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Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte

Titel: Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Heinrich Buchholtz
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den Knochen abgehauen ward /und er selbst aus Ohmacht niderstürzete. Den lezten ermahnete er / sich zuergeben / oder des Todes zuerwarten. Weil nun derselbe der wehrhaffteste unter allen wahr / dauchte ihn die Bedingung zu herbe / zog von Leder / und erwehrete sich seiner Haut nach Vermögen / bekam aber nach kurzem Gefechte etliche tieffe Wunden / welche ihm an fernerer Gegenwehr hinderlich wahren / dessen Valikules doch nichts achtete / sondern ohn aufhören ihm so gedrange taht /daß er endlich suchete auszureissen / währe auch schier entwischet / wann nicht sein Pferd unter ihm gestrauchelt hätte / daß er drüber gar absatteln muste /da ihm Valikules so nahe auf der Haube wahr / daß er ihm den linken Arm fast gar vom Leibe ablösete / und der Verwundete mit einem harten Geschrey niderstürzete. Also lagen diese vier freche Trotzer im Felde /als währen sie mit der Schleuder dahin geworffen /und kunte ihrer keiner / weder sich selbst / noch den andern helffen / da dann Valikules sich weiter nicht an sie kehren wolte / sondern seine Geselschafft / welche XXXI Mann stark wahr / freundlich baht / sie möchten auff den fall / da es nöhtig seyn würde / ihm das Zeugniß geben / daß er aus Noht gezwungen währe / diesen Kampff anzugehen / dessen er viellieber hätte wollen geübriget seyn. Diese alle hatten sein Gefechte mit höchster Verwunderung angesehen /wünscheten ihm Glük zu seinem heldtähtigen Siege /und verfluchten den übermuht der nidergelegeten Ritter / ermahneten jhn zugleich / sie vollends hinzurichten / damit sie nicht schier heut oder morgen ihm mördlich nachstelleten; er aber gab zur Antwort: währen sie des Lebens wirdig / wolte ers ihnen gönnen /wo nicht / würde ihnen Gottes hand schon den Tod zuschicken / und zogen darauf ihres Weges fort. Nach verlauf einer guten halben Stunde stiessen ihnen drey andere Ritter auff / welche frageten / ob ihnen nicht vier Ritter mit so viel reitenden Dienern begegnet währen; Valikules antwortete freundlich: Ja / sie währen ihnen unlängst begegnet / und da es ihne nit zuwider / möchten sie ihm unbeschweret anzeigen / was sie ihnen wolten. Es sind vier hochmühtige Trotzer /antwortete der eine / und haben mir einen solchen Schimpff bewiesen / welchen ich mit diesen meinen Gehülffen suche zu rächen. Dieser Rache wird mein Herr nicht bedürffen / sagte Valikules / massen ich ihm darinnen zuvor kommen müssen / nachdem sie mir als einem unwirdigen meine Waffen abnehmen wollen. Was vor Hülffe hat dann mein Herr gehabt? fragete der vorige. Währen meine Herren so viel zeitiger kommen / antwortete er / hätte deren Beystandes ich mich höchlich zuerfreuen gehabt / weil ich aber gar allein in diesem Kampf gewesen / habe ich dem lieben Gott und meiner guten Sache trauen müssen /da mein Speer mich an den beyden ersten / und mein Schwert mich an den beyden lezten gerochen / daß sie übel verwundet und zubrochen im Sande liegen blieben sind / wo sonst ihre Diener sie nit in Gewahrsam führen. Die ganze Geselschafft bezeugete / daß es also ergangen währe; Worauff dieser zu Valikules sagete: Gott nehme euch / tapfferer Ritter in seinen Schuz / und müssen diese sehr glükselige und tugendhaffte Eltern seyn / welche einen solchen Held an diese Welt gezeuget haben; Jene freche Buben aber müssen mit dem Leben nicht davon kommen / wo ich sie sonsten noch ertappen kan / nachdem sie mich an meiner Liebesten und an mich selbst dergestalt beleidiget haben / daß sie mir nicht anders als mit dem Leben bezahlen können. Mein Herr / antwortete Valikules / ich bedanke mich beydes des Gottseligen Wunsches und des unverdienten Lobes / und verpflichte mich zu seiner Freundschafft und Diensten. Also ritten sie von einander / und renneten diese drey hin / die ihnen bezeichnete Wahlstatt zubesehen / funden die vier Diener in voller Bemühung / wie sie ihre hart verwundete Herren fortbringen möchten / welche in grossen Schmerzen lagen / insonderheit der ander /so mit dem Speer im Leibe verwundet wahr / als welcher schon mit dem Tode rang. Die drey Ritter jächeten alle Diener / dz sie mit blutigen Köpfen das Hasen-panier auffwurffen / macheten sich hernach zu den Verwundeten / und fragete sie der Beleidigte: was vor ein redlicher Zuchtmeister hat euch verlogenen gottlosen Schelmen den schändlichen Hochmuht und Frevel so statlich eingetrieben. O verzeihet uns / mein Herr / antwortete der zum ersten mahl verwundete / so wir euch heut und eure versprochene Liebste beleidiget

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