Die Enden der Parabel
unausgeglichenen Zahlungsbilanz, und er hat schwer mit Sterlings spekuliert, usw. usf. ...
"Aber", sagt Slothrop, "aber, hm, wo bleibt dann meine Million Mark, Emil?" Säure saugt die gelbe Flamme an, die über den Pfeifenrand leckt. "Sie ist versickert, wo das Geißblatt ranket." Genau die Worte, die Jubilee Jim Fisk an den Kongreßausschuß richtete, der seine und Jay Goulds Goldspekulation von 1869 aufzuklären versuchte. Eine Erinnerung an Berkshire. Mit nichts als dem im Hinterkopf ist Slothrop überzeugt, daß Säure unmöglich auf der Seite des Bösen
stehen kann. Wer immer sie sein mögen, ihr Spiel hat stets Erinnerung gelöscht, nie wachgerufen.
"Tja, ich kann ja unzenweise das verhökern, was ich habe", tröstet sich Slothrop. "Fürs hiesige Besatzungsgeld, das ist stabil, oder?" "Du bist nicht wütend. Du bist tatsächlich nicht wütend." "Rocketman ist über solchen Scheiß erhaben, Emil."
"Ich hab eine Überraschung für dich. Ich kann dir dieses Schwarzgerät besorgen,
nach dem du gefragt hast."
"Du?"
"Springer. Ich hab ihn für dich gefragt."
"Mach Witze! Wirklich? Mensch, Emil, das ist echt prima von dir. Wie kann ich -" "Zehntausend Pfund Sterling."
Slothrop verliert eine ganze Lunge voll Rauch. "Vielen Dank..." Er erzählt Säure von dem Zwischenfall mit Tschitscherin und auch davon, wie er diesen Mickey Rooney gesehen hat.
"Raketenmensch! Planetenmensch! Willkommen auf unserer jungfräulichen Erde. Wir wollen hier nichts weiter als in Frieden leben, okay? Wenn du uns töten mußt, dann friß uns nicht auch noch auf! Wenn du uns fressen mußt, dann verdau uns nicht! Laß uns am anderen Ende wieder rauskommen, wie Diamanten in Schmugglerscheiße... "
"Moment -" der Tip fällt ihm ein, den ihm Geli damals in Nordhausen gegeben hat -"dieser Springer, hat er vielleicht erwähnt, daß er sich dieser Tage mal in Swinemünde rumgetrieben hat, oder so ähnlich?"
"Nur den Preis von deinem Gerät hat er genannt, Rak. Die Hälfte im voraus. Soviel
würde es ihn schon mal kosten, es überhaupt auszubaldowern."
"Also weiß er gar nicht, wo es steckt. Scheiße, er könnte uns alle scharf machen, uns
gegenseitig hochreizen und nur hoffen, daß ein Trottel dabei ist, der ihm den Zaster
vorschießt."
"Normalerweise erfüllt er. Du hast doch auch keine Probleme gehabt mit diesem Sonderausweis, oder, den er gefälscht hat?"
"Yaaahhh -" Oh. Oh, wow, aha, ja, da war doch noch die Kleinigkeit mit dem Max Schlepzig, nach der ich fragen wollte -"Also." Doch inzwischen hat Trudi ihren Gustav im Flügel aufgegeben und kommt jetzt herüber, setzt sich hin und reibt ihre Wangen am Leder von Slothrops Hosen, liebe, nackte Beine flüstern miteinander, Haar fällt herab, das Hemd ist halb aufgeknöpft, und Säure hat sich irgendwann dazwischen mal weggerollt, um grunzend wieder einzupennen. Trudi und Slothrop ziehen sich auf eine Matte zurück, die sich in schicklicher Entfernung vom Bösendorfer befindet. Slothrop legt sich seufzend auf
den Rücken, nimmt seinen Helm ab und läßt die dicke, süße, saftige Trudi treiben, was sie gerade möchte. Seine Gelenke schmerzen vom Regen und vom Herumlaufen, er ist halb high, Trudi küßt ihn in ein erstaunliches Behagen, ein offenes Haus wird hier geführt, keine bevorzugten Körperteile oder Sinne, alle spielen gleichberechtigt mit... vielleicht zum erstenmal in seinem Leben fühlt sich Slothrop nicht verpflichtet, einen stehen zu haben, worauf es auch nicht ankommt, denn es scheint gar nicht so sehr mit seinem Penis zu passieren als mit... lieber Himmel, is ja peinlich, aber ... tja, seine Nase scheint eine Erektion zu kriegen, der Schleim beginnt zu fließen, ja, ein nasaler Ständer ist das, und Trudi hat's natürlich gleich geschnallt, wie könnte sie auch anders ... läßt ihre Lippen über den pulsierenden Rüssel gleiten, schickt ein paar Zentimeter einer heißen Zungenspitze in eins der Nasenlöcher... jede einzelne rosa Geschmacksknospe kann er fühlen, wie sie immer tiefer dringt, die Scheidewand und Nasenhaare zur Seite schiebt, um ihrem Kopf Platz zu machen, ihren Schultern und ... tja, schon ist sie halb drin, könnte genausogut - ihre Knie hochziehen und, mit Händen und Füßen in die Haare gekrallt, weiterkriechen bis sie sich endlich in der großen roten Halle aufrichten kann, die angenehm erleuchtet ist, keine Wände oder Decken, die sie eindeutig ausmachen könnte, sondern ein oszillierendes Verdämmern in muschel- und frühlingshafte
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