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Die Legende von Shannara 01 - Brooks, T: Legende von Shannara 01

Die Legende von Shannara 01 - Brooks, T: Legende von Shannara 01

Titel: Die Legende von Shannara 01 - Brooks, T: Legende von Shannara 01 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Terry Brooks
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auf einmal lösen könnten? Wie wäre es, wenn wir Vater und Tochter mit einem Schlag beseitigen und Euch zur Königin des Elfenvolkes machen… und zwar unter Umständen, bei denen niemand Euer Recht auf den Thron in Frage stellen würde?«
    Sie starrte ihn einen Moment lang sprachlos an.
    »Was würdet Ihr dazu sagen?«, hakte er nach.
    »Das könntest du erreichen?«, fragte sie leise.
    »Ich glaube, ja. Wollt Ihr hören, wie?«
    Sie dachte nach. »Aber was forderst du als Gegenleistung? Ich weiß, dass du mich anbetest. Allerdings vermute ich, dass du dich damit nicht zufriedengibst, falls ich Königin werde.«
    In der Dunkelheit erklang ein Vogelruf. Skeal Eile presste sich an die Königin und drückte sie dicht an die Wand des Außengebäudes, tief in die Schatten. Auf der Straße, von welcher der Pfad abging, tauchte eine einsame Gestalt auf, ging an ihnen vorbei ohne langsamer zu werden oder auch nur zu ihnen herüberzublicken, und verschwand wieder.
    Isoeld stieß ihn weg. »Ich hoffe nicht, dass du das zu deiner Befriedigung brauchst, Seraph. Obwohl es vielleicht ganz amüsant sein könnte.«
    »Was ich brauche, meine Königin, ist Eure Unterstützung. Mein Orden verlangt den Respekt von mehr als nur der Handvoll Gemeinden, die ihm bereits anhängen. Ich will seine Wirkung auch auf die Dörfer ausdehnen, die noch ungläubig sind, aber es geht viel zu langsam voran. Wenn die Herrscherin der Elfen jedoch ganz offen zur Sekte übertritt und ihr Volk dazu drängt, es ihr gleichzutun, hätte ich einen Zugewinn an Ansehen, der mir sehr nützlich wäre. Wenn die Elfenherrscherin die Bedeutung meines Ordens anerkennt und meine Lehren annimmt, würde mir das den Weg ebnen und meinen Einfluss ausbauen. Und wenn ich dann noch regelmäßig eingeladen würde, um auf einem Forum zu sprechen, das von der Königin zur Verfügung gestellt und gefördert wird, würde mein Status sogar unschätzbar davon profitieren.«
    Sie sah ihn prüfend an. »Es ist eine Sache, sich als jemand zu präsentieren, der deinen Lehren und deiner Sekte folgt. Dir aber freien und ungehinderten Zugang in mein Land zu gewähren, das ist etwas anderes. Wenn ich diese Tür öffne, lade ich den Wolf zu meinen Schafen ein. Wie stehe ich dann da, wenn du sie erst alle verschlungen hast?«
    Er lächelte. »Besser als jetzt.«
    Es entstand ein langes Schweigen, während sie sich beide mit ihren Blicken förmlich durchbohrten.
    »Ich möchte etwas klarstellen«, sagte der Seraph schließlich. »Ich habe nicht die Absicht, mich auf Euer Territorium zu drängen. Was ich mir wünschte ist ein Ruf, der ausreicht, um andere, die den Titel eines Seraphen für sich beanspruchen, in den Schatten zu stellen. Wenn ich die Stimme der Elfen werden könnte und ihre Königin mich in dieser Funktion anerkennt, würde mein Einfluss in allen Menschensiedlungen immens steigen. Das würde ausreichen, damit ich die Rolle des Obersten Führers für mich beanspruchen kann. Im Übrigen dürfte es doch wohl höchst unwahrscheinlich sein, dass ich unter den Elfen eine Mehrheit für meine Sekte finde, meint Ihr nicht auch?«
    Er sah es ihrem Gesicht an, dass sie sich nicht sicher war. »Fürchtet Ihr meinen Einfluss wirklich so sehr?«, fragte er sie provozierend. »Findet eine Königin etwa keine Mittel und Wege, ihr Volk zu zähmen? Vermag eine Königin es nicht, ihre Macht zu festigen und ihre Herrschaft zu sichern? Ist es nicht an ihr, jeglichem Einfluss des Seraphen ein Ende zu machen, sobald eine festgelegte Grenze überschritten wurde? Nun, das würde ich schon meinen, Mylady.«
    »Und was ist mit dieser Trollarmee, die uns bedroht? Was macht es noch für einen Unterschied, wenn ich die Königin und du der Oberste Führer der Kinder des Hawk bist, wenn uns diese Horde überrennt?«
    Skeal Eile schüttelte den Kopf. »Was geschehen soll, wird geschehen. Die Welt ändert sich, während wir hier reden, die alte vergeht und eine neue entsteht. Ob wir nun dieses Heer besiegen und um unsere Zukunft kämpfen, oder ob wir aus dem Tal in die äußere Welt vertrieben werden… Unsere Völker brauchen auf jeden Fall Führer mit Visionen und Fähigkeiten. Möchtet Ihr nicht lieber zu ihnen gehören, statt nur eine Befehlsempfängerin zu sein? Wer ist wohl besser geeignet, Euer Volk zu führen? Der König ganz sicher nicht, ebenso wenig seine Tochter. Nein, meine Königin, ganz gleich, welches Schicksal uns erwartet… wir können ihm weit besser entgegentreten, wenn wir beide, Ihr und

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