Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)
Runen im Sternenlicht glimmen: vier Orks, drei Menschen, zwei Gnome und eine unbekannte Bestie mit einer Fratze, die einem Wolf ähnelte.
Die sechs bekannten Scheusalexemplare hetzten zielstrebig auf ihn zu und zogen im Laufen ihre Waffen. Die Wolfsbestie und die Menschen umgingen ihn, um zu Nodûcor zu gelangen.
Aiphatòn sparte sich Fragen nach ihrem Begehr und kam ihnen mit seinen Attacken zuvor: Er warf den Speer nach den beiden Gnomen, die versetzt hintereinander liefen, und durchbohrte damit ihre Oberkörper; sie fielen schreiend zur Seite und verendeten.
Aiphatòn drückte sich ab und flog auf die vordersten Orks zu, schmetterte ihnen die gepanzerten Fäuste mit solcher Macht gegen die hässlichen Fratzen, dass die Gesichtsknochen krachend nach innen gedrückt wurden. Blut schoss aus Nasen, Mäulern und Augen.
Quiekend und gurgelnd fielen die Gegner rückwärts gegen die nachfolgenden zwei Bestien und rissen sie von den Beinen.
Aiphatòn landete hinter den gestürzten Orks, wich ihren surrenden Schwertklingen aus und rief den Speer zu sich, der sich aus den toten Gnomen löste und in seine Hand schnellte. Schwungvoll rammte er die Klinge einem Umgerissenen waagrecht durch den Hals und zerteilte die blutsprühende Kehle.
Der letzte Ork kam auf die Beine und schwang das Schwert mit einem schrägen Hieb gegen Aiphatòns Brust.
Der Alb blockte die Attacke, zog die Speerschneide ruckartig nach unten und quer durch die Fratze, dann stieß er dem aufbrüllenden Gegner die Spitze unverzüglich in den Bauch und schob ihn nach hinten, wo er nach dem dritten torkelnden Schritt über die Leichen seiner Artgenossen fiel und liegen blieb.
So leicht seid ihr zu fällen. Aiphatòn sah zu Nodûcor, der vor den Menschen und der Wolfsbestie zurückwich und ihnen mit dem Mut der Verzweiflung den schartigen Dolch entgegenhielt. Doch angesichts seiner dünnen Arme und seiner Entkräftung bedeutete er keine Herausforderung für die Gegner.
Nun zu euch. Aiphatòn rannte los und schleuderte den Speer in den Rücken des gerüsteten Wolfsungeheuers, das er als gefährlichsten Gegner einstufte. Die pelzigen Ohren zuckten, sie vernahmen das Wurfgeräusch. Das Scheusal wich dem Geschoss mit einer knappen Drehung aus – und packte mit der rechten Hand zu: Die Klauen legten sich um den metallenen Schaft. Grollend wandte es sich zu dem Alb um, die gefangene Waffe stoßbereit.
Die Männer drangen inzwischen auf Nodûcor ein, der um sich stach und versuchte, die Gegner auf Abstand zu halten.
Aiphatòn lächelte der geifernden, heranstürmenden Wolfsbestie zu, die den Speer jetzt mit beiden Händen hielt und ihren Feind aufspießen wollte. Nützen wird es dir nichts. Er ging ihr entgegen.
Ein kurzer Stoß magischer Energie brachte die Runen in seiner Waffe zum Leuchten. Es zischte, als sich die Symbole so rasch erhitzten, dass sie sich in die Haut der Kreatur brannten; heulend ließ sie die erbeutete Waffe fallen.
Aiphatòn war heran und versetzte ihr mit der gepanzerten Rechten einen geraden Schlag gegen die Brustmitte, sodass sich der Harnisch eindrückte. Die Runen auf dem Handschuh flammten auf und setzten einen Blitz aus den Knöcheln frei, der die Rüstung sprengte und ein Loch in den Leib darunter stanzte. Eine Blut- und Knochensplitterwolke flog aus dem Rücken der Wolfsbestie, während sie acht Schritte rücklings davonschoss und einen der Männer von den Beinen holte. In einem rauchenden Knäuel landeten sie auf der Erde und lagen still.
Nodûcor nutzte die Verwirrung der Angreifer und stach einem der Männer den Dolch von unten Richtung Kinn.
Aber der Gegner zog den Kopf zurück, und die Spitze rutschte wirkungslos über das Kettenhemd. Ein Tritt gegen den Bauch sandte den bleichhäutigen Alb zu Boden.
»Ich bin zuerst an der Reihe.« Aiphatòn eilte geduckt wie ein Raubtier auf sie zu, der Speer flog in seine linke Hand, und die Runen erloschen.
Der erste Mann griff ihn mit zwei Kurzschwertern an, der andere zog seine zweischneidige Axt, die einst einem Holzfäller gehört haben musste, und wartete ab.
Das dauert mir zu lange. Aiphatòn fegte die Schneiden mit dem gepanzerten rechten Unterarm zur Seite, die Symbole glommen auf, und die massiven Klingen zerbrachen wie sprödes Glas. Seine linke Hand zuckte vorwärts, führte den Speer gegen das Herz des Gegners und tötete den Mann.
Der letzte Feind hatte mittlerweile einen Fuß auf Nodûcors Kehle gestellt, die rechte breite Axtschneide lag seitlich am Hals des
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