gestriges tages die Groß-Fürstin. Sie macheten sich mit dem Tage von dem Lager auff / legeten Schneweisse seidene Kleider an / mit güldenen Blumen durchwirket /und gingen hin / vor dem bezeichneten Gemache auffzuwarten / biß ihnen geruffen würde. Die Groß Fürstin wahr von Euphrosynen des wolstandes der beyden Fürsten nach Leches begehren schon berichtet /dann sie schlieff diese Nacht abermahl bey Fr. Sophien und den beyden Fräulein / welche sie in ihrer Ruhe liegen ließ / und mit Fr. Sophien hinging in das näheste Gemach / führete die beyden Fürsten mit sich / und fragete kürzlich nach ihrem zustande / und als sie den eigentlichen bericht (ohn was Frl. Lukrezien betraff / welches ihr verschwigen ward) eingenommen hatte / fing sie diese Christliche Rede an: Durchleuchtigste Fürsten / hochgeliebte Herren Oheime und Brüderliche Freunde; ich zweiffele durchaus nicht / es müsse Gottes sonderbahre schickung seyn / welche uns an diesen Ort zusammen geführet hat / umb / eure Seligkeit / welche das höchste Gut ist / und zugleich eure zeitliche Vergnügung / durch gewünschete heyrahten zubefodern / auch hiedurch uns andere / eure näheste Anverwanten höchlich zuerfreuen. Nun weiß ich zwar wol / wie hart es unserm Fleisch und Blute eingehet / wann wir den Glauben / in welchem wir gebohren und aufferzogen sind / fahren lassen / und dagegen einen neuen / entweder zuvor unbekanten / oder doch bey den unsern verhasseten und verflucheten annehmen sollen. Wann wir aber dagegen bedenken /wie eine hohe wichtigkeit diesem oblieget / daß man den wahren Almächtigen Gott recht erkenne / dann so pfleget sich unser Sinn schon in etwas besser zihen zu lassen / insonderheit / wann wir vorerst zu dieser Erkäntnis gelangen / daß nach diesem zeitlichen kurzen Leben unsere Seele nicht verschwindet / sondern entweder zur ewigen Straffe wegen begangener boßheit behalten / oder mit unaufhörlicher Himmels Lust von Gott beseliget werden sol; alsdann wil unser Verstand gerne nachsinnen / wie mans anfahen müsse / daß man der Verdamnis entrissen / und der göttlichen Geselschaft einverleibet werde; aber ohn leit- und führung der himlischen Taube / nehmlich Gottes des Heiligen Geistes / arbeitet man alhie vergebens und umbsonst; dann nachdem der Mensch aus dem Stande der heiligen volkommenheit in die boßhafte Sünde gerahten ist / kan ihm der Weg zur Himmelstühr ohn Gottes gnädige offenbahrung nicht gezeiget werden; massen bloß allein sein heiliges Wort der Brunnen ist /aus dem wir das seligmachende Wasser der geistlichen erkäntnis schöpffen / so dz unsere blinde vernunft hie selbst nicht herschen / sondern sich demühtig vor Gott erzeigen / und demselben sich untergeben / auch gewiß gläuben muß / wessen wir in seinem Worte unterrichtet werden. Wer nun anfangs diese

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