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Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte

Titel: Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Heinrich Buchholtz
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erste Gnade von Gott dem Heiligen Geiste überkommen hat / daß er ihm vornimt / den Christlichen Glauben anzutreten / derselbe muß vorerst solches nicht nur zum schein / oder andern zugefallen tuhn / sondern sein Herz muß sich bloß wegen der Ehre Gottes /und umb seiner eigenen Seligkeit willen darzu schicken / sonst ists nur eine Heucheley / und währe tausend mahl besser / man liesse es gar bleiben; gestaltsam solche vorsezliche Gottes Verächter nach diesem Leben hundert tausendfach mehr und hårter / als die ärgesten Mörder / Räuber und Diebe gestraffet werden. Vors ander muß ihm keiner durch Annehmung des Christentuhms Hoffnung zu zeitlicher Glükseligkeit und Leibes Wollust mache / daß er gedenken wolte / Gott würde ihm wegen dieses Glaubens in diesem Leben allerhand Lust und Freude gönnen und geben / oder er dürffte alsdann schalten und walten /wie es seinem mutwilligen Fleische am besten däuchte. O nein! Unser Gott hat uns wissen lassen / und selbst angedeutet / je lieber ihm ein Kind in dieser Welt sey / je mehr wolle ers unter seiner Straff Ruhte halten / damit er ihn zähme / und von Sünden ableite /in welche wir gemeiniglich durch zeitliches Glük gestürzet werden. Uberdas ist unserm Christentuhm die üppigkeit dermassen zuwider / daß ob gleich jemand die Erkäntniß unsers Gottes erlanget hat / und aber nicht daneben die Laster und Untugend meidet / sihet Gott solche Erkäntniß gar nicht an / sondern straffet ihn nach diesem Leben viel härter / als die unwissenden Heyden / weil ihnen der Wille Gottes bekand ist und sie nur aus Vorsaz dagegen handeln. Sehet ihr meine geliebete Herren Oheimbe und Brüder / dieses habe Euren Liebden ich anfangs vorhalten wollen /worauff sie sich zubedenken haben / ob unter diesen Bedingungen ihnen geliebe / zu der allein seligmachenden Warheit unsers Christlichen Glaubens zu treten / oder ihnen besser gefalle / in ihrem vorigen Heydentuhm zuverbleiben / auff welchen fall ich mich weiter heraus lassen werde; dann ob man zwar billich die Unwissenden zur Erkäntniß der Warheit anmahnet / so muß doch niemand zu dem Glauben gezwungen werden / sondern man muß dem Allerhöchsten ein ungezwungenes freywilliges Herz aufopffern / weil es unmöglich ist / daß bey dem Zwange solte können ein Beyfal und Glaube seyn. Baldrich gab hierauff zur Antwort: Durchleuchtigste Groß Fürstin / gnädige Fr. Schwester / Euer Liebe andächtige und gottfürchtige Reden haben mein Herz dergestalt durchdrungen und zur Begierde der Erkäntniß des wahren Gottes / auch zur Niessung der kunfftigen ewigen Seligkeit hingerissen / daß / ungeachtet aller Widerwertigkeit /Feindschafft / Hasses / Verfolgung / ja des zeitlichen Todes selbst / ich durch des wahren GOttes Beystand bey mir entschlossen bin / mein Häupt nicht sanffte zulegen / noch einiger Händel mich zuunterfangen /biß ich darzu gelanget / uñ den Namen eines Christen empfangen habe; bitte demnach / von wegen unser nahen Blutfreundschafft / Eure Liebe wolle mir hierzu ungeseumet behülflich seyn / gestaltsam auch mein geliebter Bruder Siegward eben den gottseligen Vorsaz hat; Dann nachdem wir unsere verführische Kroden und Irmen-Psaffen auff dieser öffentlichen lügenhafften Verleumdung ertappen / ob solte der ganze Christliche Glaube auff lauter Schande / Unzucht /und viehische Vermischung hinleite / wie sie solches ungescheuhet vorgeben dürffen / und wir dagegen ein widriges handgreiflich befinden / können wir nicht anders schliessen / die Buben ertichten solche Abscheuhligkeiten / nur das Volk dadurch abzuschrecken / damit ihnen ihr Nuz und Vortel nicht entzogen werde; Daß ich nicht einführe / was gestalt wir Gott Lob diese Nacht in Erfahrung gebracht / daß unsere falsche Teuflische Götter gegen der Christen Gott nichts vermögen / sondern dessen Almacht und Straffe unterworffen sind. Also ist nun unser Herz geschikt und begierig / von Euer Liebe zuvernehmen / was ein Christ sey und heisse / was derselbe wissen und gläuben / und wie er sich beydes gegen Gott und Menschen verhalten müsse. Siegward bezeugete auch mit wenigem / dz eben dieses sein herzlicher Wunsch und steiffer Vorsaz währe / und baht umb klare und einfältige Unterrichtung. Worauff die Groß Fürstin also fortfuhr: Nun wolan / geliebte Herren Brüder / so verleihe uns der grundgütige Gott seine Gnade / und erleuchte eure Herzen / daß ihr mein folgendes Vorbringen nicht allein verstehen und fassen / sondern mit uns euer ganzes Leben darnach

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