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Die Macht der Angst (German Edition)

Die Macht der Angst (German Edition)

Titel: Die Macht der Angst (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Shannon McKenna
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Und jetzt spionierst du für ihn?«
    Edie sprang mit klopfendem Herzen auf. Marta stand im Türrahmen. Mit ihrem offenen Haar und dem ungeschminkten Gesicht war sie fast nicht wiederzuerkennen. Ihre Augen waren gerötet und lagen tief in den Höhlen, trotzdem funkelte noch immer offenkundige Abneigung in ihnen.
    Edie zwang sich, ihre hektische Atmung zu verlangsamen. »Nein«, sagte sie. »Ich habe jedes Recht, hier zu sein und mir alles anzusehen, was ich will.«
    »Ach, wirklich? Mehr als ich? Ist es das, was du damit andeuten willst?«
    »Das hast du gesagt, nicht ich.« Edie schaute die Geliebte ihres Vaters an. Martas abgespanntes Gesicht ließ erkennen, dass ihr Charles womöglich mehr am Herzen gelegen hatte, als sie ihr zugetraut hätte. Vielleicht trauerte sie aber auch nur um die verlorene Perspektive, einen Multimilliardär zu heiraten. Die waren immerhin rar gesät.
    Ihr ging ein Gedanke durch den Kopf. »Marta, warst du an jenem Tag bei Helix in Tacoma dabei, als Kevs Brüder Dad einen Besuch abstatteten?«
    Marta verzog das Gesicht. »Allerdings. Ich habe die McClouds kennengelernt. Es sind Tiere. Sie haben deinem Vater Gewalt angetan, wusstest du das?«
    »Die McClouds?« Edie war völlig von den Socken. »So heißen sie?« Also hatte ihr Vater Kevs wahren Nachnamen und familiären Hintergrund die ganze Zeit über gekannt.
    »Herrgott, Edie, ist das das Einzige, was dich interessiert? Ich sagte, sie haben Charles Gewalt angetan! Körperlich! Er hatte Blutergüsse! Hörst du mir überhaupt zu?«
    Edie dachte an die Narben an Kevs Körper und entschied, dass ein Vergleich sowohl irrelevant als auch beleidigend für Kev wäre. »Und sie haben sich nach Kev erkundigt?«
    »Das wäre milde ausgedrückt«, murmelte Marta. »Sie ließen einfach nicht locker. Sie wollten sich nicht mit der Tatsache abfinden, dass sie die einzigen beiden Personen getötet hatten, die ihnen die Information, die sie wollten, vermutlich hätten geben können. Es war ihr eigener gottverdammter Fehler, und anschließend dachten sie, wir würden das von ihnen angerichtete Chaos in Ordnung bringen. Diese Idioten.«
    Edie war völlig durcheinander. »Getötet? Wen? Welche zwei Personen?«
    Marta machte eine ungeduldige Geste. »Osterman natürlich! Und Gordon, seinen … keine Ahnung, als was ich ihn bezeichnen soll. Ostermans Mann fürs Grobe. Man hat versucht, den Skandal aus der Öffentlichkeit herauszuhalten, soweit die McClouds es zuließen. Sie hätten Helix komplett ruiniert, wäre es nach ihnen gegangen.«
    Edie stieg noch immer nicht durch. »Aber … das Feuer in dem Labor …?«
    »Das hat stattgefunden, allerdings erst, nachdem diese McClouds Osterman die Kehle aufgeschlitzt und Gordon den Schädel eingeschlagen hatten«, knurrte Marta. »Das ist die Entwicklungsstufe der Leute, von denen wir sprechen, verstehst du?«
    Edie schnappte hörbar nach Luft. »Puh. Mann.«
    »Ja. Wie gesagt, es sind wilde Tiere. Ich kann noch immer nicht fassen, wie es heutzutage möglich ist, dass eine Organisation wie Helix oder ein Mann wie dein Vater in die Fänge von brutalen Schlägern wie den McClouds geraten konnte.«
    Als wären es die McClouds gewesen, die jahrzehntelang systematisch jugendliche Ausreißer umgebracht hatten. Edie behielt diesen Kommentar jedoch für sich.
    »Und jetzt hat das schlimmste wilde Tier von allen endlich seine Rache bekommen. Ich schätze, es war nur eine Frage der Zeit«, fuhr Marta fort.
    Edie starrte sie an. »Was meinst du damit? Welche Rache? Man weiß bereits, wer Dad ermordet hat? Haben sie den Kerl schon gefasst?«
    »Stell dich nicht dümmer, als du bist«, fuhr Marta sie an. »Erzähl mir nicht, dass du nicht Bescheid weißt. Du steckst doch in der Sache mit drin. Sein gehirngewaschenes kleines Laufmädchen und Betthäschen. Neulich Nacht bei dem Bankett hättest du Charles um ein Haar vergiftet, also tu jetzt bloß nicht so, als wärst du traurig darüber, dass dein Liebhaber den Job zu Ende gebracht hat! Du solltest im Gefängnis sitzen! Du widerst mich an! Wie kannst du es wagen, hierherzukommen und vorzugeben, nichts von dem gewusst zu haben, was er tun würde?«
    Edie klappte die Kinnlade runter. »Ich … er … aber wie kommst du darauf … wie kannst du auch nur …«, stammelte sie hilflos.
    »Marta.« Des trat ins Arbeitszimmer. Er sah blass und erschöpft aus. »Ich weiß, dass du um ihn trauerst, aber ich wollte nicht, dass sie es auf diese Weise erfährt.«
    »Dass ich was erfahre?«

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