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Die Eiserne Festung - 7

Die Eiserne Festung - 7

Titel: Die Eiserne Festung - 7 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Weber
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Entscheidung zu fällen. Allerdings hat er, das sollte ich vielleicht hinzufügen, mir auch noch keine Entscheidung mitgeteilt.«
    »Nicht?«
    Cayleb nahm wieder Platz und blickte den Erzbischof unbewegt an. Das Schweigen, das sich über den Raum breitete, schien länger zu währen, als es tatsächlich der Fall war. Endlich verzog der Kaiser das Gesicht.
    »Er hat Euch vielleicht noch keine Entscheidung mitgeteilt, Maikel. Aber ich denke, das wird er sehr bald
    tun müssen.«
    Genau jetzt, schoss es Staynair durch den Kopf, sieht Cayleb seinem Vater selig erschreckend ähnlich. Der Blick aus den braunen Augen wirkte sehr ernst. Und was vielleicht noch viel wichtiger war: Sharleyans Miene war ebenso ernst wie die ihres Mannes.
    »Ich möchte der Bruderschaft gegenüber ja nur ungern öfter als unbedingt notwendig auf den hohen Drachen steigen«, fuhr Cayleb fort, »aber was das hier betrifft, bleibt mir wohl keine andere Wahl. Seit Monaten diskutieren die Brüder über diese eine Entscheidung. Sie haben damit schon angefangen, bevor Ihr nach Emerald gereist seid, in Gottes Namen! Ich kann mir keine weiteren Verzögerungen leisten! Ich muss und werde darauf bestehen, dass sie mir eine Entscheidung mitteilen - und zwar augenblicklich!«
    Einen langen Moment blickte Staynair seine beiden Monarchen nur schweigend an. Dann senkte er in einer ungewohnt förmlichen Geste des Respekts das Haupt. Als er wieder aufblickte, war sein Blick fest.
    »Wenn Ihr eine Entscheidung wünscht, Euer Durchlaucht, dann werdet Ihr auch eine Entscheidung erhalten«, sagte er ernsthaft. »Aber habt Ihr darüber nachgedacht, welche Konsequenzen es hat, wenn die Bruderschaft zustimmt und es ... nicht wie gewünscht verläuft?«
    »Das haben wir«, ergriff Sharleyan das Wort, bevor Cayleb etwas erwidern konnte. Staynair wandte sich ihr zu, und sie hielt seinem Blick mit der gleichen Festigkeit stand wie zuvor ihr Gemahl. »Wenn wir Nahrmahn die Wahrheit erzählen und sich herausstellt, dass wir uns was seine Reaktion angeht getäuscht haben, dann wissen wir beide, was wir zu tun haben, Maikel. Ich bete darum, dass es nicht dazu kommen wird. Falls aber doch, werde ich gewiss den Rest meines Lebens damit verbringen, es zu bereuen und Gott um Vergebung zu bitten. Aber was sein muss, werden wir tun!« Sie verzog die Lippen zu einem freudlosen Lächeln. »Schließlich hatten wir dasselbe Problem bei jedem, den wir aufgenommen haben. Bislang sind wir jedes Mal, wie Cayleb es ausdrückt, auf Gold gestoßen. Ja, sicher, das liegt zumindest zum Teil auch daran, dass die Bruderschaft so langsam vorgeht und immer alles erst so gründlich wie möglich durchdenkt. Aber uns war doch schon immer klar, dass wir früher oder später fast mit Sicherheit einmal einer Täuschung aufsitzen werden. Wir haben auch schon immer gewusst, was der Preis für diese Täuschung ist ... genauso, wie wir bereits akzeptiert haben, dass es einige Leute gibt, denen wir niemals die Wahrheit werden sagen dürfen.«
    »Sehr wohl, Eure Majestät. Ihr werdet Eure Antwort noch heute erhalten, wie auch immer sie ausfallen mag.«
    »Das, Harvai, war köstlich - wie immer«, lobte mehrere Stunden später Sharleyan. Die Dienerschaft war noch dabei, die Dessertteller abräumen. »Sie verziehen uns nach Strich und Faden, wissen Sie? Sie und das ganze Personal. Wahrscheinlich wissen wir Sie deswegen alle so zu schätzen. Wir danken Ihnen ... und bitte richten Sie das auch Mistress Bahr und dem Rest des Küchenpersonals aus.«
    »Sehr wohl, Eure Majestät«, erwiderte Sir Harvai Phalgrain und verneigte sich, ein Lächeln auf den Lippen. Phalgrain, der Haushofmeister des Palastes, sorgte stets dafür, dass der Hof effizient und effektiv geführt wurde. Manch Kommandeur des Militärs beneidete ihn um die Perfektion, mit der er alles organisierte. Angesichts der Gäste, die Seine Durchlaucht der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin, zu diesem Abendessen geladen hatten, hatte er sich persönlich um sämtliche Abläufe gekümmert. Sharleyans Kompliment freute ihn ganz offensichtlich zutiefst.
    »Und jetzt«, ergriff nun Cayleb das Wort, »werden wir uns wohl einen Augenblick um uns selbst kümmern können, Harvai. Lassen Sie einfach nur die Flaschen auf dem Beistelltisch stehen, und falls wir irgendetwas benötigen sollten, werden wir nach Ihnen läuten!«
    Cayleb lächelte freundlich, während er sprach. Phalgrain erwiderte das Lächeln. Dann verneigte sich der Haushofmeister erneut - dieses Mal

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