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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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andere Spielzeuge erschaffen hat.«
    Er ließ Nodûcor sich unterhaken und eilte los, wobei er den leichten Alb mehr trug als stützte. Gnadenlos schritt Aiphatòn aus, ließ die Vorhut hinter ihnen zurückfallen.
    Die ganze Nacht hindurch marschierten sie.
    Für Nodûcor zerquetschte er Äpfel mit dem Handschuh, ließ ihn den Brei aufsaugen, damit er einigermaßen bei Kräften blieb. Gelegentlich stillten sie ihren Durst mit klarem, kaltem Wasser aus Bächen.
    Erst beim Anbruch des Morgens rasteten sie am Fuße eines sanften, bewaldeten Hügels.
    Während Nodûcor sofort die Augen zufielen und er nicht einen Schritt mehr machen konnte, spähte Aiphatòn über die Graslandschaft, die hinter ihnen lag. Sie haben aufgegeben oder wurden vom Botoiker zurückgerufen.
    Er sackte ebenfalls ins weiche Grün und schloss die Lider. Der Duft der Halme, der reinen Erde und das Aroma des Apfels, das von seinem Handschuh ausging, drangen in seine Nase.
    Trotzdem entspannte er sich kaum.
    Er vermochte sich nicht vorzustellen, wie mächtig ein Zauber sein musste, um Hunderttausend Krieger auf einen Schlag zu beherrschen und sie dazu zu bringen, in grausamster Weise zu kämpfen und zu morden. Er dachte über das Gehörte nach.
    Liegen die Botoiker im Krieg miteinander und scharen so viele Soldaten um sich, wie sie kriegen können?
    Die Müdigkeit senkte sich wie Blei in seine Glieder und drückte schließlich auch diese Gedanken davon.
    Seine Atemzüge verlangsamten sich, und Aiphatòn glitt in den Schlaf, während die Sonne über dem Hügel aufging.

»Die Einbildung lässt manche in der Hoffnung reisen, sie kämen gebildet zurück.«
    Albische Redensart,
gesammelt von Carmondai, Meister in Wort und Bild

Tark Draan, Goldene Ebene, 5452.   Teil der Unendlichkeit (6491.   Sonnenzyklus), Spätsommer
    Barfuß und mit freiem Oberkörper trat Ilahín mitten in der Nacht aus dem ersten Haus der entstehenden Elbensiedlung in der Goldenen Ebene und blickte hinauf zu den Gestirnen.
    Der Lebens- und Schicksalsstern seines Volkes glomm zusehends mutiger und freudiger, was ihm ein Lächeln auf die schlanken Züge zauberte. Bald werden die Ersten kommen.
    Das Gebäude, in dem er und seine Gemahlin schliefen, hatten sie mit ihren eigenen Händen errichtet, sie hatten geschnitzt und gemalt, gehievt und Mauern errichtet, Balken eingezogen und Materialien aufeinandergefügt, bis auch das Dach mit Reet eingedeckt werden konnte und das Innere vor der Witterung geschützt war.
    Ilahín sandte mit dem Erscheinen des besonderen Sterns seine Gebete an die Schöpferin seines Volkes, Sitalia und Elria erhielten ihre Opfergaben.
    Danach wob der Elb den seltenen Zauber, welcher erst durch den leuchtenden Himmelskörper seine wahre Kraft erhielt.
    Ich habe lange warten müssen, bis es möglich war.
    Der Spruch sandte nichts anderes als ein unhörbares, doch spürbares Signal durch die Welt, welches die Elben erreichte, wo immer sie sich befanden. Und sie würden fortan wissen, dass es im Geborgenen Land genügend Platz gab, um sich gefahrlos niederzulassen.
    Ilahín band sich die langen, fast schwarzen Haare zusammen und betrachtete den nahen Fluss, der Leben verhieß. Viele Häuser werden sich entlang des Ufers erheben, wie es schon einmal war. Wir bringen den Menschen eine edle Gesinnung und machen die Albae vergessen.
    »Was tust du hier draußen?« Fiëa trat hinter ihn, lehnte ihren Kopf gegen seinen Nacken. »Du sprachst die Zauberformel bereits.« Sie trug ein durchsichtiges, weißes Schlafgewand aus kühlender Seide.
    Er freute sich, dass sie sich zu ihm gesellte und ihn mit seinen grüblerischen Gedanken nicht alleine ließ. Sie stattete ihm einen Besuch in der Goldenen Ebene ab, um am nächsten Morgen wieder zum Krater aufzubrechen. »Ich wollte sehen, ob unser Stern noch zu sehen ist.«
    Sie schlang die Arme um seine Taille. »Fürchtest du, dass er wieder erlischt?«
    Ilahín wartete mit seiner Antwort. »Es geschah so viel.«
    »So viel zu unseren Gunsten. Unsere ärgsten Feinde sind so gut wie ausgelöscht. Nach so vielen Zyklen des Verbergens und Bangens sind wir es, die überlebten.«
    Er wandte sich langsam zu ihr um, ohne dass sie ihre Umarmung löste, strich ihr durch die langen, weißen Haare. »Auch wenn dieser verrückte Zhadár sie jagt, es werden immer welche übrig sein«, sprach er ernst zu ihr. »Was uns gelang, vermögen auch sie. Das Geborgene Land bietet genug Schatten, um sie ungesehen zu machen, nur dass ihre Widerwärtigkeit

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