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Die Glaszauberin pyramiden1

Die Glaszauberin pyramiden1

Titel: Die Glaszauberin pyramiden1 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: douglass
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der Angst erfüllt, daß meine rauhe Zunge verhinderte, daß sich das Eis bildete. Aber schließlich fand ich eine feuchte Stelle, und ich fing an zu schluchzen vor Erleichterung, und ich verbrachte eine Stunde vergeblich damit, die Tränen aufzuhalten, denn ich wollte sie nicht verschwenden. Ein weiterer Tag verging, dann eine weitere Nacht, und dann vielleicht noch mehr Tage und Nächte, aber da bin ich mir nicht sicher, denn ich starb.
     
     
    »Sie ist tot, Exzellenz. Seht Ihr?«
    Das hörte ich wie in einem Traum, aber ich schlug die Augen nicht auf, denn sie waren verklebt. Davon abgesehen war ich wirklich tot und verspürte keine Neugier mehr.
    Aber es war seltsam, daß die Stimme Kiamets Stimme so sehr ähnelte. War Kiamet mir in die Ewigkeit gefolgt? So ein netter Mann. So freundlich.
    Eine Hand ergriff meine Schulter und drehte mich herum. Mein Kopf schlug gegen den Steinboden. Das tat weh, und ich war wütend. In der Ewigkeit hatte Schmerz keinen Platz.
    Ein Schritt ertönte, dann kniete jemand neben mir nieder.
    Stille.
    »Du bist ein Narr, Kiamet. Sie atmet noch.«
    »Exzellenz, ich war mir ganz sicher! Es sind acht Tage vergangen. Niemand…«
    »Geh, Kiamet, und schließ die Tür. Öffne sie nicht, bevor ich dich rufe.«
    »Ja, Exzellenz.«
    Also war ich nicht tot. Wäre es mir möglich gewesen, hätte ich geweint.
    Er kniete dort eine lange Zeit, und ich glaubte, er wartete darauf, daß ich starb. Dann vergrub sich eine rauhe Hand in meinem Haar und zog meinen Kopf hoch, und dieses Mal gelang mir ein protestierendes Krächzen.
    »Du dummes Mädchen«, sagte er, und ich glaubte seine Stimme brechen zu hören. Aber das konnte nicht stimmen.
    Das war nur eine Ausgeburt meiner Phantasie. »Mein armes dummes Mädchen.«
    Und dann wurde mir Wasser ins Gesicht gespritzt.
     
     
    Jemand trug mich zurück in seine Residenz. Nicht Boaz, denn er hätte niemals zugelassen, daß ihn jemand so sah. Vermutlich Kiamet. Ja, ich glaube, es war Kiamet. Ich wurde auf Boaz’ Bett niedergelegt, und konnte es kaum glauben, denn ich muß völlig verdreckt gewesen sein. Dann ertönte Boaz’ Stimme.
    »Geh und laß niemanden herein.«
    »Ja, Exzellenz.« Ich hörte, wie sich Kiamets Schritte entfernten.
    Ich hatte die Augen noch immer nicht geöffnet, denn ich war der festen Überzeugung, daß das den Zauber brechen würde. Ich wurde von Fieber und Schmerzen eingehüllt und war wohl dem Tode sehr nahe. Doch ich war zu mutlos, um um mein Leben zu kämpfen.
    Er beugte sich über das Bett und zog mir das Kleid aus, warf es mit einem Laut des Ekels zur Seite. Mein Körper war in eine Schicht aus getrocknetem Schweiß und Blut gehüllt, von der nächtlichen Suche nach Wasser an den Wänden zerschunden; meine Haut hatte eine Farbe zwischen gelb und grau angenommen.
    So hatte sie zumindest ausgesehen, als ich sie das letzte Mal betrachtet hatte, und das war… wie lange her? Zwei Tage? Drei? Ich bezweifelte, daß die Zeit ihr Aussehen verbessert hatte.
    Dann hob er mich auf seine Arme, was mir sehr weh tat, denn seine Berührung war grob und mein ganzer Körper schmerzte. Er trug mich durch das Gemach, dann in einen der hinteren Räume. Hier war es kühler, und ich versuchte mir vorzustellen, wo wir uns befanden.
    Er ließ mich fallen.
    Ich wollte mich an ihm festklammern, aber ich war zu schwach, und ich schaffte es nicht.
    Im nächsten Augenblick wurde ich von kühlem, duftenden Wasser eingehüllt, und ich mußte mich an die Oberfläche kämpfen und rang keuchend und spuckend nach Luft, als mein Kopf das Wasser durchbrach. Ich war in dem großen Schwimmbecken gelandet.
    »Also willst du doch leben.« Er sprang in das Becken, dann fühlte ich, wie er mich ergriff und festhielt. »Dann lebe, verflucht noch mal. Lebe!«
    Und ich trank das Wasser in großen Zügen. In der Zelle hatte er mir ein paar Tropfen eingeflößt, aber das hier… das… Ich nahm noch einen großen Schluck.
    »Das reicht.« Er griff wieder in mein Haar und zog meinen Kopf nach hinten, damit ich nicht mehr trinken konnte. »Zu viel auf einmal, und du wirst dich umbringen. Hast du verstanden?«
    »Nein, Exzellenz, das tue ich nicht«, schaffte ich hervorzustoßen. »Nennt mir einen Grund, Exzellenz, warum sollte ich mich nicht umbringen, wenn Ihr damit nur eine weitere Chance bekommt, mich zu töten?«
    Die kleine Ansprache war fast zu viel für mich, und ich würgte; das getrunkene Wasser brachte meinen Magen in Aufruhr.
    Er zog mich näher zu sich heran,

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