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Die Eiserne Festung - 7

Die Eiserne Festung - 7

Titel: Die Eiserne Festung - 7 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Weber
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machen.«
    Mit einem Mal ganz Interesse, das er nicht zu verhehlen versuchte, richtete sich Mahklyn im Sessel kerzengerade auf. Mit Knallquecksilber - der Verbindung, die ein Terraner als Quecksilber(II)-fulminat bezeichnet hätte - würde er nun ganz gewiss nicht arbeiten wollen, und sei es auch nur wegen der potenziellen Gesundheitsgefährdung. Aber dieses Salz hatte einige wirklich äußerst interessante Eigenschaften. Genau wegen dieser Eigenschaften war es auf Terra sehr, sehr lange für Feuerwaffen verwendet worden. Mit Hilfe seines Koms und Owls Unterstützung bei der Recherche hatte Mahklyn das selbst herausgefunden - in einer jener bedauerlicherweise immer häufiger auftretenden Nächte, in denen sein alternder Körper einfach keinen Schlaf hatte finden wollen. Natürlich gab es andere, deutlich ungefährlichere Mittel und Wege, das Gleiche zu erreichen. Aber diese Substanz stand bereits zur Verfügung. Jederzeit könnte sie zum Einsatz kommen - es musste nur jemand die Bandbreite ihrer Möglichkeiten begreifen. Während er Lywys' jüngste Berichte überflogen hatte, war Mahklyn bereits durch den Kopf gegangen, wie er sie wohl unauffällig
    auf wenigstens eine dieser besonderen Eigenschaften hinweisen könnte. War es möglich ...?
    »Bitte fahren Sie fort!«, drängte er seinen Gast.
    »Dieses Zeug ist empfindlich genug, dass man es schon zum Explodieren kriegt, wenn man es bloß fallen lässt. Und das stellt uns natürlich vor einige Probleme«, sagte Seamount. Er beugte sich nun ein wenig vor und gestikulierte mit seiner verstümmelten Hand, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. »Es sollte mich aber sehr überraschen, wenn es zumindest für die meisten dieser Probleme eine Lösung gäbe. Wenn das gelingt ... Rahzhyr, dieses Zeug kann man sogar unter Wasser zur Explosion bringen! Wenn wir eine Möglichkeit finden, das Zeug anständig zu handhaben, könnten unsere Marines ihre Gewehre mitten in einem typischen Tellesberg-Gewitter genauso zuverlässig abfeuern wie an einem trockenen Sommertag! Und nicht nur das: Es würde auch die Verriegelungszeit verringern - Sie wissen schon, die Zeitspanne zwischen dem Aufprall des Hahns und der Explosion der Treibladung. Damit ließe sich die Präzision jedes einzelnen Schusses deutlich steigern!«
    »Ich verstehe.« Nachdrücklich nickte Mahklyn. »Ihr schlauer junger Offizier ist da wirklich auf etwas sehr Wichtiges gestoßen, Ahlfryd. Dem müssen wir unbedingt sofort nachgehen!«
    »Das sehe ich ganz genauso«, bestätigte der Baron, dann stieß er ein Schnauben aus. »Der Bursche ist wirklich schlau! Er hat auch gleich noch eine weitere interessante Anwendungsmöglichkeit für Dr. Lywys' Zündsubstanz gefunden.«
    »Tatsächlich?«
    »Oh ja! Ich halte es tatsächlich für möglich, dass er schon bald die Zunderkästchen-Hersteller arbeitslos machen wird«, führte Seamount aus und lachte leise, als er Mahklyns Verblüffung bemerkte. »Er hat etwas von dieser neuen Substanz an die Spitze eines Holzspans aufgetragen und festgestellt, dass er sich entzündet, wenn man damit über eine raue Oberfläche streicht. Ist schon in mancherlei Hinsicht wie Zauberei. Das verdammte Ding geht fast überall sofort in Flammen auf. Wenn er den Span noch mit ein wenig Paraffin bestreicht, damit genug Brennmaterial vorhanden ist, ist die Substanz am Kopf vor Wasser geschützt. Und das Ganze brennt dann auch noch heißer - und viel länger -, als ich das jemals bei einem Zunderkästchen oder einem Feuerstahl erlebt habe!«
    »Wirklich? Das klingt ja, als könnte man das auch außerhalb der Navy für alles Mögliche verwenden!«
    »Ja, auch wenn das wohl noch ein wenig dauern wird. Das entflammt ein bisschen ... arg heftig, und es sprüht Funken wie verrückt. Man muss richtig vorsichtig sein, wenn man so ein Ding benutzt. Und was den Gestank angeht ...!« Er verzog das Gesicht, dann jedoch grinste er plötzlich. »Irgendwie könnte ich mir vorstellen, dass die ›Vierer-Gruppe‹ der Spitzname nicht begeistern wird, den die Kommission den Dingern verpasst hat.«
    »Was denn für einen?«, fragte Mahklyn nach.
    »Na ja, wegen der Funken und des Gestanks - das riecht wirklich genau wie Schwefel -, haben sie die Dinger ›Shan-wei-Kerzen‹ getauft«, antwortete Seamount und verzog erneut das Gesicht. »Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir andere dazu ermutigen sollten, diesen Spitznamen zu übernehmen, wenn die ›Vierer-Gruppe‹ sowieso schon nichts Besseres zu tun hat, als uns alle

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