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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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Winkend verschwand sie an Deck, wo die Mannschaft sie sofort in Empfang nahm und ins Innere führte.
    Die Leinen wurden gelöst, das Schiff legte ab. Zwei kleinere Segel entfalteten sich knatternd, der Bug schwenkte herum und hielt auf die Ausfahrt zu.
    Ôdaiòn kam an Irïanoras Seite. »Da haben wir eine kleine Heldin«, sagte er und lachte freundlich. »Ich bringe höchste Achtung für Euch auf. Das war edel und selbstlos.« Er nahm ihre Hand und küsste die Knöchel. »Würde ich behaupten, Eure Anwesenheit käme mir ungelegen, wäre ich ein Lügner.«
    »Um aufrichtig zu sein« – Irïanora deutete einen Knicks an, um ihn einen Blick auf ihre Brustansätze werfen zu lassen –, » hasse ich meinen Oheim. Und als ich die arme Saitôra sah, wie schwer ihr Herz und Seele wurden, konnte ich nicht anders. Ich brachte sie in diese Lage, und daher lag es an mir, sie daraus zu befreien.« Sie winkte mit der anderen Hand dem Schiff nach, als könnte die Freundin sie sehen. »Zudem wird die Gefahr eines Krieges damit ausgeschlossen. Niemand will das Leben der Nichte des Regenten aufs Spiel setzen.«
    »Ihr entgeht dem guten Shôtoràs und steht als aufopfernde Freundin da. Gut gespielt.« Er langte in die Tasche und zog ein schwarzes Tuch hervor, trat hinter sie und legte ihr die Augenbinde an. »Meine Mutter ist übrigens der Meinung, dass Ihr nichts weiter als eine Spionin seid. Eine sehr gewiefte Spionin, aber eben eine, die man sofort umbringen sollte.«
    Irïanora ließ ihn gewähren. Sie roch sein Duftwasser und fühlte die Wärme seines Körpers. »Oder ich verliebte mich gar in Euch, was meine Entscheidung zu bleiben untermauerte?« Es wurde Zeit, den Fisch wieder stärker anzuködern.
    Ôdaiòn lachte leise. »Das ist schmeichelhaft. Eine symbolische Heirat zwischen uns würde einen festen Bund zwischen Elhàtor und Dâkiòn schaffen.« Er nahm ihre Hand und führte sie mit sich. »Ihr solltet jedoch wissen, dass meine Mutter mich gerne in den Armen von Leïóvas Tochter sähe.«
    »Die Kommandantin eines Handelsschiffs?«, begehrte Irïanora ungläubig auf. »Das ist … ja beinahe lächerlich!«
    »Die beiden Frauen sind Blutsschwestern, meine liebe Irïanora. Und um diese Freundschaft auf die nächste Generation zu übertragen, wäre diese Heirat nachvollziehbar.« Es klickte, als er einen Verschlag öffnete, dann wurde sie in die Kutsche geleitet, in der es nach frischen Blüten duftete. Ôdaiòn stieg hinzu, wie sie hörte. Klackend schloss sich der Eingang, und das Gefährt ruckte an.
    »Kann ich die Binde abnehmen?« Die blonde Albin atmete das süßliche Aroma ein – und spürte plötzlich seine Lippen auf ihren.
    Ohne zu zögern erwiderte sie den innigen Kuss, umfasste sein Gesicht und zog ihn dichter heran. Das klappte besser als erwartet.
    Da er ein kundiger Küsser war, machte es ihr nichts aus, seine Zärtlichkeiten zu erwidern. Es war eine schöne Abwechslung. Erst nach einer Weile ließen sie schwer atmend voneinander ab.
    Ôdaiòn entfernte das Tuch und lächelte, in seinen Augen standen Faszination und Verlangen. »Ich denke, die Hochzeit mit Ávoleï wird warten.« Er strich mit dem Daumen über die Lippen der Albin. »Oder gänzlich abgesagt. Sie mag mich ohnehin nicht.«
    »Und eine Heirat würde meinen Oheim noch mehr erzürnen. Famos!« Irïanora küsste seinen Finger. »Er hasst die Herrscherin. Doch das ist nichts Neues.«
    Ôdaiòn lachte auf. »Nein, das ist nichts Neues. Wegen ihrer Vergangenheit in Tark Draan. Und weil sie angeblich seine Bewohner aus Dâkiòn stahl.«
    Was heißt angeblich? Irïanora musste sich beherrschen, um nichts einzuwerfen, was ihren Fisch verschreckte. Ihr Hass auf die Erhabene musste für das Gedeihen ihrer Pläne unentdeckt bleiben. Stattdessen lächelte sie ihn an. »Dieser alte Narr.«
    Ôdaiòn warf sich in die Polster, während die Kutsche mit ihnen dahinjagte. Lange betrachtete er ihr Antlitz und wirkte dabei sehr versonnen. »Es ist nicht gut, Gefühle für jemanden zu entwickeln«, sprach er bedächtig.
    »Weil man enttäuscht werden kann«, griff sie den Faden auf.
    »Weil man angreifbar wird«, fügte er hinzu und legte den Kopf schief.
    »Was tun wir also?« Irïanoras Brust hob und senkte sich. »Versagen wir uns den Gefühlen und leugnen die Liebe?« War das zu viel?
    Der braunhaarige Alb schaute überrascht. » Liebe? Ein Wort für Poeten. Nun, wir fühlen uns zueinander hingezogen.« Er nahm ihre beiden Hände und bedeckte sie mit leichten

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