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Die Glaszauberin pyramiden1

Die Glaszauberin pyramiden1

Titel: Die Glaszauberin pyramiden1 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: douglass
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wenn der Magier in ihm stärker war, dann würde er ein hoffnungsloser Fall sein und ich würde das den Soulenai mitteilen. Und wir würden ohne ihn in die Nacht und die Freiheit fliehen.
    Aber ich wollte wissen, was Yaqob plante. Ich wollte wissen, wann und wie er zuschlagen wollte. Ich würde ihn oder einen meiner Freunde niemals an Boaz verraten, niemals. Aber mir war der Gedanke zuwider, daß sie Boaz ermordeten, wenn ich kurz davor stand, ihn dazu zu bringen, uns zu helfen.
    Das wäre eine… Schande.
    »Tirzah?«
    Ich zuckte zusammen; ich war so in meine Gedanken versunken gewesen, daß ich die letzten Worte der Unterhaltung nicht mitbekommen hatte. Isphet.
    »Tirzah, wir alle finden es furchtbar, dich das zu fragen, das weißt du, aber glaubst du, daß Boaz dich wieder zu sich befiehlt?«
    Wieder fragte ich mich, ob sie mich nur dazu brauchten, Informationen zu beschaffen. Dann verwarf ich den unfreundlichen Gedanken. Boaz hatte mich die vergangenen Wochen hindurch nicht beachtet, und alle waren freundlich und großzügig zu mir gewesen – Isphet und Yaqob sogar am meisten.
    »Früher oder später, ja. Er hat es gesagt.« Ich seufzte. »Es ist nur so, das letzte Mal, als ich bei ihm war, habe ich ihn so sehr verstimmt…«
    Wieder legte Yaqob den Arm um mich. »Ein Waffenlager ist nicht genug, und es ist im Augenblick zu gut bewacht, daß wir wirklich an die Waffen herankämen. Tirzah, du weißt, wie sehr wir sie brauchen. Wenn du nur herausfinden könntest, wo andere Lager sind, und die Zahl der Wachen, die dort patrouillieren. Mit mehr Waffen könnte es sicher gelingen. Es könnte ganz sicher gelingen.«
    »Ich weiß, Yaqob.«
    »Gut.« Isphet lächelte. »Wir dürfen nicht den ganzen Tag hier untätig herumstehen. Azam, paß auf, daß man dich auf dem Rückweg nicht sieht.«
    Er nickte und verschwand lautlos.
    »Ich frage mich, ob ihr uns noch mehr Pottasche aus Izzalis Werkstatt holen könnt?« Sie lächelte Yaqob und mich an. »Es gibt keinen Grund zur Eile. Laßt euch Zeit.«
     
     
    Wir ließen uns Zeit. Yaqob führte mich zu einem unserer Lieblingszufluchtsorte, ein kleiner Ort, der zur Lagerung von Wasserkrügen genutzt wurde und sich in einer relativ abgelegenen Gasse befand. Er zog das Segeltuch vor den Eingang, dann nahm er mich in seine Arme.
    »Tirzah, es ist so lange her.« Seine Stimme war rauh vor Verlangen. Ich fühlte mich etwas überrumpelt. Es war Monate her, seit Boaz mich das erste Mal in seine Residenz gerufen hatte, und Yaqob hatte mich die ganze Zeit nicht angerührt. Vielleicht vertraute er mir erst jetzt, war sich meiner sicher, vielleicht war das alles, was er gebraucht hatte, um sein Verlangen wiederzufinden.
    Er drückte mich hart gegen die Wand, zog den Stoff meines Gewandes zur Seite, berührte meine Brüste, meinen Rücken, mein Gesäß; seine Lippen waren hart, verlangend.
    Ich versuchte seinem Verlangen nachzukommen – hatte ich ihn das nicht zahllose Male zuvor tun lassen? Aber ich war verkrampft und mir war unbehaglich zumute, und Yaqob war noch nicht so von seinem Verlangen erfüllt, daß er es nicht bemerkte.
    »Oh, Tirzah, alles ist gut. Ich werde dir nicht wehtun. Komm schon, mach es mir nicht so schwer.«
    Ich versuchte es, die Götter wissen, daß ich es versuchte, aber als er mich zu Boden zog und sich auf mich legte, schrie ich auf und versuchte ihn wegzustoßen.
    »Nein, Tirzah, es ist zu spät«, keuchte er. »Ich kann jetzt nicht mehr aufhören. Bitte, laß mich…«
    Aber jetzt war ich nicht mehr bereit, mich mit der Unbequemlichkeit und der Erniedrigung des Erdbodens abzufinden. Mit letzter Kraft gelang es mir, unter ihm fortzurollen.
    »Yaqob, es tut mir leid… aber es tut weh… es tut weh…«
    Er griff wieder nach mir, rollte mich zurück, und ich dachte schon, er würde mich zwingen. »Du hast gesagt, du hättest keine Schmerzen mehr. Daß du geheilt bist.«
    »Ja, aber ich wußte nicht… bis ich dich spürte… Yaqob, bitte, du tust mir weh.«
    Er fluchte und rollte sich ganz weg, setzte sich auf und wandte mir den Rücken zu. Nach langer Zeit sprach er über die Schulter. »Tirzah, es tut mir leid. Aber ich dachte…«
    »Es ist Boaz«, sagte ich, »und das, was er mit mir gemacht hat.«
    Yaqob seufzte und half mir auf. Glaubte zu verstehen, was ich gemeint hatte. »Wenn er tot ist, wird es keine Rolle mehr spielen«, sagte er. »Dann wird es nicht mehr wehtun.«
     
     
    In dieser Nacht schickte Boaz nach mir. Ich hatte eigentlich schon damit

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