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Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte

Titel: Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Heinrich Buchholtz
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sprechen / welche wir auff dem Marsplatze zu Rom / als einen Spiegel und Außbund der Weiblichen Klugheit sehen müssen /und kunte das Ungewitter (ja vielleicht nur ein bloßvermeinetes) nicht über sich hinwehen lassen / sondern stürzete sich muhtwillig selbst in den Sumpff des verderbens? wir haben ihren Wiz höher geachtet / als er wert ist. Diesem Ubel vorzubauen / meine Fr. Schwester / lasset uns doch hinte etwas Schirm nehmen; vielleicht wird MorgenSturm und Hagel gelinder / oder verschwindet wol gar. Ein frisches Herz in guten Tagen / kan auch der feigeste erzeigen; ja ich getraue mir / ein Schiff wol zu steuren / wann der Wind mich führet / wohin ich gedenke; und wer könte solches nicht? Wann man aber zwischen Schwertern uñ Spiessen stecket / da hinten und fornen die Pfeile umb uns her fliegen / dañ zeiget sich der Furchtsame schon selber / und stürzet zur Erden ehe er getroffen wird; und ich im Sturme müste als eine unerfahrne gewislich mit samt dem Schiffe verderben. Ey so ergreiffet ein Herz meine Fr. Schwester / und lasset blicken / daß euer Muht nicht nur auff der Zungen /sondern viel tieffer und fester sitze / als daß ein falsches Geschrey ihn stürzen und fellen könne; und trauet mir / daß keine Last so schwer sey / welche durch Vernunfft nicht solte können gehoben und fortgebracht werden. Fr. Sophia antwortete ihr; Herzliebste Schwesterchen; ihr seid bey meiner träue auß der Zunfft dieser KriegsObersten / welche ihren Soldaten zwar einen Muht einsprechen / und des feindes Macht mit Worten zuverkleinern wol abgerichtet sind / aber in die Schlacht kommen sie nicht / sondern stehen nur von ferne / und fechten in Gedanken / da wo ihnen weder Pfeil noch Schwert schaden kan; meinet ihr aber / daß Reden und Tuhn ein Ding sey? O wie wolte ich einem so geherzt zusprechen / wann ich selbst ausser der Gefahr währe! O wie wolte ich einem der aus Kreuz gehefftet ist / die Geduld einpredigen / wann die Schmerzen mich nicht rühreten! Ist dann der Mensch ein unverständiges Tihr / welches ihm nichts zu Gemüht zeuhet? oder ist ein schwaches Weibsbild ein unempfindliches Holz / wann ihr daß genomen wird / welches sie ungleich höher liebet als sich selbst? Ich weiß zwar wol / daß meiner Tapferkeit wegen ich nicht auff den Marsplaz gesetzet bin / sondern auß blosser Gnade; aber versuchet zuvor / was es sey / ein mehres als sich selbst verlieren / ehe ihr mich richtet uñ verdammet; doch die Götter behüten euch davor. Frl. Sibylla wolte ihr nicht zu hart wiedersprechen / sondern dieses schmerzliche Geschwer auffs sanffteste außdrücken / und antwortete also: Meiner Schwacheit / hochgeliebte Fr. Schwester / habe ich sehr gute Kundschafft / und wie leicht mich Unglük niderdrücken kan; weil mir aber eure Großmühtigkeit bekant ist / nimt mich wunder / daß dieselbe so schleunig / und durch ein blosses Geschrey erlieget; habe demnach versuchen wollen / ob mirs glücken würde / daß wie ein kleiner recht angeschlagener Hebebaum einen grossen Block leicht umbwälzet / ich durch mein geringfügiges Einreden euer Herz bewägen möchte / daß sichs an den gewöhnlichen Ort setzete / daraus es getreten ist / und der Wiederwertigkeit troz böhte / welche die Herschafft suchet. Ach mein teures Schwesterchen / sagte jene; meinet ihr dann / daß mein Herz nur aus seiner Stelle gesetzet /uñ noch in mir sey? Ach nein! ich habe es gar verlohre / es ist verschwunden und erloschen wie eine Flamme vom Wasser; dann alles was muhtig in mir wahr /ist mit meinem Ladisla schon Tod und erstorben; ja derselbe wahr mein Muht und mein Herz. Mit welchem Worte ihr eine Ohmacht zustieß / daß man gnug mit ihr zuschaffen hatte / sie wieder zuerquicken; da sie auffs neue anfing / eine solche Trähnenbach zuvergiesse / daß allen anwesenden die Augen übergingen; und endlich das Fräulein abermahl anfing: Hilff Gott /was wird dann endlich draus werden? wollet ihr dann dem Lebendigen die Leichbegängniß halten? sehet da / eine närrische Magd hat euch eine ungegründete Zeitung gebracht / und die muß bey euch mehr gelten /als eure Eltern / und alle die es gut mit euch meynen; In Warheit / ihr verdienet hiemit / daß Herr Ladisla auf seine glükliche Wiederkunfft euch hart genug angreiffe / weil ihrs doch nicht besser haben wollet. Ich meyne / ihr hättet uns versprochen / biß auff eingebrachte gewisse Zeitung ruhig zu seyn / und überhäuffet das Klageleid je länger je hefftiger. Nun nun / antwortete sie / ich muß

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