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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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weder Mitleid noch Herrschaft. Wir lernten aus der Vergangenheit. Soll Tark Draan erobern, wer immer möchte: Wir rühren uns nicht von der Stelle. Auch nicht, um Elben zu vernichten. Das sind alles unsinnige Beweggründe für einen Krieg.« Shôtoràs hob den Stock und vollführte eine kreisförmig-deutende Bewegung. »Uns geht es hier gut. Du könntest in Elhàtor eher Gehör und Zuflucht finden.«
    Sie veränderten sich. Durch und durch. Nicht der Hauch von Eroberungswille. Aiphatòn merkte dem Regenten an, dass jedes seiner Worte der Wahrheit entsprach. Er vermutete, dass er von seiner Gesinnung her zu den Gestirnen gehört hatte, jenen Albae, die gegen Eroberung und allergrößte Ausbreitung eines Reiches waren. Dennoch – Aiphatòn hatte einen Vernichtungsschwur geleistet.
    Shôtoràs deutete zum Fenster hinaus. »Folge dem Tronjor abwärts bis zur Flussenge. Dort sitzen die Späher und werden dich bestimmt zu ihrer Herrscherin führen. Sie wird froh sein, dich zu sehen. Abschaum unter sich.« Shôtoràs’ Blick wurde hart. »Dâkiòn entlässt dich, Aiphatòn.«
    »Er schuldet uns noch die Abgabe«, warf Vailóras von hinten ein.
    »Ich erlasse sie ihm und seinem Begleiter.« Der Regent erhob sich mit einem unterdrückten Keuchen und stützte sich auf seinen Stock. »Und jetzt werft sie raus!«
    Aiphatòns Gedanken überschlugen sich. Er dachte vor allem an die Botoiker und das Heer, welches heranmarschierte und sich Dâkiòn aneignen wollte, bevor er in Elhàtor für genug Unruhe und einen Krieg gegen den Regenten sorgen könnte. Ich kann nicht zulassen, dass sie eingereiht werden. »Eine Sache«, erhob er die Stimme. »Was unternimmst du gegen die Botoiker?«
    »Warum sollte ich etwas gegen sie unternehmen?« Shôtoràs stieg Stufe um Stufe vom Podest, seine Begleiter erhoben sich.
    »Weil eine Streitmacht auf dem Weg nach Dâkiòn ist. Ihr Anführer sagte mir, dass er die Stadt einnehmen will.« Aiphatòn betrachtete den Alb mit der weißen Lederkappe und der hellvioletten Robe. Dieser wollte die Augen nicht mehr von Nodûcor wenden, flüsterte mit der knapp bekleideten Albin und winkte danach den Krieger zu sich. Entweder Nodûcor ist von hier und belog mich, oder sie wissen mehr, als sie je zugeben werden.
    Seine Vorsicht sagte ihm, dass sie dringend verschwinden sollten.
    In Elhàtor schien eine Albin aus dem Geborgenen Land zu herrschen. Sie werde ich besser aufwiegeln können. »Aber wenn du meinst, so suchen wir Gehör und sichere Zuflucht andernorts.«
    Shôtoràs verharrte auf der Treppe. »Wie heißt der Anführer?«
    »Er sprach durch einen seiner Gefolgsleute zu mir. Ich weiß es nicht«, erwiderte der Shintoìt.
    Nodûcor berührte Aiphatòn am Ärmel und malte für ihn Buchstaben in die Luft, die alle sahen.
    »Nhatai?«, entfuhr es dem Alb in der hellvioletten Robe, und er legte bestürzt eine Hand an die breite Kette, als würde er sich daran selbst auf den Beinen halten. »Lautete sein Name wirklich Nhatai ?«
    »Wir sahen zwei Heere, die sich zerfetzten, befehligt von Botoikern. Danach marschierte eines weiter nach Nordwesten und überfiel ein Dorf«, berichtete Aiphatòn knapp. »Und wenn ich mich recht entsinne, schwor ihr Anführer, jeden Alb zu unterwerfen, dessen er habhaft werden könne, sobald er seine Gegenspieler niedergerungen hätte.«
    Nun tauschten Shôtoràs und seine Begleiter Blicke aus.
    »Die Botoiker überschätzen sich wie stets. Die Nhatai galten als ausgerottet, an Familienstreitigkeiten und inneren Zwisten zugrunde gegangen. Umso mehr wundert es mich, dass dein Freund diesen Namen gehört haben will, Kaiser.« Der Regent hinkte weiter, erreichte den Boden der Halle, näherte sich dem Ausgang. »Wir werden sie besiegen wie schon einmal.«
    Da ist sie, die alte Überheblichkeit meiner Rasse. Wären es keine Botoiker, hätte ich sie nicht gewarnt. »Es sind hunderttausend«, gab Aiphatòn zu bedenken, »und vielleicht noch mehr. In ihren Reihen dienen sogar welche aus unserem Volk.«
    »Du irrst dich«, sprach der Alb in der Robe ungläubig und ging die Treppe hinab. Hinter ihm folgten die Rothaarige und der Krieger, die leise und verständnislos lachten. »Sie können unseren Willen nicht brechen. Unsere Magie schützt uns.«
    »Ich tötete einen Alb, der mich darum bat, um aus der Versklavung der Nhatai zu entkommen«, hielt Aiphatòn dagegen. »Wie sollte ich mich da irren?« Ist er ein Cîanoi oder gar ihr Oberster? Bei genauerem Betrachten bemerkte er, dass die

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