Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte
Beständigkeit im Glauben /und Gottes gnädigen Beystand / mit Verheissung / es würde der Sohn Gottes jhm ohn allen Zweifel in jenem Reiche hundertfältig vergelten / daß er ümb seines Nahmens willen ein irdisches Fürstentuhm hindansetzete / und seinen Heyland über Vater uñ Mutter liebete; die Christliche Gemeine hier / und in anderen ümliegenden Orten solten ihn in allen Versamlungen /auch die verlohrne Fürstin / in das gemeine Gebeht gerne und willig einschliessen. Nach getahner Danksagung vor solches erbieten / nam Valikules abscheid / und ging mit seinem Wirte nach Hause / da derselbe bald darauff von seinen Mitherren zu Rahthause gefodert ward / woselbst er zween grosse ansehnliche Ritter fand / welche bey dem Raht ümb Gehör anhielten; Und als sie vorgelassen wurde / redete der Ansehnlichste / und brachte vor / wie sie gestern bey spätem Abend hieselbst zu Korinth angelanget währen / unter andern Befreundeten / ihren nähesten Blutverwanten und Mutter Bruder / Herrn Akusilaus zu besuchen /vernähmen aber mit Schmerzen / daß derselbe einer Mordtaht fålschlich angegeben wåhre / die sein Hausknecht / ihm unwissend / aus anderer eingeben und getrieb möchte begangen haben. Nun währen sie Ritter / uñ keine Zungendröscher / könten demnach nicht viel Zänkerey machen / aber mit dem / was sie an der Seite führeten / wolten sie behäupten / daß jhr Vetter unbillich und mit höchster Unwarheit angeklaget währe. Der Raht achtete ihr anbringen nicht groß /antwortete: Sie möchten jhre Ritterschafft und gutes Herz ausbieten und anwenden da es gelten wolte / so gut sie immer könten / und jhnen rechtswegen frey stünde; sie ihres teils würden als eine bestalte Obrigkeit sich durch ihre Schwerter gar nicht abschrecken lassen / Recht und Gerechtigkeit zuhandhaben; So wåhre jhr Anverwanter von keinem eigentlich angegeben / sondern die himlische Rache hätte seine Boßheit an den Tag gelegt / und währe die erschlagene Frau ohngefehr in seinem Keller gefunden; auch håtte man grosse Muhtmassung aus des Knechts freywilliger Bekäntnis / daß er Wissenschafft darumb trüge. Der ander Ritter fing an; es möchten die Herren wol zusehen / was sie tähten / dann er hätte gute Nachricht /daß in jhres Vettern Hause zween fremde Kerle eingekehret / deren einer ein rötliches Haar / der ander ein zartes Angesicht gehabt / und noch jung von Jahren gewesen / auff deren Anreizung håtte der Knecht das Weib erschlagen / welches er beweisen wolte / wann er nur erfahren könte / in was Herberge dieselbe anzutreffen währe; massen er wüste / daß sie sich noch in dieser Ringmaur befünden. Amyntas stund im Rahte auff / und baht ümb Vergünstigung / einen Abtrit zunehmen / weil er zu Hause etwas nöhtiges zuverrichten / aus der acht gelassen / wolte sich bald wieder einstellen. Ging hin und erzählete Gallus dieses alles /welcher es seinem Herrn hinterbrachte in Beyseyn der Griechischen Jünglinge. Der verwunderte sich nun höchlich über solche Lügen / ließ den Wirt herein fodern / und als derselbe jhm solches aufs neue erzählet hatte / sagte er ihm Dank; kehrete sich zu der anwesenden Geselschaft / und baht sie / mit jhm vor den Raht zutreten / ümb seine Zeugen zu seyn / dessen /was er mit diesen ehrendiebischen Verleumdern und falschen Rittern handeln würde. Sie gingen miteinander fort / und zeigete Amyntas dem Raht an / daß die beyden fremden / deren diese Ritter meldung getahn /verhande währen / und / ümb gehöret zuwerden /fleissig anhielten. Sie wurden durch den Rahtsdiener bald vorgefodert / und folgeten die Griechischen Jünglinge mit hinein; da Valikules nach freundlicher Begrüssung also redete: Hochweise / ansehnliche Herren; jch / Nahmens Valikules / ein Römischer Ritter / neben gegenwärtigen meinen Diener Gallus / bin vorgestern ümb den Mittag bey dem gefangenen Akusilaus zur Herberge eingekehret / und haben wir beyde sonst keinen Menschen bey uns gehabt / auch niemand fremdes / weder Mannes noch Weibesbilder in der Herberge angetroffen / wie solches alles der mitgefangene Knecht uñ das andere Gesinde werden bezeugen müssen; als ich nun meinete / ich währe bey einem ehrlichen Manne / und in guter Sicherheit / so hat zu meinem sonderlichen Glücke dieser mein Diener ohngefehr angehöret / wie daß gestern derselbe mein Wirt mit seinem Knechte einen gefährlichen Anschlag auff mein Leben gemacht / mich in folgender Nacht zuerwürgen / damit er der Kleinot / deren er bey mir vermuhten wahr /
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