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Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks

Titel: Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael Peinkofer
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zeigte sich keine Regung. Rammar aber triumphierte innerlich. Der Kopfgeldjäger schien tatsächlich etwas ausgefressen zu haben. Etwas, das mit den Zwergen zu tun hatte. Welchen Grund konnte er sonst haben, einen falschen Namen zu nennen?
    »Und du?«, wandte sich Orthmar an Alannah. »Wer bist du, wenn ich fragen darf?«
    »Mein Name ist Alannah, und ich bin von elfischem Geblüt«, kam die Antwort voller Stolz. »Das sollte Euch genügen, Herr Zwerg.«
    »Bah!« Orthmar spuckte aus, wobei die Hälfte davon in seinem Bart hängen blieb. »Je weniger es von eurer Sorte gibt, desto eingebildeter werdet ihr. Es ist kaum zu glauben, dass unsere Völker einst gemeinsam in den Krieg zogen.«
    »Seid versichert«, sagte Alannah mit Blick auf den Speichel in seinem Bart, »dass es auch mir ziemlich schwer fällt, dies zu glauben.«
    Der Zwergenführer lachte daraufhin. Dann grölte er: »Ein Kopfgeldjäger, eine Elfin und zwei gefangene Orks. Was soll ich davon halten?«
    »Macht Euch über uns keine Gedanken, Herr Zwerg«, sagte Corwyn schnell. »Wir sind nur Wanderer auf der Durchreise, die hier ihr Nachtlager aufschlagen wollen. Schon morgen werden wir diese Gegend verlassen und weiter nach Süden ziehen.«
    »Nach Süden, was?« Die Augen des Zwergenführers zuckten in ihren Höhlen umher, während er beiläufig mal hierhin und mal dorthin blickte. Mit Unbehagen begriff Rammar, dass er damit seine Leute dirigierte, die sie langsam einkreisten. Corwyn jedoch schien es nicht zu bemerken.
    »Weißt du, Kopfgeldjäger«, sagte der Zwerg an Corwyn gewandt, »ich habe den Eindruck, dass du mir nicht die Wahrheit sagst. Wie ihr sicher wisst, hat mein Volk ein gewisses Talent dafür, das Verborgene hinter dem Offensichtlichen zu entdecken. Wäre es anders, wäre es uns nie gelungen, der tiefen Erde ihre Schätze zu entreißen.«
    »Das glaube ich gern«, erwiderte Corwyn, und er wurde sichtlich nervös. »Dennoch wüsste ich nicht, was …«
    »Aber ich kann es dir sagen, Zwerg!«, hörte sich Rammar plötzlich rufen, noch ehe er darüber nachdenken konnte, was er da eigentlich tat. Sein Instinkt witterte eine Möglichkeit, die Freiheit zurückzuerlangen, und diese einmalige Gelegenheit wollte er nicht ungenutzt verstreichen lassen.
    »Was?« Orthmar fuhr herum. In seinen Augen schien ein Feuerwerk abzubrennen. »Was kannst du mir sagen, Missgeburt?«
    »Der Kopfgeldjäger belügt dich, Zwerg!«, verkündete Rammar laut und vernehmlich. »Er hat dir einen falschen Namen genannt, weil er etwas vor dir zu verbergen hat.«
    »So?«
    »Hört nicht auf ihn«, sagte Corwyn hastig. »Er ist nur ein rachsüchtiger fetter Unhold. Und du, Ork, halt gefälligst den Rand, oder ich stopfe dir dein hässliches Maul mit deinen eigenen Gedärmen! Hast du verstanden?«
    »Verstanden hab ich dich, Mensch, aber schweigen werd ich deshalb nicht«, erwiderte Rammar genüsslich. »Der Zwerg soll die Wahrheit erfahren.«
    »Die Wahrheit?«, fragte Orthmar. »Und was ist die Wahrheit?«
    »Die werde ich dir verraten, wenn du versprichst, meinen Bruder und mich laufen zu lassen.«
    »Von mir aus.« Der Zwergenführer lachte in seinen langen Bart. »Lasse ich euch eben laufen. Weit werdet ihr in diesem Landstrich ohnehin nicht kommen. Wir sind nicht die einzigen Zwerge in dieser Gegend.«
    »Und wir wollen die Elfin«, fügte Rammar mit listigem Augenblitzen hinzu.
    »Das kommt nicht infrage!«, riefen Corwyn und Alannah wie aus einem Mund – und allein das genügte, um Orthmar auch in diese Forderung einwilligen zu lassen.
    »Warum nicht?«, antwortete er mit verschmitztem Grinsen. »Ich bin sicher, eine hohe Dame des Elfenreichs wird die Gesellschaft zweier Orks durchaus zu schätzen wissen.«
    »Abgemacht, Zwerg.« Rammar nickte. »Also – schneide uns los, dann werden wir dir verraten, wer dieser da ist und was ihn in diese Gegend treibt.«
    »Nein!«, rief Alannah, ihren flehenden Blick auf den dicken Ork gerichtet. »Tu es nicht, Rammar!«
    »Sieh an, jetzt kennst du plötzlich meinen Namen«, beschwerte sich Rammar. »Vorhin war ich nur ein hässlicher Unhold für dich. Wie rasch sich die Dinge ändern, nicht wahr?«
    Mit einem Wink bedeutete Orthmar seinen Leuten, die Orks von ihren Fesseln zu befreien. »Also, Ork«, forderte er dann. »Nun verrate mir, was es mit dem Kopfgeldjäger auf sich hat.«
    »Nichts lieber als das.« Rammar grinste, als seine Fesseln fielen. »Sein wirklicher Name ist Corwyn, und in Wahrheit ist er längst nicht

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