Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Die Kinder von Estorea 02 - Der magische Bann

Titel: Die Kinder von Estorea 02 - Der magische Bann Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: James Barclay
Vom Netzwerk:
Mittagsstunde war noch nicht einmal gekommen.
    »Warum halten wir?«, fragte Mirron.
    Jhered zog sich in die Hocke hoch.
    »Das weiß ich nicht, aber ich werde es herausfinden. Vergesst nicht, was ich gesagt habe, und haltet euch daran. Bitte. Es ist wichtig.«
    Damit verließ er den Wagen. Er musste sich nicht groß bemühen, um herauszufinden, warum sie angehalten hatten. Er wusste es bereits.
     
    Roberto war keineswegs überrascht, dass die Tsardonier viele Späher einsetzten, auch wenn sie ihn störten. In einem Punkt hatte Jhered auf jeden Fall recht. Während seine eigene Truppe nach Süden marschiert war, hatten die Tsardonier sich ungestört in die andere Richtung gewandt. Jetzt aber sahen sie sich bedrängt und hatten mit beängstigender Geschwindigkeit reagiert.
    Er hatte die Truppen der Konkordanz über verlassenes Ackerland geführt, dem die Feinde fast alles genommen hatten. Seine Truppe war sehr schnell vorangekommen. Nach vier Tagen Eilmärsche hatten sie ein wenig verlorene Zeit wettgemacht, und jetzt, am fünften Tag, veränderte sich die Landschaft.
    Sie näherten sich einer Region, in der ganze Wälder abgeholzt worden waren, was zu einem Anstieg des Grundwasserpegels geführt hatte. Zwischen zwei Flüssen erstreckte sich nun ein riesiges Sumpfland, und nur die höher gelegenen Flächen im Süden wurden überhaupt noch trocken. Das ebene, bewaldete Land war das beste Jagdgebiet in der ganzen Konkordanz. Vor dem Krieg war es ständig genutzt worden und hatte die einheimischen Landbesitzer zu reichen Männern gemacht.
    So früh wie möglich war Roberto auf trockenes Gelände ausgewichen, um die Sümpfe im Norden zu meiden. Damit hatte er seine Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt, war aber auf trockenem Grund schneller vorangekommen. Jetzt berichteten seine Kundschafter von einem feindlichen Heer, das bislang nicht in Erscheinung getreten war. Ungeklärt blieb, wie die Feinde sich hatten verstecken können. Wahrscheinlich waren sie im Westen, jenseits der Sümpfe, als Reserve stationiert gewesen. Es spielte keine große Rolle. Sie kamen jedenfalls schnell näher und drohten, Roberto den günstigsten Weg zur gesternischen Westküste zu versperren.
    Zunächst erteilte er den nahe liegenden Befehl, anzuhalten und das Heer in Schlachtordnung aufzustellen. Dann befahl er Davarov und Kastenas zu sich.
    »Wie viele sind es, und wie schnell nähern sie sich?«, fragte er die Späher, die vom eiligen Ritt noch erhitzt waren.
    »Etwa siebentausend, General. Leichte Infanterie und Kavallerie, nur wenige Geschütze. Sie bewegen sich schneller als wir.«
    Roberto, Davarov und Kastenas hatten sich ein Stück von der Truppe entfernt, um sich mit den Spähern zu beraten. Vor ihnen lag Atreskas Schönheit und der Grund für seine Verwundbarkeit. Im Südwesten erstreckte sich die Ebene zwei Tagesmärsche weit, bevor sie sich zum Meer hin senkte. Jener Weg war länger, weil sie dort erst spät auf die Hauptstraße zum Hafen von Kirriev stoßen würden.
    Roberto hatte am Westrand der Hochebene anhalten lassen und blickte nun einen sanften Hang hinab auf eine kleine freie Talsohle, durch die ein schmaler, flacher Fluss strömte.
    »Wie ist dort unten das Gelände?«, fragte Davarov.
    »Besser als das Sumpfland«, sagte die Späherin. Sie blickte zum Abhang, den sie gerade heruntergekommen war. »Zu beiden Seiten ist es eine halbe Meile weit feucht, aber der Fluss strömt schnell, und der Boden ist nicht allzu nass. Dort könnte man die Feinde leicht bekämpfen und die Geschütze einsetzen.«
    »Gut«, sagte Roberto. »Was muss ich sonst noch wissen?«
    »Das Tal, durch das die Tsardonier kommen werden, liegt etwa zwei Meilen vor uns. Zu beiden Seiten sind die Wände steil und bieten keine Möglichkeit für einen Angriff abwärts oder aufwärts. Dort oben sind keine Feinde. Auf der linken Hochebene ist ein See, auf der rechten Seite ist nur Wald. Im Norden, wo der Fluss hereinkommt, ist tieferer Sumpf, und im Süden liegen Felsblöcke im Fluss verstreut. Aus diesen Richtungen wird niemand angreifen.«
    Roberto nickte. »Elise, was beabsichtigt der feindliche Kommandant?«
    »Er will uns aufhalten«, sagte sie. »Die Tsardonier blockieren den schnelleren Weg. Ich glaube, er wird versuchen, mit raschen Vorstößen und Scheinangriffen unseren Marsch zu verzögern. Er muss wissen, dass wir zahlenmäßig überlegen sind und reichlich Wurfmaschinen haben und wird eine offene Schlacht sicherlich vermeiden.«
    »Und wenn wir

Weitere Kostenlose Bücher