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Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks

Titel: Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael Peinkofer
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bin ich?«
    »Neidisch«, wiederholte der Hagere überzeugt.
    »So ein Schwachsinn! Du hast Glück, dass ich vom Marschieren müde bin, sonst würde ich dich für diese Frechheit erwürgen. Die Elfin ist mir völlig gleichgültig, kapiert? Soll sie doch mit diesem elenden Orktöter Corwyn … du weißt schon.«
    »Nein.« Balbok schüttelte den Kopf. »Was meinst du denn?«
    »Weißt du's wirklich nicht?«
    »Was soll ich nicht wissen?«
    »Shnorsh!«, schnaufte Rammar. Dies war weder der richtige Zeitpunkt noch der richtige Ort, um seinen Bruder über die Tatsachen des Lebens aufzuklären. Andererseits, früher oder später musste er es ja erfahren, und sollten die Zwerge sie doch noch erwischen oder sollten sie in die Gewalt von Graishaks Häschern fallen, sollte Balbok nicht ganz so dumm sterben, wie er geboren worden war.
    Rammar ging etwas langsamer, um den Abstand zu der Elfin zu vergrößern, dann erklärte er seinem Bruder mit Flüsterstimme ein paar Dinge, wobei er sich anschaulicher Gesten bediente. Balboks Gesicht wurde dabei lang und länger. Schließlich verzerrte es sich vor Abscheu.
    »Das … ist ja widerlich!«, ächzte er entsetzt.
    »Findest du? Was meinst du denn, wie du zur Welt gekommen bist, Schwachkopf?«
    »Wie jeder Ork«, war Balbok überzeugt. »Ich sprang aus einer platzenden Eiterbeule Kuruls.«
    »Und das glaubst du wirklich?«
    »Natürlich – du etwa nicht?«
    »Nicht ganz«, brummte Rammar und ging weiter. »Und ich fürchte, es gibt da noch ein paar Dinge, die ich dir bei Gelegenheit erklären muss.«
    »Was für Dinge?«
    »Sagt mal, ihr beiden!«, rief Corwyn, der hinter ihnen marschierte. »Wofür haltet ihr das hier? Für einen Spaziergang? Schwingt gefälligst die Beine!«
    Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, zückte er sein Schwert und piekte Rammar damit in den asar – und der schnitzte in Gedanken eine weitere Scharte in das Kerbholz des Kopfgeldjägers. Wehe, er bekam eine Waffe in die Finger …
    »Was für Dinge?«, wiederholte Balbok seine Frage.
    »Später!«, vertröstete ihn Rammar.
    Alannah war vorausgegangen und wartete bereits am Waldrand, eine helle Lichtgestalt mit wehendem Haar vor dem Dunkel der Bäume. Sie wirkte auf einmal noch um einiges anmutiger und schöner, wie sie so dastand, und ihr Anblick entlockte Corwyn ein leises Keuchen.
    »Worauf wartet ihr?«, rief sie ihnen entgegen. »Seht ihr nicht die Wolken, die sich am Himmel zusammenballen? Jeden Augenblick wird es ein Unwetter geben!«
    Rammar legte den Kopf in den Nacken und blickte nach oben. Die Elfin hatte Recht: Der Himmel hatte sich zugezogen und verdüstert. Hier und dort war bereits Wetterleuchten zu sehen, und Donner grollte.
    »Kurul ist mächtig wütend«, folgerte Balbok.
    »Ja«, stimmte Rammar zu. »Vielleicht erschlägt er ja mit ein paar seiner Blitze unsere Feinde.«
    Im nächsten Moment zuckte tatsächlich ein Blitz aus den düsteren Wolken hernieder, aber er traf weder Corwyn noch Alannah, sondern eine der hohen Eichen, die den Waldrand säumten. Mit lautem Bersten brach der Baum auseinander, Rauch stieg auf von dem verkohlten Holz.
    »Und ihr haltet es für eine gute Idee, jetzt in den Wald zu gehen?«, fragte Balbok.
    »Sei unbesorgt«, erwiderte Alannah mit mildem Lächeln. »Trowna ist kein Wald wie andere.«
    Damit wandte sie sich um und ging ihnen voraus durch das natürliche, aus Ästen und herabhängendem Moos geformte Tor, durch das sie die dunkle Welt des Waldes betrat. Die Orks wollten ihr folgen, zögerten jedoch plötzlich, denn etwas hielt sie zurück.
    Es war wie eine Mauer, die sie spürten – eine Mauer, die sie weder sehen noch ertasten konnten, aber ihre Instinkte signalisierten ihnen mit aller Deutlichkeit, dass da etwas war. Eine unsichtbare Barriere, die den Wald von der Außenwelt trennte und auf deren anderer Seite Tod und Verderben lauern mochten.
    »Was ist jetzt wieder?«, fragte Corwyn genervt.
    »Gefahr«, sagte Balbok nur.
    »Blödsinn, das bildest du dir nur ein, Ork.«
    »Er hat Recht«, stimmte Rammar seinem Bruder ausnahmsweise zu. »Ich würde vorschlagen, Kopfgeldjäger, du gibst uns unsere Waffen zurück, damit wir uns verteidigen können, wenn es darauf ankommt.«
    »Für wie dämlich hältst du mich, Fettsack? Ihr würdet im nächsten Moment versuchen, mir das Fell über die Ohren zu ziehen, wenn ich euch die Waffen gebe.«
    »Mein Wort drauf, dass es nicht so ist«, versicherte Rammar.
    »Das Wort eines Orks!« Corwyn schüttelte

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