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Die Eiserne Festung - 7

Die Eiserne Festung - 7

Titel: Die Eiserne Festung - 7 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Weber
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in der Lage, recht zutreffend zu vermuten, um welche einflussreichen Personen es sich handelt. Die Zusammenfassungen, die Ihr mir ausgehändigt hattet, enthielten beispielsweise eine ganze Menge Namen solcher Leute. Darf ich davon ausgehen, dass jemand aus Maikelberg in genau diese Kategorie fällt?«
    »Es gibt sogar mehrere Personen in Maikelberg, die in diese Kategorie fallen, Euer Hoheit.« Merlin verzog das Gesicht. »Glücklicherweise gibt es noch deutlich mehr, die durchaus auch in diese Kategorie hätten fallen können, bei denen es aber eben nicht der Fall ist. Herzog Eastshare, beispielsweise.«
    »Tatsächlich?« Nahrmahn blickte Merlin aufmerksam an, dann nickte er langsam. »Gut. Gut!« Er nickte, jetzt mit noch mehr Nachdruck. »Ich hatte mir das zwar schon gedacht, aber ich bin hocherfreut, es jetzt auch bestätigt zu wissen.«
    »Und nicht nur Ihr allein!«, bemerkte Merlin aus tiefstem Herzen. Dann zuckte mit den Schultern. »Natürlich können wir nicht einfach jemanden festnehmen, wenn wir die zugehörigen Beweismittel - also die Beweise ihres Hochverrats - unmöglich vor Gericht präsentieren können. Wir können aber unser Wissen durchaus dazu nutzen, gewisse als nicht vertrauenswürdig erkannte Personen von ganz besonders heiklen Posten fernzuhalten. Genau das tun wir schon. Aber es gibt eine relativ kleine Gruppe von Personen, von denen wir wissen, dass sie Verräter sind, die wir aber nicht von ihren derzeitigen Posten abberufen können. Dafür bräuchten wir eine absolut stichhaltige, gerichtsverwertbare Rechtfertigung. Zudem gibt es noch andere, die wir, aus den verschiedensten Gründen, nicht abberufen wollen.«
    »Wenn man weiß, wer der Verräter ist, kann man den Informationsfluss steuern«, merkte Nahrmahn an.
    »Ganz genau.« Merlin nickte lebhaft. »Genau diese Überlegung steckt hinter den meisten von Caylebs und Sharleyans Entscheidungen, wenn es darum geht, bestimmte Personen auf ihren derzeitigen Posten zu belassen. Ihre Majestäten werden Euch darum bitten, genau diesen Informationsfluss zu überwachen.«
    Wieder nickte Nahrmahn, und immer noch blickte er nachdenklich zu Merlin auf.
    »Daneben gibt es einen Personenkreis - es handelt sich nur um eine Handvoll Männer -, deren Belassen auf ihren Posten nichts mit der Steuerung von Informationen zu tun hat. Cayleb nennt diese illustre Schar ›Meister Traynyrs spezielle Freunde‹.«
    Erwartungsvoll beobachtete er Nahrmahns Mienenspiel. Einen Moment lang runzelte der Fürst die Stirn, dann nickte er erneut. Ganz offenkundig hatte er die Anspielung auf den legendären Leiter des safeholdianischen Puppentheaters begriffen.
    »Also hat Eure Reise nach Maikelberg etwas mit einer dieser Marionetten zu tun.« Sein Tonfall klang nachdenklich. »Mit jemandem, den Ihr dazu bewegen wollt, etwas zu unternehmen? Oder geht es um jemanden, den Ihr dazu benutzt, jemand anderen zu aktivem Handeln zu bewegen?«
    »Euer Hoheit, ich muss gestehen, es ist mir immer wieder ein Vergnügen, Euch bei der Arbeit zuzusehen«, erwiderte Merlin mit einem breiten Grinsen. »Um ehrlich zu sein, war es mir sogar schon ein Vergnügen, als Ihr noch auf der anderen Seite gestanden habt.«
    »Ich bin entzückt, dass ich Euch so viele Stunden der Freude habe schenken dürfen, Seijin Merlin.« Nahrmahns Tonfall klang knochentrocken. Doch seine Augen funkelten, und Merlin stieß ein Schnauben aus.
    »Gestattet mir, Euch vom edlen Grafen Swayle zu berichten«, sagte er. »Ein wirklich interessanter Bursche. Und seine Freunde sind sogar noch interessanter. Cayleb und Sharleyan - wie ich auch - wüssten es sehr zu schätzen, Eure Meinung über den Grafen zu erfahren. Und, wo wir gerade dabei sind, auch, welche Vorgehensweise ich Eures Erachtens wählen soll, um die eben erwähnte Kleinigkeit diesen Mann betreffend zu erledigen. Wisst Ihr ...«

.VII.
    Erzbischöflicher Palast, Stadt Tairys, Provinz Gletscherherz, Republik Siddarmark
    »Seid Ihr Euch da ganz sicher, Eure Eminenz?«
    Es gelang Pater Gharth Gorjah nicht, sich seine Vorbehalte nicht anmerken zu lassen. Zhasyn Cahnyr lächelte milde. Gorjah war kaum halb so alt wie er und war schon für den Erzbischof tätig, seit er das Priesterseminar abgeschlossen hatte. Er war mit allen Fertigkeiten vertraut, derer ein anständiger Sekretär bedurfte. Cahnyr zweifelte nicht daran, dass eine ganze Menge Bischöfe oder Erzbischöfe ihm den jungen Unterpriester gern abspenstig gemacht hätten. Doch Gorjah selbst hatte nie

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