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Die Eiserne Festung - 7

Die Eiserne Festung - 7

Titel: Die Eiserne Festung - 7 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Weber
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Erzbischof und sich selbst vorgesehen hatte, wanderte schließlich noch je ein Stückchen Eis (das produzierte Chisholm während der Wintermonate im Überfluss). Sharleyan, die von Baron Green Mountain gelernt hatte, wie man einen guten Whiskey anständig zu genießen hatte, hielt es für eine beklagenswerte charisianische Unart, guten Whiskey mit Eis zu verderben. War sie außergewöhnlich guter Laune, war sie zwar bereit zuzugeben, dass dieser barbarische Brauch angesichts des warmen Klimas, das im Alten Königreich Charis das ganze Jahr über für deutlich höhere Temperaturen sorgte, eine gewisse Berechtigung haben mochte. Aber das machte diese Unart immer noch nicht für anständige Menschen akzeptabel. Ein Spritzer Quellwasser, um das Brennen des Alkohols abzumildern und dafür zu sorgen, dass sich das ganze Bouquet verschiedenster Aromen entfalten konnte, war natürlich etwas ganz anderes.
    »Ach du meine Güte«, seufzte Staynair, die Augen genießerisch halb geschlossen, während er einen Moment später das Glas sinken ließ. »Wisst Ihr, es kommt nicht oft vor, dass etwas tatsächlich seinen Ruf noch übertrifft.«
    »Ich muss zugeben, dass die Destillerien in Chisholm wirklich besser sind als unsere in Charis«, gestand Cayleb. »Ich muss erst das richtige Verkosten üben und meinen Gaumen schulen. Das Gute daran ist, dass ich Jahre brauchen werde, um mich durch alles durchzuprobieren.«
    »Der ist wirklich erstaunlich mild«, bekräftigte Staynair, nahm noch einen Schluck und bewegte ihn einen Augenblick lang im Mund, bevor er schluckte.
    »Er wird dreimal destilliert«, erklärte Cayleb. »Und die meisten Destillerien köhlen auch die Innenseite ihrer Fässer. Die West-Isle-Destillerie liegt knapp außerhalb von Traynside. Sie setzen beim Darren noch ein wenig Torf hinzu - daher dieses leicht rauchige Aroma. Merlin sagt, abgesehen vom Torf würde ihn dieser Whiskey hier an etwas erinnern, das auf Terra Bushmills genannt wurde.«
    »Als er uns das erzählt hat«, sagte Sharleyan leise, »hatte zumindest ich plötzlich deutlich weniger Schwierigkeiten, eine Verbindung zwischen uns hier auf Safehold und der Welt zu sehen, von der wir alle ursprünglich stammen. Nicht nur, dass wir immer noch Whiskey brennen: Nein, jemand, der es damals noch erlebt hat - auf Terra -, erkennt es sofort wieder!«
    »Zumindest erkennt er den Geschmack wieder.« Caylebs schiefes Grinsen barg eine gewisse Traurigkeit. »Anscheinend kann ein PICA Alkohol nicht mehr wirklich schätzen. Und das lässt mich begreifen, was Merlin alles aufgegeben hat, nur um jetzt hier sein zu können.«
    »Amen«, sagte Staynair leise, und dieses eine Wort war ebenso sehr tief empfundenes Gebet wie einfache Zustimmung. Einige Sekunden saß der Erzbischof nur schweigend da und starrte in sein Glas. Dann nahm er einen weiteren Schluck und lehnte sich in seinem Sessel zurück.
    »Wo wir gerade von Merlin sprechen ...«, sagte er und wölbte fragend eine Augenbraue.
    »Zum Mittagessen wird er hier sein«, versicherte Cayleb ihm. »Er kümmert sich gerade um etwas, das mit Ahlber Zhustyn und Graf White Crag zu tun hat.«
    »Ach?« Nun hob sich auch Staynairs zweite Augenbraue.
    Sir Ahlber Zhustyn war das chisholmianische Gegenstück zu Bynzhamyn Raice. Hauwerstat Thompkyn, seines Zeichens Graf White Crag, war Chisholms Lordrichter. Zhustyn und White Crag arbeiteten eng zusammen, weil gemäß charisianischer Tradition die Geheimdiensttätigkeit ein wenig anders verteilt war. Zhustyn war dafür verantwortlich, andere Länder auszuspionieren, während es zu White Crags Aufgaben gehörte, andere Völker davon abzuhalten, Chisholm auszuspionieren.
    »Darf ich fragen, worum es dabei geht?«, erkundigte sich der Erzbischof.
    »Eigentlich leistet er die Vorarbeit für Nahrmahns Besprechung mit den beiden, die für morgen früh anberaumt ist«, erklärte Sharleyan und schnitt eine Grimasse. »Es scheint, als hätte Hauwerstat immer noch ernstliche Schwierigkeiten bei der Vorstellung, Nahrmahn mit offenen Armen zu empfangen. Ständig brummelt er so etwas wie: Er habe so viele Jahre lang alle Hände voll zu tun gehabt, Spione aus Emerald abzuwehren.«
    »Woran das wohl liegen könnte?«, murmelte Staynair trocken.
    »Weiß ich auch nicht«, merkte Cayleb ebenso trocken an. »Ihr hättet die beiden sehen sollen, als wir letztes Jahr auf unserer Reise nach Chisholm in Cherayth Zwischenstation gemacht haben, Maikel!« Er schüttelte den Kopf. »Niemand hätte

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