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Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks

Titel: Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael Peinkofer
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Wald, sondern weite Felder. Dort errichteten wir Tirgas Lan, die alte Königsstadt, von der aus die Elfenkönige amber mit Milde und Weisheit regierten, zum Wohle aller Völker der sterblichen Welt. Aber der Friede währte nicht ewig. Denn einer aus unserer Mitte – und ich schäme mich zu sagen, dass er diesem Rat angehörte – missbrauchte sein Wissen um das Wesen der Welt, um es zu seinem eigenen Nutzen einzusetzen. Er fiel von der wahren Lehre ab und wandte sich dunklen Künsten zu, trachtete danach, seine eigene Macht und seinen Einfluss zu mehren. Nachdem er ertappt wurde bei frevlerischen Experimenten, verbannte man ihn aus Tirgas Lan. Viele Jahre hörten wir nichts von ihm – Jahre, in denen dunkle Wolken über Erdwelt heraufzogen. Die Orks tauchten auf, und aus dem Osten und Norden bedrohten Gnomen und Trolle unsere Grenzen.
    Schließlich, als wir ihn schon fast vergessen hatten, kehrte der Dunkelelf zurück – an der Spitze eines riesigen Heeres von Orks und Trollen und anderen niederen Kreaturen. Seinen wahren Namen hatte er abgelegt – Margok nannte er sich nun, Herrscher der Finsternis, und er überzog ganz amber mit einem blutigen Krieg. Lange Jahre währte der Kampf, in dem viele Helden der alten Zeit ihr Leben ließen, aber am Ende schafften wir es, Margok zu besiegen.«
    »Aber nicht endgültig«, wandte Loreto ein.
    »Nein, nicht endgültig.« Aylonwyr nickte. »Nachdem es uns nicht vergönnt war, seiner habhaft zu werden, kehrte Margok Jahrhunderte später zurück. Mithilfe falscher Versprechungen schmiedete er ein Bündnis aus Orks und Menschen, und es begann, was wir den Zweiten Krieg nennen. Erneut tobte der Kampf viele lange Jahre, ehe es Margok durch Verrat gelang, das Große Tor zu öffnen. Auf den Mauern von Tirgas Lan kam es zum entscheidenden Kampf, und nur durch Anwendung von Zauber und Magie konnten wir die Bedrohung abwenden und Margok erneut bezwingen. Auf dass er nie wieder Schaden anrichte, wurde sein Körper dem Feuer übergeben und sein unsterblicher Geist in die Mauern von Tirgas Lan gebannt. Das ganze Land belegten wir mit einem Fluch, der auf Feldern und Äckern einen schier undurchdringlichen Geisterwald wachsen ließ, damit es keinem gelänge, die Verborgene Stadt, wie wir Tirgas Lan seither nennen, je wieder zu betreten. Nur für den einen, von dem Farawyns Weissagung berichtet und der einst kommen wird, Tirgas Lan zu befreien und amber wieder zu vereinen, wurde das Geheimnis all die Jahre bewahrt, hoch oben im Norden, im Tempel von Shakara. Der Geist Margoks jedoch weilt noch immer in Tirgas Lan, gebannt seit Jahrhunderten, aber so böse und verdorben wie damals. Verstehst du nun, weshalb wir uns sorgen, Loreto?«
    »Ich kenne die Geschichte Margoks«, erklärte Loreto, »und natürlich weiß ich, warum Ihr Euch sorgt, erhabene Mitglieder des Hohen Rates. Aber ich versichere Euch, dass keine Gefahr besteht. Ihr ganzes Leben hat Alannah stets ihre Pflicht erfüllt. Sie würde lieber sterben, als hergelaufenen Unholden den Weg nach Tirgas Lan zu weisen. Niemals würde sie das Geheimnis verraten.«
    »Auch nicht unter Folter?«
    »Nie.«
    »Nicht unter magischem Bann?«
    »Auch das nicht.«
    »Nicht aus Verzweiflung?«
    »Nein.«
    »Und aus zurückgewiesener Liebe?«
    Loreto wollte mit der gleichen Überzeugung antworten wie zuvor – da wurde ihm die Bedeutung von Aylonwyrs Worten klar. Die Blicke, mit denen die Ratsmitglieder ihn betrachteten, erschienen ihm mit einem Mal anklagend. Verunsichert schaute er zu Boden, und er errötete auch, was bei einem Elfen nur selten vorkommt.
    »Hoher Rat«, sprach er leise, »ich weiß nicht, was man Euch zugetragen hat, aber …«
    »Loreto«, unterbrach ihn Aylonwyr streng, »wir wissen, was du für Priesterin Alannah empfindest.«
    Erschrocken blickte er auf. »I-Ihr wisst es?«
    »Schon längst. Leugne es nicht, es hätte keinen Sinn.«
    »A-aber wenn Ihr davon wusstet …«, stammelte Loreto.
    »Du willst wissen, weshalb wir dich nicht zur Rede stellten?«
    Loreto nickte.
    »Die Welt verändert sich, Loreto. Die Dinge sind im Umbruch, ein neues Zeitalter beginnt. Was wir gestern noch als gesicherte Erkenntnis betrachteten, kann sich schon heute als unwahr erweisen. Niemand vermag in diesen Tagen zu sagen, was richtig ist und was falsch. Nur eines ist sicher: Tirgas Lan darf nicht entdeckt, die Macht des Dunkelelfen nicht entfesselt werden.«
    »Ich weiß«, sagte Loreto leise.
    »Fürst Loreto, was ich dir nun sage, wird

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