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Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte

Titel: Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Heinrich Buchholtz
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sagete: Mein Herr; wolte Gott / daß alle Menschen also gesinnet währen / ihren Beleidigern und Feinden so gerne und leicht zuverzeihen; aber nicht alle Gesez lehren uns diese Tugend /und da sie es gleich lehreten / stecket doch der Nachdruk nicht dahinter / daß sie in uns den Gehorsam wirken möchten. Valikules verstund seine Christliche Rede bald / und gab ihm zur Antwort; Er hätte recht geredet / wolte auch daher Ursach nehmen / bessere Kundschafft mit ihm zumachen. Ein ädler Jüngling aus Sizilien saß jhm am nähesten / und fragete ihn /ob er vielleicht eben der Ursachen hie währe / welche sie nach Elis zureisen auffgemahnet hätte; dem er antwortete; jhm währe jhrer Reise Ursach allerdinge unbewust; seine betreffend / hätte er jhm vorgenommen /das hochbeschrihene Griechenland in etwas zu besehen / und nachgehends seinen Weg weiters vorzunehmen / welcher weit uber Meer und Land ginge; dafern es jhnen aber nicht zu wieder / bähte er / jhm zumelden / warumb eine so ansehnliche Geselschafft ädler Jünglinge sich hie beyeinander hielten. Dieser sahe jhn an / und lächelte / sagte bald darauff: Er hielte nicht / daß die Ursach ihrer Gegenwart jemand dieses Orts unwissend seyn könte. Ja antwortete er / solches kan wol seyn; mir aber der ich gestern dieser örter erst angelanget bin / und Griechenland sonsten nie gesehen habe / wird solche Unwissenheit wol können verzihen werden. Warumb nicht? sagte dieser; berichtete ihn darauff / es wurden über acht Tage / die Olympischen Spiele hochfeyrlich gehalten / auff welchen sie sich zu üben willens wåhren. Nun hatte Valikules von diesen Spielen viel gelesen / und wahr froh / daß er denen zuzusehen Gelegenheit bekam; baht demnach /da es ihnen nicht zuwieder / jhn mit in jhre Geselschaft zunehmen; und ob er gleich als ein Spieler sich dabey finden zulassen nicht geübet wåhre / håtte er doch Lust / einen Zuseher zugeben; welches sie jhm dann gerne bewilligten / und zur Nachtruhe freundlich voneinander schieden. Des folgenden Morgens sehr früh / foderte Valikules den Wirt zu sich / und gab ihm zuvernehmen / wie er aus gestrigem Gespräch verstanden / daß er des Christlichen Glaubens nicht unberichtet währe; bähte daher / jhm anzudeute / wo /uñ zu welcher Zeit die Christliche Versamlung zum Gottesdienste angestellet würde / weil er solche zubesuche willens wåhre. Amyntas hatte sein auffrichtiges Herz schon gespüret / wölte sich deswegen vor jhm nicht verbergen / sondern bekennete / er währe ein Christ / wiewol heimlich; und da es jhm gefiele /könte er gleich jezt mit jhm gehen / eine Christliche Predigt anzuhören. Er wahr dessen sehr froh / gingen miteinander / und traff er eine grosse Gemeine an /welche den Gottesdienst in herzlicher Andacht verrichteten. Er hörete der Predigt fleissig zu / und blieb bey dem Gottesdienst / biß das heilige Abendmahl solte gehalten werden / ging hernach zu dem Christlichen Lehrer / gab jhm 50 Kronen / unter die Armen auszuteilen / und baht / daß man seiner im gemeinen Gebeht wolte eingedenke seyn / daß ihm Gott beystehen möchte / ein Weibsbild seines Geblütes von den Räubern entführet / wieder zuerlösen; mit dem Versprechen / dafern er solches von Gott würde erhalten /solte die Christliche Kirche zu Korinth von jhm so viel belegte Baarschafft haben / davon jährlich 3000 Kronen Zinse / zur unterhaltung der Lehrer und Armen könte gehoben werden. Der Lehrer bedankete sich sehr / beydes wegen des empfangenen und versprochenen / und sagte zu jhm: Christlicher Jüngling /eure Andacht bey dem heutigen Gottesdienste / ist mir nicht verborgen gewesen / wodurch ihr euer Herz dem allerhöchsten Gott in wahrem Glauben und rechtschaffenem Gehorsam geopfert habet; jetzo aber lasset jhr euren lebendigen Glauben durch grosse Almosen / deren wir alhie ungewohnet sind / vor den Menschen erscheinen / wodurch euer Vater im Himmel gepreiset wird / welcher euer unvergånglicher Lohn /und kräftiger Schild seyn wil. Unser Gebeht sol euer nicht vergessen / ob uns gleich euer Stand und nahme unbekant ist. Mein Nahme / antwortete er / ist anjetzo Valikules / sonst in Vertrauen gesagt / bin ich Fürsten Standes / uñ durch sonderliche Gnade zum Christentuhm bekehret / worüber meine Eltern mich enterbet; dessen ich doch wenig achte / und vielmehr es vor einen Gewinn rechne / weil ichs umb meines Herrn Christus willen leide; wollet mir demnach verzeihen / daß ich mich nicht allerdinge offenbahre. Der Lehrer wünschete jhm

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