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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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und verlieh.
    Er unterdrückte die Befürchtung, dass sich eine kleine Katastrophe ereignen könnte, wie eine Explosion oder eine Verpuffung, die Alb und Unterirdischen schwer verletzte oder gar dahinraffte. Das wäre eine späte Genugtuung für Ostòras.
    Zunächst geschah nichts, abgesehen von den Elmsfeuern, deren Flämmchen von Grünlich-blau in Dunkelblau umschlugen und aufgeregt hin und her huschten, als freuten sie sich über die Hitze.
    Oder sie versuchen, ihr zu entgehen. Carmondai setzte sich auf den unebenen Steinboden und zeichnete erneut, um die verschiedenen Stadien festzuhalten.
    »Noch ist es gut«, murmelte Carâhnios fasziniert. »Wenn ich dir sage: Lauf , Schwarzauge, wirst du laufen.«
    Ahnte ich es doch. Der Alb blieb tapfer, wo er war.
    Über der Oberfläche entstand leichter, grünlicher Rauch, der im Glutschimmer changierte und gelegentlich golden anmutete.
    Und von einem Herzschlag auf den anderen brodelte das Blut und schäumte schwarz. Zwar saß der Stopfen fest auf dem Glasrand, doch das aggressive Zischen war nicht zu überhören, als versuchte das Elixier, sich aus seinem durchsichtigen Gefängnis zu ätzen und sich auf sie zu stürzen.
    Da sich Carâhnios jedoch nicht rührte, blieb Carmondai ruhig und zeichnete weiter.
    Der Rauch färbte sich weiß und stieg in der Glasspirale nach oben, wo er sich im unteren Bereich als karamellfarbener Tropfen niederschlug.
    Die feinen Gespinste, die es hinauf bis zum Knick schafften, erinnerten eher an helles Schwarz. Kurz bevor es in das Porzellanröhrchen sickerte, nahm es eine helle, trübe Farbe an, die Carmondai noch nie in seinem langen Leben gesehen hatte. Wie soll ich das beschreiben?
    Das Brodeln und Kochen hielt an, der Schaum stieg höher und nahm die Sicht.
    Carmondai bemerkte den stechenden Geruch. An irgendeiner Stelle wurde der Glaspfropfen undicht. Schwindel erfasste ihn beim nächsten Atemzug, und so rutschte er zwei Schritte von der Flasche weg.
    »Das«, kommentierte Carâhnios hustend, »ist nicht gut.« Er streckte die behandschuhte Rechte aus, um den Sitz des Verschlusses zu kontrollieren.
    Als er den Druck auf den Hals erhöhte, zerbrach der Boden der Flasche. Der Inhalt ergoss sich zähflüssig auf das Bett aus glühenden Kohlen, das Zischen wurde lauter.
    Carâhnios zog scheinbar ruhig das Porzellanröhrchen ab, anschließend wandte er sich an Carmondai. »Lauf«, sagte er und hetzte aus dem Raum. Im Vorbeieilen packte er die Tasche mit den Zutaten.
    Fluchend raffte der Alb die Blätter an sich, kam auf die Beine und taumelte aus der Küche, in deren Kochstelle es gleißend hell wurde, als hätten sich Sonne und Mond zum ersten Mal vereinen dürfen. Vorsichtshalber presste er sich im anschließenden Raum gegen die Wand und hoffte auf dickes, schützendes Mauerwerk.
    Es gab keinen Knall, keine Detonation, welche das Gehöft zum Einsturz brachte. Nicht ein spektakulärer Laut erklang, und trotzdem hielt das Strahlen an.
    Carmondai versuchte zu erkennen, was in der Küche vor sich ging, doch er vermochte nicht, in das Leuchten zu blicken. Es schmerzte schrecklich in den Augen.
    Die Wand, an die er sich zum Schutz vor einer vermeintlichen Lohe gekauert hatte, erwärmte sich rasch und rascher. Die alchemistische Reaktion, die der Zhadár ausgelöst hatte, hielt an.
    Carâhnios kniete einige Schritte weiter auf der Erde und füllte den Inhalt des Röhrchens in eine zweite Phiole. »Besser als nichts. Es brachte mir einige wertvolle Tropfen«, verkündete er. »Wir verschwinden. Das nächste Versteck und unsere Gegner warten auf uns.«
    »Was ist geschehen?« Carmondai hatte den stechenden Geruch noch immer in der Nase.
    Der Unterirdische grinste und sprang auf. Er streifte sich den Mantel über seine schwarze Lederrüstung. »Keine Ahnung. Aber ich glaube, wir haben Glück, dass es uns nicht umbrachte.«
    Sie liefen hinaus zu den Stallungen, wo Pony und Pferd angebunden auf sie warteten. Die unruhigen Tiere waren rasch gesattelt, die Reise wurde trotz heulendem Sturm und nahendem Gewitter fortgesetzt.
    Ein Blick zum Haupthaus sagte Carmondai, dass es eine gute Idee gewesen war: Hinter den Scheiben leuchtete es strahlend weiß, Feuer schlug aus den Fenstern und hatte sich bereits im gesamten Gebäude ausgebreitet.
    Welche Waffe mengte er zusammen? Zwar glaubte er, sich bei seiner Beobachtung zu irren, doch er hätte in diesem Moment geschworen, dass auch die Steine brannten, die zum Bau benutzt worden waren. Ostòras hätte seine

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