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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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Mode, um die Schönheit der Augen zu betonen. Aber ob es bei Euch etwas taugt, wage ich zu bezweifeln.«
    Das ist perfide. Besser könnte man sich im Geborgenen Land nicht als Elb ausgeben. Er ging barfuß mit unsicheren Schritten durch die Kabine auf die Tür zu, trat hinaus und erklomm die breite Treppe, deren Stufen nass von Gischt und Wellen waren.
    Kühler, feuchter Wind heulte durch die Luke, dumpf klatschend warfen sich die Wogen auf das Deck. Fetzen gebrüllter Befehle drangen an sein Ohr, Segel wurden gerefft.
    Aiphatòn trat ins Freie, wo der Wind ihn umzuwerfen drohte. Er kannte Stürme aus dem Geborgenen Land, er kannte Seen, auf denen man mit einem Schiff fuhr, aber ein Meer in Aufruhr bedeutete eine weitere neue Erfahrung. Er schmeckte das Salz auf seinen Lippen.
    Ávoleï stand aufrecht am Steuerrad und schrie ihre Anweisungen gegen das Tosen, als führte sie eine Schlacht gegen die Elemente.
    Nur ein Teil der Segel war an den Rahen gesetzt, die drei großen Masten wirkten toten Bäumen gleich. Wind pfiff und schrie in der Takelage.
    Die Seeherrscherin krängte zur Seite und beschrieb ein hartes Wendemanöver, das sie auf Kurs zur Hafeneinfahrt brachte.
    Aiphatòn sah vier kleinere Begleitschiffe rechts und links von ihnen über die Wellenkämme reiten, die vor ihnen in das ruhigere Becken schossen.
    Der Regen prasselte unaufhörlich auf die Mannschaft nieder. Die dichten Schleier aus den Wolken verhinderten einen genauen Blick auf die Stadt, aber die Insel wirkte größer, als er sie sich vorgestellt hatte.
    Und wir dachten, es gäbe so gut wie keine Albae mehr in der nördlichen Ödnis. Aiphatòn dachte an Shôtoràs’ Ausführungen. Er verstand die Haltung und den Hass auf die Unauslöschlichen. Sie hatten lediglich keinen Ansporn, sich zu zeigen oder zu erobern. Nun wollen wir hören, wie … Schlagartig kam die Erleuchtung. Modôia! Die Herrscherin der Stadt ist die Albin, deren Nachricht ich in der verlassenen Siedlung fand und deren Runen ich ausmerzte! Der Regent erwähnte, dass sie aus dem Geborgenen Land gekommen sei.
    Aiphatòn ging über das schwankende Deck auf die Treppe zu, die hinauf zu Ávoleï auf das Oberdeck führte. Sie musste ihm mehr erzählen, bevor er ihre Gevatterin traf.
    Die Seeherrscherin fuhr in den Hafen ein, und augenblicklich ließ das Schaukeln nach. Die Wogen waren wesentlich kleiner als auf der offenen See und zerschellten mit Gischtwolken an der Mauer.
    Man konnte spüren, wie sich die Anspannung der Mannschaft legte. Das fast hundert Schritte lange Schiff schien stabil und bewährt, aber eine Reise blieb stets ein Wagnis.
    Aiphatòn erreichte die Albin, die letzte Anweisungen an den Steuermann gab und sich ihm zuwandte. »Oh, ausgezeichnet. So sind Eure Brüche gut verheilt?«
    »Das sind sie.« Aiphatòn hielt sich an der Reling des Oberdecks fest und bemerkte, wie weit entfernt der Boden lag. Wie viele Stockwerke hat dieses Ungetüm? »Würdest du mir sagen, was geschehen ist? Ich erinnere mich nur noch an den Sturz über die Festungsmauer.«
    Ávoleï lachte. »Ich war nicht dabei, als man Euch einsammelte, aber die Krieger berichteten mir, dass sie zuerst dachten, Shôtoràs hätte einen brennenden Petroleumsack nach ihnen gefeuert, der nicht recht fliegen wollte.« Sie betrachtete seinen Leib. »Ein Wunder, wahrlich. Und wir sind in Elhàtor gewiss einiges an Zaubern gewöhnt. Ihr müsst leuchtend wie ein Komet an der Felswand hinabgeschossen sein und den Stein mehrmals geküsst haben.« Sie streckte die Hand aus und fuhr über die Schrammen auf den Panzerplatten. »Eure Magie bremste den Fall, würde ich annehmen. Man sagte mir, dass unzählige Runen darauf leuchteten. Zwar schlugt Ihr auf der Erde auf, doch Ihr lebtet. Die Krieger zerrten Euch weg, bevor der Steinschlag erfolgte, der Euch nachgesandt wurde, und brachten Euch zum Fluss und damit zu mir. Wir setzten mit unserem Beiboot gerade eine Geisel aus Dâkiòn dort ab, und ich beschloss, Euch mitzunehmen.« Sie zwinkerte. »Wer auf diese Weise aus der Stadt geworfen wird, kann nur ein Freund von uns sein.«
    Aiphatòn musste ihren Ausführungen glauben, da ihm jegliche Erinnerung fehlte. »Dann schulde ich dir mein Leben«, sagte er nachdenklich.
    »Das tut Ihr.« Ávoleï schien es zu gefallen. »Ich komme bei Gelegenheit auf meinen Lohn zurück.« Nun wirkte ihr Blick anders als vorher. »Ihr seid ein Shintoìt, wie der Cîanoi vermutet?«
    »Ja.« Leugnen war zwecklos, die Augen verrieten ihn

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